Jan Schoonhoven

Jan Schoonhoven

Jan (Johannes Jacobus) Schoonhoven (* 26. Juni 1914 in Delft; † 31. Juli 1994 ebenda) war ein niederländischer Künstler des Informel.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Schoonhoven absolvierte seine Ausbildung als Zeichenlehrer an der Akademie von Den Haag (Niederlande) und arbeitete von 1946 bis 1979 als Staatsbeamter bei der niederländischen Post in Den Haag[1]. Das künstlerische Schaffen von Jan Schoonhoven spielte sich in den Abendstunden und den freien Wochenenden ab.

Er war ein Mitgründer der Nederlandse Informele Groep (Niederländische Informelle Gruppe, 1959), die aus den fünf Künstlern Armando, Kees van Bohemen, Jan Henderikse, Henk Peeters und Schoonhoven bestand. Sie ging nach einem Jahr, 1960, in die Gruppe nul (Null) über. Die Namensgebung verweist auf die deutsche Künstlergruppe ZERO und auf den Nullpunkt, von dem ein künstlerischer Neuanfang ausgehen sollte[2]. Diese setzte sich von der CoBrA Gruppe ab und strebte nach einer objektiven Kunst, die jedes emotionellen Wertes entkleidet ist und in der die Anwesenheit des Künstlers als Person ausgewischt ist.

Er wurde mit dem zweiten Preis auf der Biennale von São Paulo im Jahr 1967 ausgezeichnet[3] und war auf der documenta 4 (1968) und 6 (1977) in Kassel vertreten.

Jan Schoonhoven starb im Juli 1994.

Werk

Schoonhoven machte zu Beginn seiner Laufbahn vor allem abstrakte Zeichnungen und Aquarelle. Ab 1955 entstanden monochrome weiße Reliefs. Jan Schoonhoven fertigte seine Kunstwerke aus Wellpappe, Pappmache und Toilettenpapierrollen auf einer Triplex Unterlage. Die Werke entstanden gemäß geometrischer Prinzipien und bekamen nichtssagende Namen. Ein Beispiel hierfür ist das 1962 entstandene Weißes Strukturrelief R62-1

Ab 1978 entstanden viele Zeichnungen: mit Linien, Punkten und Schraffuren zeichnete Schoonhoven teils expressiv, fast kalligraphische, Tusche- und Pinselzeichnungen.

Ein wichtiges Betätigungsfeld war die Reflexion von Licht auf weißen Oberflächen. Die reliefartigen Erhebungen und Vertiefungen mit ihrem Licht und Schattenspielen werden zum aktiven Teil seiner Kunstwerke.

Die Werke von Schoonhoven waren in vielen Ausstellungen in den Niederlanden und dem Ausland zu sehen.

Werke in Öffentlichen Sammlungen

Belgien

Deutschland

Finnland

  • Kiasma - Museum of Contemporary Art, Helsinki

Frankreich

  • FRAC - Bourgogne, Dijon
  • Espace de l’art concret, Mouans Sartoux

Kanada

  • Carleton University Art Gallery, Ottawa

Niederlande

  • CODA Museum, Apeldoorn
  • Dordrechts Museum, Dordrecht
  • Rijksmuseum Twenthe - Museum voor oude en moderne kunst, Enschede
  • Stadsgalerij Heerlen, Heerlen
  • Museum Het Valkhof, Nijmegen
  • Stedelijk Museum Schiedam, Schiedam

Polen

Schweiz

Vereinigtes Königreich

Literatur

Juliane Bardt: Kunst aus Papier. Georg Olms Verlag, 2006, ISBN 9783487130934, S. 54.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Juliane Bardt: Kunst aus Papier. Georg Olms Verlag, 2006, ISBN 9783487130934, S. 56.
  2. Juliane Bardt: Kunst aus Papier. Georg Olms Verlag, 2006, ISBN 9783487130934, S. 54.
  3. Jan Schoonhoven 1914-1994. Abgerufen am 7. März 2009 (englisch, Published in: Ronald Alley, Catalogue of the Tate Gallery's Collection of Modern Art other than Works by British Artists, Tate Gallery and Sotheby Parke-Bernet, London 1981, p.674).

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