- Johannes Prause
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Johannes Prause war ein Orgelbauer aus dem preußischen Schlesien, der sich vor 1780 im südlichen Siebenbürgen im damals österreichischen Kronstadt niederließ, in dessen Umkreis er zahlreiche barocke Instrumente baute. Seine Gehilfen waren Franz Prause, möglicherweise sein Sohn, und Michael Honigberger.
Werke
- Positiv in Felmern, heute Felmer, aus dem Jahre 1780
- Dieses Positiv ist das erste bekannte Werk von Johannes Prause. Sie steht nun in der Fogarascher Kirche.
- Orgel der Kirche von Wolkendorf bei Kronstadt, rumänisch Vulcan, aus dem Jahre 1781
- Orgel der Nikolauskirche in Neustadt bei Kronstadt, rumänisch Cristian, aus dem Jahre 1782
- Diese Orgel, deren schönes Barockgehäuse von Josef Oelhon bemalt worden war, gab durch folgende Beurkundung, die auf der Balgplatte klebte, den Namen des Orgelbauers und die Opuszahl 6 an. Die Inschrift lautet: „Mich machte Johannes Prause, Orgelbauer aus Kronstadt, gebürtig aus Preußisch Schlesien, seine Gehülfen waren Franz Prause und Michael Honigberger. Ich war seiner Hände daß in Siebenbürgen 6te verfertigte Werk, welches er durch Hülfe des Höchsten bis Ende Juny 1782 ausgefertigt und zwar unter der Obsorge hochachtbaren Herrn Petrus Roth Pfarrer, Georgius Maurer Priester, Petrus Cerellus Hann und Stefanus Molnar Rektor ... Nahmen angebracht.“
- Orgel der Kirchenburg von Zeiden, heute Codlea, aus dem Jahre 1783
- Dieses unter Benutzung der bereits vorhandenen Orgel gebaute Instrument hat 2000 Pfeifen, 2 Manuale, Pedal und 28 Register und ist eines der wertvollsten seiner Art in Siebenbürgen. In einer Chronik heißt es: „Den 15. Februar (1783) ward mit Herrn Prause, Orgelbauer aus Schlesien, eine neue Orgel in die hiesige Kirche um 1800 fl. reaccordiert. Um etwas Geld dazu aufzubringen, wurde in der 'Aue' wie auch auf den Breiten Dreisch (Drasch) einige Wiesen, bisheriges Weideland verkauft.“
- Orgel der Kirchenburg von Weidenbach, rumänisch Ghimbav, aus dem Jahre 1786
- Orgel der Kirchenburg von Honigberg, rumänisch Hărman,
- Manual. Honigberg liegt etwa 6 km von Kronstadt entfernt. Diese Orgel wurde 2006 renoviert.
- Orgel der Kirchenburg von Keisd, rumänisch Saschiz,
- Manual und Pedal .
- Orgel der Kirchenburg von Reichesdorf, rumänisch Richiș,
- Manual
- Orgel der Kirchenburg von Marienburg, rumänisch Feldioara,
- Manual und Pedal . Marienburg liegt etwa 20 km von Kronstadt entfernt. Diese Orgel wurde 2004 renoviert.
- Orgel der Kirchenburg von Bistritz, rumänisch Bistrița, aus dem Jahre 1795
- 2 Manuale und Pedal.
- Orgel der Kirche von Streitfort, rumänisch Mercheașa, aus dem Jahre 1787, jetzt in Wolkendorf bei Kronstadt
- Rettung der Streitforter Prause-Orgel für Wolkendorf (2002)
- Orgel der Kirche von Nußbach, rumänisch Măieruș
- Nussbach liegt etwa 30 km von Kronstadt entfernt.
- Nachdem die Kirchengemeinde Magarei in den 90er Jahren durch die massive Abwanderung der Siebenbürger Sachsen fast alle ihre Mitglieder verloren hatte, und die verlassene Kirche keinen ausreichenden Schutz mehr für das wertvolle barocke Instrument bot, wurde dieses 1995 aus seiner „Heimatkirche“ abgebaut und in der evangelischen Kirche in Bukarest wieder aufgestellt. Es ist heute die einzige historische Orgel der Hauptstadt. Ursprünglich als Positiv mit 8 Registern gebaut, war sie bereits 1833 um ein Pedal mit zwei Registern erweitert worden. Die durch Spenden aus dem In- und Ausland finanzierten Restaurierungsarbeiten (1997) führte der Orgelbauer Hermann Binder aus Sibiu (deutsch: Hermannstadt) durch.
Literatur
- Hermann Binder: Orgeln in Siebenbürgen. Ein Beitrag zur Siebenbürgischen Orgelgeschichte von den Anfängen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. ISBN 3-927293-20-2
Weblinks
- Rettung der Streitforter Prause-Orgel für Wolkendorf (2002) SbZ, Siebenbürgische Zeitung on-line
- Prause-Orgel der Kirchenburg von Zeiden
- Geschichte der Zeidner Prause-Orgel
- Vergessene Orte: Magarei/Pelisor zum Zustand der Heimatkirche der heute in Bukarest befindlichen Prause-Orgel
Kategorien:- Orgelbauer
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