- Flussbegradigung
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Bei einer Flussbegradigung werden die natürlicherweise vorkommenden Mäander eines Flusses an ihren Hälsen durchbrochen. Der Flussverlauf wird dadurch kürzer und gerader; das Wasser fließt schneller. An Stellen wo ein Fluss in zwei Armen verläuft wird oft ein Arm stillgelegt. Flussbegradigung ist eine Maßnahme des Flussbaus.
Inhaltsverzeichnis
Zielsetzung
Häufig dienen Flussbegradigungen dazu, den Fluss für die Schifffahrt nutzbar zu machen. Manchmal steht auch die Landgewinnung oder die dauerhafte Festlegung von Landes-, Gemeinde- und Grundstücksgrenzen im Vordergrund. Wird der Flusslauf baulich festgelegt, kann - bei entsprechenden wasserbaulichen Maßnahmen, wie beispielsweise geplante Überflutungsflächen - auch ein Hochwasserschutz erreicht werden.
Üblicherweise wurde bei sedimentreichen Flüssen neben dem Durchstechen der Flussschleifen bzw. Umlaufberge erst eine verhältnismäßig niedrige Uferbefestigung z.B. mittels Faschinen vorgenommen, die unterhalb der Hochwasserlinie lag. Bei Hochwasser konnte sich der Fluss über das Überschwemmungsgebiet ausbreiten, verringerte die Geschwindigkeit, das Geschiebe sedimentierte und erhöhte das Land hinter dem Damm. Erst wenn so eine hinreichende Erhöhung des Hinterlandes erreicht wurde, wurde ein Hochwasserdamm angelegt.
Bekannte Beispiele für eine Flussbegradigung sind die Juragewässerkorrektion im Schweizer Seeland und die Begradigung einiger Rhein-Abschnitte.
Nachteile
Die meisten Flüsse im Flachland haben eine natürliche Tendenz zur Bildung von Mäandern und daher zu langsamem Fließen, was bei seitlichen Brachflächen einen natürlichen Hochwasserschutz mit sich bringt. Gelegentlich durchbricht der Fluss seine laufend ausgeweiteten Schleifen und sucht sich dann ein neues Bett. Auch in manchem Durchbruchstal kann sich dies ereignen, wenn sich die Mäander beidseitig eines sogenannten Umlaufbergs zu nahe kommen.
Künstliche Begradigung bzw. zu straffe Flussregulierung können dazu führen, dass sich stromabwärts die Überschwemmungsgefahr verstärkt. Durch die höhere Fließgeschwindigkeit kommt es vor, dass nun mehrere Zubringer ihr (rascher kommendes) Hochwasser gleichzeitig in den Unterlauf abgeben. Auf diese Art ist die deutliche Häufung von Elbe-Hochwässern der letzten Zeit zu erklären. Aus ähnlichen Gründen werden auch Begradigungen in den quellnahen Gebirgsgebieten maßgeblich für Hochwasser verantwortlich gemacht. Verschiedenorts laufen daher Bemühungen, diese rückgängig zu machen, was leichter gelingt als bei den großflächigen Regulierungen im Mittel- oder Unterlauf.
Aus ökologischer Sicht gelten Flussbegradigungen als äußerst problematisch, weil sie ganze Ökosysteme beeinträchtigen oder sogar zerstören können. Viele an und in den Flüssen lebenden Tierarten wie Fische, Otter, Muscheln oder Wasservögel und viele Pflanzenarten können durch Gewässerbau ihren Lebensraum oder Teile davon verlieren.
Siehe auch
Weblinks
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