Kessel & Röhl

Kessel & Röhl

Kessel & Röhl war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts tätiges, überregional renommiertes Steinmetzunternehmen. Die Aktiengesellschaft spezialisierte sich auf Granitschleiferei. Betriebsstätten befanden sich in Berlin (Firmensitz), Wolgast und Skandinavien (vor allem in Schweden, aber auch in Norwegen).

Gründer und Inhaber war Adolf Kessel. Besonders bekannt wurde es für die Lieferung und steinmetzmäßige Bearbeitung zahlreicher Sockel von Standbild-Denkmälern (Reiterstandbilder, Kriegerdenkmale) im Deutschen Kaiserreich und darüber hinaus. Nachdem der Norddeutsche Bund mit seinen süddeutschen Verbündeten 1870/71 den deutsch-französischen Krieg gewonnen hatte, stieg seinerzeit die Nachfrage nach Stein für den Bau von Siegesdenkmalen, die vorwiegend in norddeutschen Städten errichtet wurden.

Häufig fand dabei Granit Verwendung, der aus unternehmenseigenen Steinbrüchen in Schweden und Norwegen stammte. Kessel & Röhl war damals eines der bedeutendsten Unternehmen der schwedischen Steinindustrie. Disponent (Geschäftsführer) des Unternehmens in Schweden war Carl Schylander. Zunächst (ab 1870[1]) wurde der Stein aus der Gegend von Blekinge geholt. Später kam roter Bohusgranit aus dem Bohuslän (Südwestschweden) und grobkörniger Granit aus dem Stångehuvud bei Lysekil (Südwestschweden; dort errichtete das Unternehmen eine Steinschleiferei). Einen weiteren großen Standort hatte das Unternehmen um Oskarshamn (Vånevik, Uthammar). In Vånevik ließ Kessel & Röhl 1877 als Niederlassung der Firma und zugleich Privatwohnung Schylanders eine Villa aus dem örtlichen rötlichen Granit bauen.[2].

Durch die Errichtung hohe Einfuhrzölle auf verarbeiteten Stein sank jedoch die Rentabilität des Geschäftes, sodass 1904 die Steinbrüche- und Schleiferei am Stångholmesund an das Unternehmen Hebbel & Co. verkauft wurden.[3]

Werkbeispiele

Auch Denkmale in Köln, Dresden, Jena und Darmstadt wurden auf Sockeln von Kessel & Röhl errichtet.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. [1]
  2. Uthammars Historia: Stenhuggeriet
  3. Stenbrytningen på Stångehuvud

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