Pilotton

Pilotton

Ein Pilotton ist in der Telekommunikation ein Signal (in der Regel eine einzelne Frequenz), das außerhalb und unabhängig vom eigentlichen Nutzsignal über einen Kommunikationskanal übertragen wird. Es dient Kontroll-, Steuerungs-, Referenz- oder Überwachungszwecken.

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Stereo-Radio

Frequenzspektrum einer UKW-Radiosendung mit ausgeprägter 19 kHz-Linie

Bei UKW-Stereo-Radiosendungen wird ein 19-kHz-Pilotton mitgesendet, um anzuzeigen, dass ein Stereosignal vorliegt. Dieser Pilotton wird verwendet, um den zum Demodulieren der Stereoinformation nötigen Unterträger bei 38 kHz (2·19 kHz) durch Frequenzverdopplung zu erhalten, der nicht mitgesendet wird. Die Stereo-Information selbst wird im Bereich 23-53 kHz gesendet. (siehe FM-Stereo)

Der Pilotton selbst trägt keine Information (außer dem Vorhandensein des Stereosignals sowie der für die Demodulation wichtigen Phasenlage des Trägers), allerdings kann ein Pilotton auch für die Übertragung schmalbandiger Daten verwendet werden, z. B. indem er schwach amplitudenmoduliert wird.

Sofern der Empfänger selbst diesen Pilotton nicht entfernt, bieten manche Kassettenrekorder einen Schalter, der einen sog. MPX-Filter zuzuschalten erlaubt, welcher diesen Pilotton wegfiltert.

Tonfilm

Beim Tonfilm dient ein von einem in der Filmkamera eingebauten oder an diese angeflanschten Generator gelieferter Pilotton der Synchronisation zwischen separaten Bildaufnahmen und Tonaufnahmen. Alternativ kann auch ein von einem Quarz-Pilottongeber gelieferter Pilotton verwendet werden, sofern die Kamera ebenfalls quarzgesteuert ist. Hierbei entfällt das Synchronkabel zwischen Filmkamera und Tonbandgerät.

Analoge Tonbandgeräte wie Nagra oder Stellavox arbeiten noch heute mit dem Pilotton-Verfahren.

Bei analoger Tonaufnahme wird das Bandmaterial zwar mit einer festen Bandgeschwindigkeit transportiert, aber das Bandmaterial selbst kann sich geringfügig dehnen oder verkürzen.

Um aber eine absolute Präzision für die Wiedergabe mit exakt der gleichen Geschwindigkeit wie bei der Aufnahme zu ermöglichen, wird im Tonbandgerät eine Pilotfrequenz von exakt 50 Hz erzeugt. Dieser 50-Hz-Ton wird gemeinsam mit der Tonaufnahme aufgezeichnet. Diese Frequenz ist eine Art elektronische Perforation, über die mithilfe einer Regelung die Wiedergabe unabhängig vom Bandschlupf (Dehnung/Schrumpfung) möglich wird.

Beim klassischen Pilottonverfahren dagegen wird das auf einer separaten Spur aufgezeichnete 50-Hz-Signal mit Hilfe eines Pilottonverstärkers so weit verstärkt, dass damit der Synchronmotor eines Perfoläufers angetrieben werden kann. Dieser dient zum Überspielen der originalen Tonaufzeichnung vom "Senkel" (1/4"-Tonband) auf Perfoband / Magnetfilm. Bei diesem Verfahren ist die Synchronisation zwischen der Filmaufnahme und der Tonaufzeichnung ohne jede Regelung automatisch gewährleistet. Der bespielte Magnetfilm kann anschließend an einem Filmschneidetisch synchron zum Bild angelegt und bearbeitet werden.

Drahtlose Mikrofone

Drahtlose Mikrofone übermitteln mit einem Pilotton (schaltbare Pilotton-Überwachung) u.a. folgende Informationen an den Empfänger:

  • Batterie-Statuskontrolle,
  • MUTE-Schalter-Status des Senders,
  • Tone Code Squelch.

Diese mittels Pilotton übermittelten Daten werden im Pilotton-Decoder des Empfängers ausgewertet und am Display des Empfängers angezeigt.

Babyphone

Babyphone haben einen Pilotton zur Vermeidung von Störungen durch andere funkbetriebene Geräte.

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