Neuenburg NE

Neuenburg NE
Neuchâtel (Neuenburg)
Wappen von Neuchâtel (Neuenburg)
Basisdaten
Kanton: Neuenburg
Bezirk: Neuchâtel
BFS-Nr.: 6458Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 2000
UN/LOCODE: CH QNC
Koordinaten: (561352 / 204483)46.9902816.930567430Koordinaten: 46° 59′ 25″ N, 6° 55′ 50″ O; CH1903: (561352 / 204483)
Höhe: 430 m ü. M.
Fläche: 18,05 km²
Einwohner: 32'505
(31. Dezember 2008)[1]
Website: www.neuchatelville.ch
Karte
Karte von Neuchâtel (Neuenburg)

Neuchâtel oder Neuenburg (früher Neufchâtel) ist eine Stadt in der Schweiz, Hauptort des gleichnamigen Kantons und Hauptort des gleichnamigen Bezirks und eine politische Gemeinde in der französischsprachigen Westschweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Territorium der Stadt und Gemeinde Neuchâtel erstreckt sich über 1745 Hektar. 36 % davon sind bebaut. Neben der Stadt Neuchâtel gehören auch die ehemals autonomen Ortsteile Serrières und Chaumont zur Gemeinde Neuchâtel. Die unbebaute Fläche besteht hauptsächlich aus Wäldern und Wiesen. Seit 1512 gehört ausserdem die Domaine forestier des Joux nordwestlich von Les Ponts-de-Martel der Stadt Neuchâtel.

Südlich wird die Stadt vom Neuenburgersee begrenzt. Angrenzende Gemeinden sind Auvernier und Peseux im Westen, Valangin und Fenin-Vilars-Saules im Norden, Lignières, Saint-Blaise und Hauterive im Osten.

Stadtquartiere

Quartier Nr. BFS-Code
Draizes - Vauseyon 1 6458001
Serrières 2 6458002
Alpes 3 6458003
Trois-Portes 4 6458004
Nord 5 6458005
Centre 6 6458006
Beaux-Arts 7 6458007
Maladière - Mail 8 6458008
La Coudre 9 6458009
Monruz 10 6458010
Pierre-à-Bot - Acacias 11 6458011
Chaumont 12 6458012

Geschichte

Die erste schriftliche Nennung von Neuchâtel datiert aus dem Jahr 1011, als der Burgunderkönig Rudolph III. Novum Castellum (das neue Schloss) seiner Gattin Irmengarde zum Geschenk machte. Dieses «neue Schloss» befand sich vermutlich dort, wo heute das Gefängnis steht und war nicht viel mehr als eine kleine Garnison.

Die Stadt wuchs gemächlich. 1180 legten Ulrich II. von Neuenburg und seine Gattin den Grundstein für ein neues Schloss und die Eglise collégiale. Ulrichs Nachkommen gaben im Jahr 1214 den Neuenburgern den Status einer Freien Stadt. 1250 wurden die ersten Häuser auf der linken Seite des Flüsschens Seyon gebaut.

Das heute noch bestehende Quartier Neubourg und die Stadtmauer entstanden. 1349 wurde ein Drittel der Stadtbevölkerung von der Pest dahingerafft. 1530 brachte der von Bern geschickte Guillaume Farel die Reformation ins Gebiet Neuchâtel. Im Jahr 1579 trat der Fluss Seyon über die Ufer, zerstörte dabei alle Brücken der Stadt sowie das Rathaus und die darunter liegenden Stadtarchive.

Zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert wuchs die Stadt bis an die Ufer der Neuenburgersees und die Mündung des Seyons. Einige reiche Patrizier begannen, Häuser ausserhalb der alten Stadtmauer zu bauen. Es entstanden der Faubourg de l'Hôpital, der Faubourg du Lac, das Quartier du Lac und das erst später so genannte Quartier Universitaire. 1838 wird die Académie de Neuchâtel eröffnet, die 1910 zur Universität wird.

