Kloster Heiligenberg

Kloster Heiligenberg
Siegel des Klosters Heiligenberg von 1298

Kloster Heiligenberg ist ein ehemaliges Prämonstratenserkloster aus dem 13. Jahrhundert im niedersächsischen Flecken Bruchhausen-Vilsen im Landkreis Diepholz. Es befand sich innerhalb einer Ringwallanlage, von der Reste erhalten sind.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Kloster wurde ca. 1215/1217 als Propstei gestiftet und existierte bis 1543. Anfangs übten die Grafen von Tecklenburg das Amt des Vogtes aus, zum Schluss waren es die Grafen von Hoya, in deren Territorium das Kloster lag. 1242/63 wurde die Propstei Heiligenberg zur Abtei erhoben. Nach der Reformation 1535 wurde die Abtei im Zuge der Säkularisation 1543 durch Graf Jobst II. von Hoya aufgehoben. 1563 war die Kirche bereits zur Ruine verfallen. In der Zeit von 1563 bis 1620 gehörten die Wirtschaftsgebäude und der Landsitz als Vorwerk zum Bruchhauser Witwensitz der letzten Gräfin von Hoya. Die letzten Teile der Klostergebäude wurden 1607 abgetragen. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts benutzten die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg zu Celle das Bruchhauser Schloss als Sommerresidenz; von dort aus gingen sie zur Reiherjagd auf den Heiligenberg. Im Jahr 1794 wurde das Vorwerkgebäude zur Dienstwohnung des reitenden Försters umgebaut; das Forsthaus erhielt eine Schankerlaubnis. 1962 wurde es vom Forstamt Syke verkauft und 1966 das Restaurant „Forsthaus Heiligenberg“ eröffnet. Dieses wurde im Jahr 2001 zu einem Hotel und Tagungshaus erweitert mit Gestaltung eines Rosen- und Kräutergartens.

Heutiger Zustand

Klostermühle Heiligenberg

Vom Kloster ist nichts erhalten geblieben. Das weiträumige ehemalige Klostergelände ist heute das "Erholungsgebiet Heiligenberg". Dazu gehören die Reste eines Ringwalls, ein Wasserlauf mit der jahrhundertealten "Klostermühle" - heute Gasthof "Klostermühle" - und das 1966 eröffnete Restaurant "Forsthaus Heiligenberg". Ein alter Ziehbrunnen neben diesem Restaurant und das Bruchstück eines Grabsteins, auf dem kniende Personen zu erkennen sind, erinnern an das ehemalige Kloster.

Literatur

  • Norbert Backmund: Monasticon Praemonstratense. Band 1, Berlin 1983, S. 211-212 (Übersicht über die ältere Literatur)

Siehe auch

Weblinks

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