- Deutscher Verlag der Wissenschaften
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Der Deutsche Verlag der Wissenschaften (DVW) war ein Fachbuchverlag in der DDR.
Der DVW wurde am 1. Januar 1954 als Nachfolger der Hauptabteilung Hochschulliteratur des Verlages Volk und Wissen als Volkseigener Betrieb mit Sitz in Berlin gegründet. In den ersten zehn Jahren wurden vor allem mathematische und naturwissenschaftliche Hochschullehrbücher verlegt, es wurden 780 Neuerscheinungen mit etwa 3,7 Millionen Exemplaren herausgegeben. 1964 übernahm der Verlag Teile des Programms des Verlages Rütten & Loening und verlegte Hochschullehrbücher zu Themen der Philosophie und der Soziologie.
Obwohl über ein Drittel der Produktion in das westliche Ausland geliefert wurde, arbeitete der Verlag wegen der staatlich festgelegten Buchpreise mit Verlust. So wurde 1988 bei einem Umsatz von 8,4 Millionen Mark der DDR ein Verlust von 1,3 Millionen Mark ausgewiesen.
Am 30. Juni 1990 wurde der Verlag in eine GmbH umgewandelt und ein Sparprogramm umgesetzt. Im Oktober 1991 wurde der Verlag an die Verlagsgruppe Hüthig Heidelberg verkauft, wobei einige Teile des gesellschaftswissenschaftlichen Programms an andere Verlage übergeben wurden. Im Februar 1992 wurde die Verlagstätigkeit eingestellt. Die GmbH ging in Liquidation und erlosch 1995.
Das Verlagsarchiv wurde in ein Depot der DV-Informationssysteme und Service GmbH und ins Bundesarchiv Berlin überführt, die Unterlagen zur naturwissenschaftlichen Produktion verblieben bei der Verlagsgruppe Hüthig.
Literatur
- Christoph Links: Das Schicksal der DDR-Verlage. Die Privatisierung und ihre Konsequenzen. Links, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-523-2, S. 56f. (Google-Books)
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