Schwarzlose-Maschinengewehr

Schwarzlose-Maschinengewehr
Maschinengewehr Schwarzlose
Allgemeine Information
Einsatzland: Österreich-Ungarn und dessen Nachfolgestaaten, Niederlande, Italien, Griechenland, Schweden, Polen, Rumänien, Bulgarien
Entwickler:/Hersteller: Andreas Wilhelm Schwarzlose,
Österreichische Waffenfabriks- gesellschaft in Steyr
Herstellerland: Österreich
Produktionszeit: 1905 bis 1919
Modellversionen: M05, M07, M07/12
Waffenkategorie: Maschinengewehr
Maße
Gesamtlänge: 1067 mm
Gewicht:
(mit leerem Magazin):
20 kg
Gewicht:
(mit maximaler Ausrüstung):
mit Dreibeinlafette ca 39 kg
Lauflänge:

526 mm

Technische Daten
Kaliber:

8 × 50 mm R (A),
7,92 × 57 mm (D/CZ),
6,5 × 54 mm R (NL)

Munitionszufuhr: Textil-Munitionsgurte
Maximale Schussweite: 4000 m
Kadenz: 500 Schuss/min
Mündungsgeschwindigkeit
Projektil (V0):
610 m/s
Anzahl Züge: 4
Drall: rechts
Visier: Schiebevisier bis 2800 m
Verschluss: Masseverschluss
Ladeprinzip: Rückstoßlader
Liste der Handfeuerwaffen

Das Maschinengewehr Schwarzlose war das Standardmaschinengewehr der Infanterie in der K.u.k. Armee Österreich-Ungarns vor und im Ersten Weltkrieg. Die offizielle militärische Bezeichnung lautete: Maschinengewehr 07/12. Konstrukteur war Andreas Schwarzlose aus Deutschland.

Technik

Schwarzlose MG 07/12

Es handelte sich hierbei um eines der wenigen bewährten Maschinengewehre mit einem verzögerten Massenträgheitsverschluss. Die Funktion beruhte auf Eigenantrieb durch direkten Gasdruck (Rückstoßlader); die Verzögerung des Verschlussteils erfolgte durch seine träge Masse und eine große Spiralfeder. Durch die Stärke der Schließfeder und durch einen relativ kurzen Lauf war es möglich, dass der Verschluss solange verharrte, bis das Geschoss den Lauf nahezu verlassen hatte und die Patronenhülse dem Druck der Pulvergase noch standhalten konnte. Zur Dämpfung des starken Mündungsfeuers hatte die Waffe einen auffallend großen Trichter am Laufende. Um einen reibungslosen Einsatz zu gewährleisten, war es deshalb notwendig, gefettete Patronen zu verwenden. Dazu wurde eigens ein Ölbehältnis eingebaut, von dem aus die Patronen einzeln geschmiert wurden. Beim sehr abrupten Ausziehen der Hülsen aus dem Lager wurden Klemmer und Risse so weitgehend verhindert. Die Gurtzuführung erfolgte von rechts, es war nur Dauerfeuer möglich. Um den Lauf befand sich ein Laufmantel, der zur Kühlung mit bis zu drei Liter Wasser gefüllt wurde.

Einsatz

Österreichisches MG-Nest im Hochgebirge

In seiner ursprünglichen Version wurde ein Kupfermantel-Weichbleigeschoss im Kaliber 8 × 50 mm Mannlicher mit abgerundeter Spitze verschossen. Für den Export und den Einsatz in den Nachfolge-Streitkräften der K.u.k. Armee wurde das MG auch auf andere Munition umgerüstet. Da das Schwarzlose-MG nur zehn funktionelle Teile hatte, war es sehr zuverlässig und wurde als Beutegut von den russischen und italienischen Truppen noch weiter benutzt. Die Waffe wurde noch im Zweiten Weltkrieg von verschiedenen Armeen verwendet. In Deutschland kamen Reservebestände noch gegen Kriegsende im Volkssturm zu Einsatz.

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