Intel Overdrive Prozessor

Intel Overdrive Prozessor
Intel 486 DX2 Overdrive 66Mhz

Der Begriff Intel OverDrive Prozessor ist in der Computertechnik eine Bezeichnung, unter der die Firma Intel zwischen Mai 1992 und dem Jahr 1998 Prozessoren vermarktet hat, die zum Aufrüsten von Systemen mit älteren CPUs gedacht sind.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

i486 OverDrive

Intel 486SX Overdrive.
Intel DX4 Overdrive mit 100 MHz

Ein Intel i486 Overdrive Prozessor ist zum Aufrüsten von existierenden 80486-Systemen gedacht und ist eine spezielle Version der jeweiligen i486DX2-, i486SX2- und Intel-DX4-Prozessoren.

Damit diese Overdrive-Prozessoren in der älteren Systemumgebung lauffähig sind, besitzen sie eine vorgegebene Taktvervielfachung und ignorieren die externen Einstellungen des Multiplikators. Außerdem funktionieren sie grundsätzlich mit 5 V Spannungsversorgung. Im Fall der Overdrive-Version des Intel DX4 befindet sich auf der Prozessoroberfläche ein Spannungswandler, der die notwendige Prozessorbetriebsspannung von 3,3 V aus der vorhandenen 5 V Spannung generiert.

Die erste OverDrive-CPU ist ein im Mai 1992 vorgestellter i486DX2, der in einer i486SX-Hauptplatine betrieben werden kann. Somit kann ein solches System mit einer FPU nachgerüstet werden, die dem i486SX fehlt. Darauf folgend wurden die übrigen Varianten des i486 als OverDrive-CPU angeboten.

Pentium OverDrive

Pentium Overdrive PODP5V133 ohne Lüfter
Pentium Overdrive für den Sockel 4, 120/133 MHz

Die letzten OverDrive-Prozessoren für 486er-Hauptplatinen sind die Pentium OverDrive mit 63 MHz (PODP5V63) bzw. 83 MHz (PODP5V83). Sie erfordern eine spezielle Hauptplatine - wobei ein Großteil der verkauften Sockel 3-Platinen mit ZIF-Sockel vorbereit ist - und ist nicht schneller als die vergleichbaren 80486-kompatiblen Prozessoren Am5x86 und Cyrix 5x86 der Konkurrenten AMD und Cyrix. Aus diesen Gründen und der späten Markteinführung floppte das Produkt für den Sockel 3.

Anders sah es beim Sockel 4 aus: Der originale Pentium von Intel für den Socketl 4 arbeitete mit einer höheren Betriebsspannung und einem niedriger getakteten Frontsidebus mit 60 oder 66 MHz. Nicht nur die Betriebsspannung, sondern auch der mechanisch inkompatible Sockel 4 verhinderte den Einsatz von damals aktuelleren Pentium-CPUs (P54, Sockel 5/7, 3,3 V) und waren deshalb keine günstige Aufrüst-Alternative. Deshalb bot Intel den weniger bekannten Pentium Overdrive PODP5V133 mit einem festen Multiplikator von 2 für den Sockel 4 an. Daraus ergab sich eine Taktfrequenz von 120 MHz oder 133 MHz.

Pentium MMX OverDrive

Pentium Overdrive MMX ohne Lüfter
Pentium Overdrive MMX, 166 MHz

Es gibt auch Pentium MMX Prozessoren für Sockel 5 und Sockel 7 Boards. Diese CPUs haben eine eigene Elektronik und einen fest angebrachten Lüfter.

Pentium II OverDrive

Pentium II OverDrive 333MHz
Pentium II Overdrive ohne Gehäuse. Links ist die CPU und rechts ist der Cache-Baustein zu sehen.

Das letzte Intel-Produkt mit der Bezeichnung OverDrive ist der Pentium II OverDrive, der in einem Pentium Pro-Sockel betrieben werden kann. Bei dem Pentium II OverDrive wurde kritisiert, dass er nicht zum Aufrüsten von großen Multiprozessorsystemen benutzt werden kann, da er nur in Systemen mit maximal zwei CPUs betrieben werden kann. Es gibt zwei Versionen, mit 300 MHz bei einem 5fachen Bustakt von 60 MHz und mit 333 MHz bei einem 5fachen Bustakt von 66 MHz. Der höhere Taktmultiplikatur wird im Prozessor erzeugt.

Technische Besonderheiten

Bei den CPUs des Typs i486 kann die Rechenleistung nur durch Erhöhung des Prozessortaktes verbessert werden. Da aber in einer damals üblichen Hauptplatine der Prozessortakt fest mit dem des Systems verknüpft ist, kann nicht ohne weiteres eine CPU durch eine ähnliche, höher getaktete ersetzt werden. Bei den CPUs der Reihe i386, den Vorgängern des i486, wird eine Aufrüstung durch Einsetzen eines kompletten Daughterboards vorgenommen, das die CPU mit hohem Takt betreibt und dabei die Hauptplatine mit dem Systemtakt anspricht. Die OverDrive-CPUs enthalten dagegen die notwendigen Komponenten selbst. Außerdem können sie in anderen Sockeln betrieben werden als für die entsprechende CPU ohne OverDrive vorgesehen. Bei den i486-CPUs besteht alternativ die Möglichkeit des Einsatzes eines Zwischensockels, um eine CPU durch eine höher getaktete CPU zu ersetzen.

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