St. Albanbrücke

St. Albanbrücke

Die St. Albanbrücke war ein Rheinübergang in der Schweizer Stadt Basel, war von 1955 bis 1973 in Betrieb und musste der zehnspurigen Schwarzwaldbrücke weichen.

Vorgeschichte

Als am Anfang des 20. Jahrhunderts, im Jahr 1901, ein Baulinienplan für die Erweiterung der Quartiere Wettstein, St. Alban und Breite festgelegt wurde, war darin auch eine 120 Meter unterhalb der Verbindungsbahnbrücke liegende Strassenbrücke eingezeichnet. Dieser Übergang wurde aber auf Eis gelegt und erst nach dem Ersten Weltkrieg begann die Bevölkerung, diese Brücke zu fordern. 1926 wurde ein Kredit für eine Vorstudie eines weiteren Rheinüberganges gesprochen und am 7. August desselben Jahres forderte ein Volksbegehren die baldige Erstellung einer „Hallwilerbrücke“. Der Erstellung der Dreirosenbrücke wurde aber der Vorrang zugesprochen, zumal abgeklärt werden sollte, ob eine neue Brücke, eine Hallwiler- bzw. Breitebrücke nicht als eine doppelstöckige Kombination mit der umzubauenden Eisenbahnbrücke erstellt werden sollte. Da die nötige Verbreiterung der Wettsteinbrücke auch noch anstand, wurde der Bau der Brücke weiter verschoben. Die Brücke wurde aber immer dringender, da mit dieser der Durchgangsverkehr Rhein-Wiesental und der Schwerverkehr Rheinhafen-Innerschweiz kanalisiert werden sollte. Im Juni 1949 legte der Grosse Rat von Basel einen Ratschlag für den Bau einer der Bedürfnisse der Rheinschifffahrt Rechnung tragenden Hängebrücke mit einer Spannweite von 220 Meter vor. Doch auch diesem Projekt war kein günstiges Schicksal beschieden und die eingesetzte Kommission legte nach einem über dreijährigen Studium den Bau einer Spannbetonbrücke mit einer Mittelöffnung von 135 Meter vor. Da Erfahrungen mit Spannbeton noch weitgehend fehlten, entschied sich die Regierung, eine Leichtstahlbalken-Brücke über den Rhein zu bauen und am 10. Mai 1953 stimmte das Volk dem Bau einer St. Albanbrücke zu.

Brücke

Im Juli 1953 begannen bereits die Bauarbeiten. Die Firma Buss AG, das Ingenieurbureau A. Aegerter, die Dr. O. Bosshardt AG und die Tiefbaufirma Ed. Züblin & Cie. AG bauten eine 250 m lange Stahlbalkenbrücke mit einer sogenannten orthotropen Fahrbahnplatte, zwei Pfeilern und drei Feldern mit Spannweiten von 57,5 m, 135,0 m und 57,5 m. Bei einer maximalen Bauhöhe von 5,6 Meter über den Pfeilern und 2,75 Meter im Hauptfeld wies das Bauwerk eine Breite von 22 Meter auf, bestand aus vier Spuren à 3 m, zwei mit diesen auf gleicher Höhe liegenden Velowegen von je 2 m Breite und zwei Gehwegen von je 3 m Breite. Die Brücke wurde an Stelle der üblichen Nietung elektrisch verschweisst und die Fahrbahn wies im Scheitel eine Überhöhung von 1,30 m gegenüber den Widerlagern auf. Nach einer Bauzeit von nur 21½ Monaten rollte am 2. April 1955 erstmals der Verkehr über die elegante Brücke, deren leichte Bauweise ihr rasch den Übernamen „Zitterbrücke“ eintrug. Am 18. und 19. Juni 1955 fand zur Einweihung der Brücke ein Volksfest statt.

Abbruch

Schon bald zeigte sich, dass die Brücke im Zusammenhang mit der geplanten Verbindung der Autobahnen A2, A3 und der deutschen A5 zu klein war und durch eine breitere Autobahnbrücke ersetzt werden musste. In der Lücke zwischen der Verbindungsbahnbrücke und der St. Albanbrücke wurde darauf die zehnspurige Autobahnbrücke, die Schwarzwaldbrücke, erstellt. 1973 wurde dann die St. Albanbrücke abgebrochen und an der Stelle des Nordkopfes der Brücke befindet sich heute das Museum Tinguely.


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