Wilhelm II. (Lüneburg)

Wilhelm II. (Lüneburg)

Wilhelm II., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (* um 1300; † 23. November 1369) war von 1330 bis 1369 Fürst von Lüneburg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Wilhelm wurde um das Jahr 1300 als viertes Kind von Otto dem Strengen und seiner Gemahlin Mathilde von Bayern geboren.
Dem Wunsch des Vaters nicht befolgend, der eine Teilung des Landes nach seinem Tode gewünscht hatte, übernahm Wilhelm nach dessen Tod im Jahre 1330 gemeinsam mit seinem Bruder Otto III. die Regierung. Schwerpunkt ihrer Herrschaft in den ersten Jahren war die territoriale Konsolidierung des Fürstentums. So gelang es ihnen durch den Erwerb des Dorfes Fallersleben, der Grafschaft Papenheim und Wettmarshagen ihren Besitz im Raum Gifhorn deutlich zu erhöhen. Ein weiterer Schwerpunkt war die politische Unterstützung der wirtschaftlich aufstrebenden Städte. So profitierte insbesondere der Lüneburger Handel von der Schiffbarmachung der Ilmenau zwischen Lüneburg und Uelzen sowie von Wirtschaftsverträgen zwischen den Lüneburger Fürsten und den Herzögen von Sachsen-Lauenburg.

Nach dem Tod seines Bruders Otto III. richtete sich Wilhelms Aufmerksamkeit zunehmend auf die Erbfolge im Lüneburger Land. Da der Sohn seines Bruder bereits als Kind gestorben, und er lediglich nicht erbberechtigte Töchter hatte, erkor er seinen Enkel, Albrecht von Sachsen-Wittenberg, den Sohn seiner Tochter Elisabeth, zu seinem Nachfolger. Zwar ersuchte er bereits Kaiser Karl IV. um eine Eventualbelehnung seines Enkels, nahm in den folgenden Jahren jedoch wieder Abstand, da er den Einfluss der Onkel Albrechts, Wenzel und Rudolf fürchtete. Ein weiterer Grund ist in dem Braunschweig-Lüneburgischem Investiturvertrag von 1235 sowie den von Wilhelms Vater mit der braunschweiger Linie des Welfenhauses abgeschlossenen Erbschaftsverträgen, nachdem das Fürstentum, solange es männliche Erben im Gesamthaus gibt, an diese vererbt werden muss, zu finden. Um seinen Wunsch einem Nachkommen von ihm die Erbschaft zu ermöglichen zu erreichen, verheiratete er seine jüngere Tochter Mathilde mit Ludwig von Braunschweig-Lüneburg. Da dieser zudem Erbe des braunschweigischen Landes war, wären hiermit die geteilten Besitztümer des Herzoghauses wieder in einer Hand vereinigt worden. Unbeachtet dessen hatte Kaiser Karl IV. zwischenzeitlich die Eventualbelhnung Albrechts von Sachsen-Wittenberg und seiner beiden Onkel vollzogen und legte damit den Grundstein für den nach Wilhelms Tod beginnenden Lüneburger Erbfolgekrieg. Weitere Probleme waren durch Wilhelms Nichte Mathilde, der Tochter seines Bruders Otto III., dazugekommen. Ihr Ehemann Otto von Waldeck machte ebenfalls Ansprüche geltend. Vom kaiserlichen Hofgericht wurden diesem 100000 Mark, dies entsprach in etwa der Hälfte der Fürstentums, zugesprochen. Als Reaktion auf die Weigerung Wilhelms dies zu bezahlen, wurde zuerst die Reichsacht und, nach einem weiteren vergeblichen Vermittlungsversuch, die Aberacht über ihn vom Kaiser ausgesprochen und der Bischof von Minden mit dem Vollzug derselbigen beauftragt worden. Ob es dazu jedoch kam ist nicht bekannt. Seinen Tod vor Augen übergab er schließlich Magnus von Braunschweig-Lüneburg, der nach dem Tod seines Bruders Ludwig als Erbe bestimmt worden war, die Regierung im Fürstentum, ehe er am 23. November 1369 in Lüneburg verstarb.

Nachkommen

Wilhelm hatte aus den ersten beiden seiner 4 Ehen jeweils eine Tochter.
Aus seiner 1. Ehe mit Hedwig von Ravensberg († nach 1387):

  1. Elisabeth († 1384) ∞ Otto von Sachsen-Wittenberg († 30. März 1350)
∞ (ca. 1354) Nikolaus Graf von Holstein (* 1321; † 1397), Sohn von Gerhard III. (Holstein-Rendsburg)

Aus seiner 2. Ehe mit Marie:

  1. Mathilde ∞ Ludwig von Braunschweig-Lüneburg († 1367)

Siehe auch

Weblinks



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