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Martin McGuinness
James Martin Pacelli McGuinness (irisch: Máirtín Mag Aonghusa, * 23. Mai 1950 in Derry) ist ein nordirischer Politiker und Parlamentsmitglied für Mid Ulster. Er ist Mitglied in der irisch-republikanischen Partei Sinn Féin. Er ist der amtierende Deputy First Minister of Northern Ireland.
Inhaltsverzeichnis
Politische Biografie
Unterstützer der IRA
McGuinness trat im Alter von 20 Jahren um 1970 der Provisional IRA bei, nachdem der Nordirlandkonflikt ausgebrochen war. Nach dem Fund von 113 Kilogramm Sprengstoff und 5000 Schuss Munition in seinem Auto wurde er 1973 verhaftet und vom Special Criminal Court der Republik Irland dafür zu sechs Monaten Haft verurteilt. McGuinness weigerte sich allerdings, das Gericht anzuerkennen.
Nach seiner Freilassung und einer weiteren Verurteilung in der Republik Irland wegen der Mitgliedschaft in der IRA stieg sein Bekanntheitsgrad in der Sinn Féin-Partei. 1982 wurde er in die Northern Ireland Assembly gewählt, erhielt aber später ein Einreiseverbot für Großbritannien durch das „Prevention of Terrorism“-Gesetz.
Wirken im Friedensprozess und in der nordirischen Selbstverwaltung
McGuiness wurde später Chef-Unterhändler der Sinn Féin auf dem Weg zum Karfreitagsabkommen 1998. 1997 kam er für Mid Ulster ins britische Parlament und wurde nach dem Karfreitagsabkommen 1999 Mitglied des nordirischen Parlaments. 1999 bis 2002 war er nordirischer Minister für Bildung.
Er wurde 2001 für das Parlament in Westminster wiedergewählt, weigerte sich allerdings – wie alle anderen Sinn-Féin-Abgeordneten auch , diesen Sitz einzunehmen. Im November 2003 gab er zu, dass er 1972 stellvertretender Kommandant der Provisional IRA (PIRA) in Derry gewesen sei. Er weigerte sich allerdings, weitere Namen oder Informationen über andere PIRA-Mitglieder preiszugeben. 2005 behauptete die irische Regierung, dass McGuiness zusammen mit Gerry Adams und Martin Ferris Mitglied des IRA-Armee-Rates sei. McGuiness bestreitet dies aber mit der Aussage, er sei kein IRA-Mitglied mehr.
Nach langwierigen Verhandlungen bildete McGuiness am 8. Mai 2007 zusammen mit dem protestantischen Pfarrer Ian Paisley, dem seinerzeitigen Führer der Democratic Unionist Party (DUP), eine Allparteienregierung, der sie gemeinsam als Regierungschefs vorstanden, bis Paisley 2008 sein Amt abgab. Seither amtiert McGuiness an der Seite von Peter Robinson. Im Kabinett besetzt die DUP fünf Ministerposten, die Sinn Féin entsendet vier Minister, während die protestantische Partei Ulster Unionist Party zwei sowie die katholische Social Democratic and Labour Party einen Kabinettssitz aufzuweisen haben. Einig waren sich Paisley und McGuinness von Anfang an darin, den britischen Schatzkanzler zu drängen, die Körperschaftssteuer auf 12,5 Prozent abzusenken, um die Wirtschaft wie in der Republik Irland anzukurbeln.[1]
Präsidentschaftskandidatur
Im September 2011 gab McGuiness seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen in der Republik Irland bekannt.[2] Für die Zeit des Wahlkampfes wurde John O’Dowd, Mitglied der Northern Ireland Assembly für den Wahlkreis Upper Bann, als kommissarischer Stellvertreter im Amt des stellvertretenden ersten Ministers bestimmt. Er ist seit 20. September 2011 im Amt.[3]
Weblinks
Belege
- ↑ Spiegel Online: „Versöhnung voller Misstrauen“, 8. Mai 2007
- ↑ The Guardian: „Martin McGuinness to run for Irish presidency“, 16. September 2011
- ↑ John O'Dowd replacing McGuinness as deputy first minister BBC News, 19. September 2011
First Minister: David Trimble | Reg Empey (kommiss.) | David Trimble | Ian Paisley | Peter Robinson | Arlene Foster (kommiss.) | Peter Robinson
Deputy First Minister: Seamus Mallon | Marc Durkan | Martin McGuinness | John O’Dowd (kommiss.)
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