Ludwig Kofler

Ludwig Kofler

Ludwig Kofler (* 30. November 1891 in Dornbirn; † 23. August 1951 in Innsbruck) war ein österreichischer Pharmakologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kofler war Professor am pharmakognostischen Institut der Universität Innsbruck und von 1925 bis 1945 dessen Vorstand. Er war Sohn des Apothekers Karl Kofler. Seine Ausbildung absolvierte er in Wien, wo er zum Doktor der Philosophie (Hauptfach Botanik) promovierte und das Magisterdiplom der Pharmazie erhielt. Nach dem Kriegsdienst kehrte er nach Wien zurück und promovierte auch im Fach Medizin. Danach übernahm er die neugeschaffene Lehrkanzel für Pharmakognosie in Innsbruck. Nach dem 2. Weltkrieg musste er 1945 aus politischen Gründen die Lehrtätigkeit beenden.

Ludwig Kofler (1891-1951)

Auszeichnungen

Kofler-Heiztischmikroskop

Das Kofler-Heiztischmikroskop ist eine Weiterentwicklung des von Otto Lehmann eingeführten Kristallisationsmikroskops. Es besteht aus einer elektrisch heizbaren Metallplatte (typischer Temperaturbereich 50–350 °C). In der Mitte befindet sich eine Öffnung von 1,5 cm, um das Licht des Mikroskops durchzulassen. Diese Metallplatte wird auf dem Objekttisch des Mikroskops befestigt und seitlich mit einem 6 mm hohen Metallring gegen die Umgebungsluft geschützt. Die Temperaturablesung erfolgt mit einem Thermometer oder Thermoelement.

Das Heiztischmikroskop eignet sich zur Schmelzpunktbestimmung minimaler Substanzmegen. Nach Kofler lässt sich das Mikroskop auch zur Sublimation von organischen Stoffen verwenden. Eine andere Anwendung ist die Untersuchung der Fest-fest-Phasenumwandlung polymorpher Stoffe. Unter dem Mikroskop lässt sich temperaturabhängig die Veränderung der äußeren Kristallform (Kristallhabitus), der Farbe oder der Doppelbrechung im polarisierten Licht beobachten. Werden auf dem Heiztisch zwei Substanzen nebeneinander erhitzt, so lässt sich im Kontaktbereich das Verhalten des binären Systems studieren (Kontaktmethode).

Datei:Koflerbank.jpg
Koflerbank mit Proben zum kalibrien

Kofler-Heizbank

Die Kofler-Heizbank besteht aus einer länglichen Metallplatte, auf der ein Temperaturgradient angelegt ist.[1] Zur Kalibrierung werden Linien von reinen Substanzen aufgetragen, deren Schmelzpunkt genau bekannt ist. Aus den beobachteten Schmelzpunken dieser Stoffe lässt sich dann eine Temperaturskala der Metallplatte erstellen. Wenn diese Skala ermittelt ist, kann die Heizbank zur Untersuchung des Verhaltens (Schmelzpunkt, Sublimation, Polymorphie usw.) neuer Substanzen eingesetzt werden.

Publikationen

  • mit Adolf Mayrhofer: Hausapotheke und Rezeptur. J. Springer, Wien 1929.
  • mit Adelheid Kofler, Adolf Mayrhofer: Mikroskopische Methoden in der Mikrochemie, Verlag Emil Haim, Wien Leipzig 1935.
  • mit Adelheid Kofler: Mikro-Methoden zur Kennzeichnung organischer Stoffe und Stoffgemische. Verlag Chemie, Berlin 1945.
  • mit Adelheid Kofler, Maria Kuhnert-Brandstätter Thermo-Mikro-Methoden zur Kennzeichnung organischer Stoffe und Stoffgemische. 3. verm. Auflage, Verlag Chemie, 1954.

Literatur

  • D.C. Lee, M. Webb: Pharmaceutical Analysis, Blackwell Publishing (2003), pp. 275-276.
  • Maria Brandstätter: Microchimica Acta (1951) 38, 295-308.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Walter Wittenberger: Chemische Laboratoriumstechnik, Springer-Verlag, Wien, New York, 7. Auflage, 1973, S. 221−222, ISBN 3-211-81116-8.

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