- Pola (Adelsgeschlecht)
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Pola ist der Name einer Adelsfamilie. 1299 erreichte sie den Freiherrenstand, 1401 wurde sie in den Grafenstand erhoben, was, nachdem die Venezianische Republik sich mit der österreichen Monarchie verbündet hatte, am 1. August 1819 durch Kaiser Franz I. bekräftigt wurde.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft
Circa im Jahr 1000 lebte in Venedig und in Pula die damals reiche und wichtige Familie der Sergier. Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 983, doch nach der Legende stammte die Familie aus dem altrömischen Patriziergeschlecht der Sergier. Im 13. Jahrhundert änderte sie ihren Nachnamen nach der Stadt Pula, die sie nun offiziell besaß.
Teilung
Im Mittelalter trennte sich die Familie in zwei Linien. Besondere Bedeutung gewann die istrianische Linie, die lange Zeit praktisch ganz Südistrien beherrschte. Diese Linie starb mit Paolo Nascinguerra di Pola (Castropola) im Jahr 1464 aus. Die andere Linie wurde die „italienische“ Linie genannt. Sie überlebte bis zur Neuzeit.
Im 16. Jahrhundert teilte sich das Geschlecht wiederum in die sogenannte italienische und österreichisch-böhmische Linie.
Italienische Linie
Die Linie lebte in Venedig, in Mailand und in Treviso. Ihre Mitglieder dienten der Republik oft als Soldaten, Seemänner, Beamte und Politiker. Der Geschlecht war eng mit einem anderen venezianischen Geschlecht verwandt, den Loredan, die vor allem im 16., 17. und 18. Jahrhundert großen politischen Einfluss ausübte und drei Dogen stellte. Die italienische Linie starb im 19. Jahrhundert aus. Die Tochter vom Grafen Anton Pola, Theresia Walpurga Gräfin von Pola, war die erste Gattin von Adam-Adalbert Graf von Neipperg, der nach ihrem Tod Maria Louisa, die Witwe von Kaiser Napoleon Bonaparte, heiratete.
Bedeutende Vertreter
- Monfiorito da Pola - 1278, Hauptrichter der Markgraftschaft Istrien
- Pietro da Pola - 1278, Hauptrichter der Markgraftschaft Istrien
- Nascinguerra da Pola - 1280, Bischof von Poreč
- Sergius II. da Pola - Admiral, in 1318 - 1319 befehligte er die aufständische Flotte gegen Venedig. 1319 gewann er die Seeschlacht gegen den venezianischen Admiral Nicola da Badoera.
- Laura da Pola - 1544 malte der venezianische Maler Lorenzo Lotto ein sehr bekanntes Porträt von ihr.
- Francesco Alberti di Pola, Fürstbischof von Trient seit 1677
- Paolo di Pola - wurde 1807 Ritter des Ordens der Eisernen Krone und "ciambellano della corte del vicere". Er war auch Freund von Napoleon Bonaparte.
Literatur
- Luigi Urettini: La lacrimevole istoria del conte Titta Pola (it), Treviso 2007
- Alteniero Degli Azzoni Avogadro: 1796 - 1803 - Vita privata e publicca nelle Provincie venete (da memorie e documenti inediti) (it), Libreria editrice Canova, Treviso 1954, S. 249
- Camillo De Franceschi: Il Comune polese e la signoria dei Castropola, AMSI 1904
- B. Benussi: Povijest Pule u svjetskih municipalnih ustanova do 1918, Pula 2002
- Giovanni Battista Alvise nob. Semenzi: Treviso e sua Provincia, Treviso, 1864 (it)
- Dicuonzo Giuseppe: Nato in rifugio. Il polesano di Barletta, 2008 (it)
- F. HAMILTON JACKSON: THE SHORES OF THE ADRIATIC, London, 1908 (en)
- Domenico Rossetti: Archeografo triestino, 1837 (it)
- Notizie storiche di Pola, 1867 (it)
- Luigi Firpo: Relazioni di ambasciatori veneti al Senato: Costantinopoli Relazioni Inedite (1512-1789)(it)
- Archivio Veneto: pubblicazione periodica: XIII., XIV., 1877
- Deputazione di storia patria per le Venezie: Miscellanea di storia veneta, Venedig, 1931 (it)
- Pietro Stancovich: Biografia degli uomini distinti dell'Istria, 1888 (it)
- Carl Friedrich Benjamin Leupold: Allgemeines Adels-Archiv der österreichischen Monarchie, 1791
- Francesco Schröder: Repertorio Genealogico delle Famiglie Confermate obili e die titolati nobili, 1830, Venedig (it)
- Frangipane Giorgio Aldrighetti, Marino Zorzi, Leopoldo Mazzarolli e Italo Quadrio: ELENCO DELLE FAMIGLIE NOBILI DELLE VENEZIE, Udine, 2001 (it)
Weblinks
Commons: Pola – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienKategorie:- Italienische Adelsfamilie
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