Linum (Gattung)

Linum (Gattung)
Lein
Gemeiner Flachs oder Gemeiner Lein (Linum usitatissimum), Illustration

Gemeiner Flachs oder Gemeiner Lein
(Linum usitatissimum), Illustration

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Leingewächse (Linaceae)
Gattung: Lein
Wissenschaftlicher Name
Linum
L.

Lein (Linum) oder auch Flachs ist eine Gattung von Pflanzenarten aus der Familie der Leingewächse (Linaceae) mit rund 200 Arten [1].

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Es handelt sich um ein-, zwei- oder mehrjährige krautige Pflanzen, Halbsträucher oder Sträucher, einige von ihnen immergrün, mit aufrechten Stängeln. Sie haben ungestielte, ganzrandige Laubblätter, Nebenblätter fehlen meist.

Die kurzlebigen Blüten sind fünfzählig und radiärsymmetrisch, in der Regel frei, gelegentlich am Ansatz verwachsen und blühen blau, gelb, rot, rosa oder weiß. Die zehnfächrigen Kapselfrüchte enthalten je einen schwarzen oder braunen Samen in jedem Fach.

Verbreitung

Lein findet sich in den gemäßigten und subtropischen Regionen beider Hemisphären.

Verwendung

Siehe auch: Leinen (Faser), Leinenindustrie

Einige Arten (Gemeiner Lein, Ausdauernder Lein, Zweijähriger Lein) werden oder wurden zur Fasergewinnung genutzt. Die Geschichte seiner Verwendung reicht 6.000 bis 10.000 Jahre zurück, damit stellt die Gattung Lein einige der ältesten Kulturpflanzen. Neben der textilen Verwendung finden Leinarten auch Verwendung als technische Fasern, als Heilpflanzen (zum Beispiel Purgier-Lein), als Lebensmittel (Leinsamen) und zur Gewinnung des Leinöls mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten (zum Beispiel Ölfarbe).

Systematik

Ausdauernder Lein
Purgier-Lein
Gelber Lein
Linum campanulatum
Linum pubescens

Die Lein-Gattung ist die größte in der Familie der Leingewächse und wird dort in die Tribus Linoideae eingeordnet.

Die innere Systematik der Gattung ist nicht gefestigt, obwohl sie stets intensiv bearbeitet wurde. Insbesondere für die amerikanischen Arten war jahrzehntelang ein System aus Art-Komplexen und Gruppen in Gebrauch. Als Referenz für die gesamte Gattung dient daher noch immer H. Winklers Gliederung der Gattung in sechs Sektionen aus dem Jahre 1931, hier wiedergegeben in einer durch Axel Diederichsen und Ken Richards geringfügig aktualisierten Fassung. Die häufig in der Literatur angeführte Sektion Eulinum wird hier auf die beiden Sektionen Linum und Dasylinum aufgeteilt. [2] Die folgende Systematik ist auf Artebene nicht vollständig, sondern führt nur einige Beispielarten an.

  • Sektion Dasylinum (Wie Linum, Blätter oder Blütenstiele aber behaart. Stets ausdauernd.)
    • Zotten-Lein (Linum hirsutum).
    • Klebriger Lein (Linum viscosum).
    • Linum hypericifolium
    • Linum bungei
  • Sektion Linastrum (Wie Linum, Blüten aber klein und üblicherweise gelb)
    • Strand-Lein (Linum maritimum)
    • Schmalblättriger Lein (Linum tenuifolium)
    • Linum setaceum
    • Linum trigynum
    • Linum tenue
    • Linum corymbulosum
    • Linum chamissonis
    • Linum paposanum
    • Linum macraei
    • Linum volkensii
    • Linum keniense
    • Linum strictum
    • Linum carratracensis
    • Linum appressum
    • Linum suffruticosum
    • Linum salsoloides
  • Sektion Cathartolinum (Wie Linum, Narben aber am Ende verdickt)
    • Purgier-Lein (Linum catharticum)
    • Linum rigidum
    • Linum sulcatum
  • Sektion Syllinum (Wie Linum, aber Kronblätter als Knospe verwachsen, gelb oder weiß; Blätter am Ansatz mit Drüsen.)
    • Linum capitatum
    • Linum dolomiticum
    • Gelber Lein (Linum flavum)
    • Linum album
    • Linum arboreum
    • Linum campanulatum
    • Linum cariense
    • Linum elegans
    • Linum mucronatum
    • Linum nodiflorum
    • Linum pamphylicum
    • Linum persicum
    • Linum tauricum
    • Linum thracicum
    • Linum vuralianum

Weblinks

  • Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica, S. 649, Random House Australia 2003. Deutsche Ausgabe: Tandem Verlag GmbH 2003, ISBN 3-8331-1600-5.
  • Hans Simon, Leo Jelitto, Wilhelm Schacht: Die Freiland - Schmuckstauden. 5. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2002, ISBN 3800132656

Einzelnachweise

  1. Neil D. Westcott, Alister D. Muir: Chemical Studies on the constituents of Linum spp., in: Neil D. Westcott (Herausgeber), Alister D. Muir (Herausgeber): Flax; The Genus Linum, 2003, ISBN 0415308070, p.55
  2. Axel Diederichsen, Ken Richards: Cultivated flax and the genus Linum L. Taxonomy and germplasm conservation. In: Alister D. Muir, Neil D. Westcott: Flax: The genus Linum. CRC Press, Boca Raton, 2003, S. 22-54. ISBN 0415308070

Weblinks


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