In den Jahren zwischen 1839 bis 1843 wurde der Fluss Seyon korrigiert, der die Stadt immer wieder überflutet hatte. Er wurde in Röhren umgeleitet und an der Stelle des alten Flussbettes entstand eine Geschäftsstrasse (die Rue du Seyon). Im 19. Jahrhundert wurde auch das Seeufer mehrmals umgebaut. Nach dem Bau der Eisenbahnlinie und des Bahnhofs (1859) an der Flanke des Chaumonts, wuchs die Stadt weiter in Richtung Norden. Am Seeufer wurde die Strassenbahnlinie nach Boudry eröffnet.

Von 1707 bis 1805, von 1815 bis 1848, und formal auch noch bis 1857 gehörte die Stadt dem König von Preussen. 1930 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde La Coudre in die Stadt Neuenburg eingemeindet.

Für die politische und allgemeine Entwicklung der Stadt, der Region und des Kantons, siehe den Abschnitt Geschichte im Artikel Kanton Neuenburg.

Sehenswürdigkeiten

Das Hôtel Du Peyrou mit seinem imposanten Garten

Die weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt sind das Schloss und die Kollegiatskirche (la Collégiale), in welcher sich auch der Cénotaphe (Grabmal der Grafen von Neuenburg) befindet. Das Schloss beherbergt heute einen Teil der kantonalen Verwaltung. Zu den Sehenswürdigkeiten von Neuenburg zählen auch die Tour des Prisons, das Maison des Halles und das Hôtel DuPeyrou. Bei Neuchâtel befindet sich auch der Aussichtsturm Chaumont.

Kultur und Freizeit

Das Kunstmuseum Neuenburg

Neuenburg verfügt über ein verhältnismässig grosses kulturelles Angebot.

Erwähnenswert sind das international bekannte Musée d'Ethnographie (Ethnographie-Museum) sowie das Musée d'Art et d'Histoire, in welchem die drei weltberühmten Automaten der Brüder Jacquet-Droz ausgestellt sind.

In Neuenburg finden alljährlich mehrere Festivals statt. Am bekanntesten ist die Fête des Vendanges (Winzerfest), die jeweils über 100'000 Besucher anzieht. Erwähnenswert sind auch das Strassenmusik-Festival und das NIFFF (Neuchâtel International Fantastic Film Festival).

Im Centre Dürrenmatt werden Gemälde und Zeichnungen des Schweizer Schriftstellers und Dramatikers Friedrich Dürrenmatt ausgestellt. Friedrich Dürrenmatt bezog im Jahr 1952 sein Haus oberhalb des Stadt, wo er bis zu seinem Tod am 14. Dezember 1990 lebte und arbeitete. In einigen seiner Werke hatte er dieses Leben knapp an der schweizerischen "Sprachgrenze" sogar thematisiert - insbesondere die Tatsache, dass er ab 1952 im französisch-sprachigen Teil lebte, aber auf Deutsch schrieb. Nach seinem Ableben wurde sein vormaliges Haus baulich adaptiert und erweitert, sodass darin ein Museum eingerichtet werden konnte, das im September 2000 offiziell eröffnet wurde. Dieses Museum - das "Centre Dürrenmatt" - widmet sich auf mehreren Etagen seinem literarischen, malerischen sowie auch seinem sonstigen künstlerischen Schaffen. Es bietet neben zahlreichen interessanten Exponaten (u. a. handschriftliche Skizzen zu seinen Stücken sowie viele seiner Bilder) und regelmässigen Veranstaltungen auch einen guten Blick über den Neuenburgersee.

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. République et canton de Neuchâtel - Recensement annuel de la population – Population résidante par district et par commune

Literatur

  • Neuchâtel, l'heure de vivre. Ed. G. Attinger, Neuchâtel, 1992.
  • Oswald, Franz et al.: Helvéti-Cité: Das Projekt „Netzstadt Drei-Seen-Land“. Fallstudie zur urbanen Gestaltung des Territoriums, Zürich 2004 (Stadtplanung, gemeinsames Projekt der Städte Biel, Murten, Neuenburg und Yverdon-les-Bains zur Nachbereitung der Expo.02)

Galerie

Weblinks


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