Mussenhausen

Mussenhausen

Mussenhausen ist ein Straßendorf in der Gemeinde Markt Rettenbach und katholischer Wallfahrtsort im oberschwäbischen Landkreis Unterallgäu.

Mussenhausen von oben

Der etwa 140 Einwohner zählende Ort liegt im Südwesten von Mindelheim am Auerbach in landwirtschaftlich geprägtem Gebiet. Er wird überragt von der Wallfahrtskirche Unserer lieben Frau vom Berge Karmel.

Geschichte der Wallfahrt

Die Wallfahrt geht zurück auf den Mussenhausener Söldner Philipp Schropp, der 1647 Mitglied einer Skapulierbruderschaft wurde. In einer schweren Krankheit hatte er eine Marienvision und erbaute nach der Genesung 1649 in seinem Obstgarten eine kleine hölzerne Kapelle. Dort stellte er ein Bild der „Muttergottes vom Berge Karmel“ auf, das sein Bruder Albrecht, Schuhmacher in Eutenhausen und ebenso Mitglied der Skapulierbruderschaft, gemalt hatte.

Schon vier Jahre später wurde die hölzerne Kapelle durch eine gemauerte Kirche ersetzt. Da immer mehr Pilger zu dem Gnadenbild kamen, nicht zuletzt durch die offizielle Einrichtung der Skapulierbruderschaft 1666 in Eutenhausen, wurde die Kirche 1668/69 und in späteren Jahren weiter vergrößert. In ihrer endgültigen Form wurde sie 1694 von dem Augsburger Weihbischof Johannes Eustache Egolf von Westernach konsekriert.

Im Jahr 1700 zog der erste Wallfahrtspriester in sein Kaplanhaus, das sogenannte „Klösterl“. 1858 übernahmen Kapuziner die Betreuung der Wallfahrt. 1988 gründete Andreas Hönisch hier eine neue Ordensgemeinschaft, die Servi Jesu et Mariae (SJM). 1996 musste die Gemeinschaft das Kloster Mussenhausen verlassen.

Mussenhausen heute

Besonders das Innere der Wallfahrtskirche ist sehenswert. Es wurde in zwei Abschnitten um 1755 und 1763 im Stil des Rokoko mit Stuck und Fresken ausgestattet. Die Deckenfresken malte Johann Baptist Enderle.

Der Schützenverein „Hubertus“ Mussenhausen wurde 1924 gegründet, die Musikkapelle Eutenhausen-Mussenhausen 1935.

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