Französisch-Italienisches Abkommen

Französisch-Italienisches Abkommen

Das Französisch-Italienische Abkommen (Laval-Mussolini-Pakt) wurde am 7. Januar 1935 in Rom vom französischen Außenminister Pierre Laval und dem italienischen Regierungschef Benito Mussolini unterzeichnet. Es bestand aus mehreren zum Teil geheimen Protokollen, die zahlreiche Bereiche der gegenseitigen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen betrafen. Seine Bedeutung bestand einerseits in der Eröffnung der Möglichkeit einer französisch-italienischen Allianz zur Eindämmung deutscher Expansionsbestrebungen im Gefolge der deutsch-italienischen Entfremdung nach dem Dollfuß-Putsch und der Konkurrenzbeziehung zwischen Mussolini und Hitler. Andererseits diente es der Vorbereitung des italienischen Krieges gegen Äthiopien. Hierzu verzichtete Italien auf Ansprüche in Tunesien, während Frankreich Italien u.a. durch Zugeständnisse in Französisch-Somaliland passive Hilfestellung zur italienischen Kolonialisierung Äthiopiens leistete.

Während Italiens Armee kurz darauf tatsächlich Äthiopien angriff, blieb das Abkommen in Bezug auf die geplante Eindämmung Deutschlands folgenlos, da die Regierung Großbritanniens sich nicht mit Frankreich gegen Deutschland verbündete (siehe Deutsch-britisches Flottenabkommen) und Mussolini 1936 ein Bündnis mit Deutschland einging (siehe Achse Berlin-Rom).

Siehe auch

Literatur

  • G. Bruce Strang: Imperial Dreams: The Mussolini-Laval Accords of January 1935. In: The Historical Journal 44, September 2001, 3, ISSN 0018-246X, S. 799–809.
  • D. C. Watt: The secret Laval-Mussolini agreement of 1935 on Ethiopia. In: Middle East Journal 15, 1961, ISSN 0026-3141, S. 69–78.

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