- Bahnstrecke Dachau–Altomünster
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Dachau–Altomünster Kursbuchstrecke (DB): 999.30 Streckennummer: 5502 Streckenlänge: 29,9 km Spurweite: 1435 mm (Normalspur) Legendevon München 0,0 Dachau nach Ingolstadt Amper ? von Papierfabrik 1,4 Dachau Stadt 6,4 Bachern 8,3 vom Umspannwerk Oberbachern 9,1 Schwabhausen (b Dachau) 496 m 12,2 Niederroth 16,3 Markt Indersdorf 470 m 19,1 Arnbach 22,5 Erdweg 475 m 25,7 Kleinberghofen 29,9 Altomünster 494 m Die Bahnstrecke Dachau–Altomünster, auch Bummerl, Bockerl oder Ludwig-Thoma-Bahn genannt, ist eine Eisenbahnstrecke der S-Bahn München. Die innerhalb des Münchner Verkehr- und Tarifverbundes (MVV) als Linie A bezeichnete Bahn verbindet die Stadt Dachau unter anderem mit den Gemeinden Markt Indersdorf und Altomünster in Bayern.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Zu Beginn der 1900er-Jahre beschloss man den Bau einer Eisenbahntrasse abgehend von der Strecke München–Ingolstadt zur Erschließung des Dachauer Hinterlandes. Für die Streckenlegung gab es zwei Vorschläge: Anbindung von Altomünster über Schwabhausen-Erdweg ab dem Bahnhof Dachau oder Anbindung von Markt Indersdorf abgehend ab Hebertshausen.
Die jeweiligen Gemeinden konnten sich nicht auf die eine oder andere Trassenführung einigen was zu einem Kompromiss führte. Dieser Kompromiss spiegelt sich im heutigen Verlauf der Trasse wider. Erst fährt man nach Westen bis Schwabhausen, weiter nach Norden bis Indersdorf, anschließend fährt man im Glonntal wieder in Richtung Südwesten bis Erdweg. Von dort aus führt die Strecke wieder nach Nordwesten bis Altomünster. So kommt man für knapp 20 Kilometer Luftlinie zwischen Dachau und Altomünster auf fast 30 Streckenkilometer.
Am 18. Dezember 1913 wurde die Linie als „Dachauer Lokalbahn“ in Betrieb genommen.
Zur Zeit der Münchner Räterepublik war die Lokalbahn ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für die Revolutionsregierung. Das in der Papierfabrik in Dachau gedruckte Geld konnte ohne große Umwege direkt nach München transportiert werden.
Obwohl die gesamte Strecke bereits seit Einführung des MVV-Verbundtarifs in diesen integriert war, wurde sie dennoch weiter mit Nahverkehrszügen bedient. Zum Einsatz kamen n-Wagen-Wendezüge, die mit Lokomotiven der Baureihe 211, später 212 bespannt waren. Erst 1995 erfolgte die Eingliederung der weiterhin nicht elektrifizierten Bahn als Linie A in die S-Bahn München.
Betrieb
Von Dachau nach Altomünster verkehrt die Linie A stündlich. Von Altomünster ab kann man im Berufsverkehr diese Linie bis zum Münchner Hauptbahnhof nutzen. Die Strecke wird von Dieseltriebwagen der Baureihe 628 bedient.
Im Fahrplan 2010/11 beträgt die Fahrzeit für die 29,9 Streckenkilometer von Dachau nach Altomünster 41 Minuten, was einer Reisegeschwindigkeit von knapp 44 km/h entspricht.
Zukunft
Die S-Bahnstrecke soll elektrifiziert und zwischen Bachern und Schwabhausen und bei Erdweg zweigleisig ausgebaut werden. Der bisherige Kreuzungsbahnhof Markt Indersdorf soll eingleisig zurückgebaut werden. Damit wäre ein 30-Minuten-Takt möglich.[1] Der Ausbau wurde allerdings wiederholt verschoben.[2] Die geschätzten Kosten lagen 2005 bei 32 Millionen Euro.[3] Ende Juni 2006 wuerde die Planungsvereinbarung für die Elektrifizierung unterzeichnet.[4]
Es existiert außerdem das Anliegen, die Bahnstrecke bis Aichach zu verlängern um somit an die Paartalbahn anzuschließen.[5]
Einzelnachweise
- ↑ Planung: Ausbau Linie A auf der Webpräsenz des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV)
- ↑ Ausbau der Lokalbahnlinie Dachau-Altomünster verzögert sich weiter. In: Münchner Merkur (Onlineausgabe), 24. September 2010.
- ↑ Bayern kämpft um Bundesmittel für Ausbauten im Schiennetz. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2005, ISSN 1421-2811, S. 242 f.
- ↑ Meldung S-Bahn München wird ausgebaut. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 8–9/2006, ISSN 1421-2811, S. 378.
- ↑ Plan der Verlängerung bei paartalbahn.com
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