- Crossrail AG
-
Die Crossrail AG ist ein Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Muttenz BL (bis Februar 2010 in Wiler bei Utzenstorf) in der Schweiz, das ausschliesslich Güterverkehr durchführt und sich dabei auf transalpinen Verkehr über Lötschberg-Simplon und Gotthard mit Ganzzügen zwischen Italien, Deutschland, Belgien und Holland konzentriert.
Die Firma hat zwei Tochtergesellschaften: Crossrail Italia S.r.l mit Sitz in Domodossola, in der Nähe des südlichen Ausgangs des Simplon-Tunnels und Crossrail Benelux NV mit Sitz in Antwerpen.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Crossrail entstand als Markenname des Schweizer Eisenbahnverkehrsunternehmens Regionalverkehr Mittelland AG (RM) für den Betrieb von unbegleitetem kombinierten Verkehr (UKV) auf der transalpinen Achse Italien - Schweiz - Deutschland via Simplon – Lötschberg. Am 5. Januar 2004 wurde der Betrieb aufgenommen.[1]
Bereits im Februar 2004 teilte die RM im Zusammenhang mit der anvisierten Fusion mit der BLS Lötschbergbahn mit, dass sie Crossrail langfristig als selbständiges Unternehmen mit „strategischen Partnern“ aus der RM ausgliedern wolle und nicht in das fusionierte Unternehmen einbringen wolle. Im Mai 2005 informierte die RM über konkrete Vorbereitungen über einen Verkauf[2]. Die Fusion von RM und BLS zur neuen BLS AG wurde im Juni 2006 vollzogen.
Am 20. Dezember 2005 teilten RM und Babcock & Brown (B&B) den Verkauf aller Anteile von Crossrail zum 1. Januar 2006 an B&B mit[3]. Auch das im Jahre 2003 in Betrieb genommene Kranterminal „Cargodrome Wiler“ wurde an B&B verkauft.
Im Juni 2007 wurden die Speditionsaktivitäten an die Firma Ewals Cargo Care mit Hauptsitz im niederländischen Tegelen (Venlo) verkauft, um sich nur noch auf Ganzzugsverkehr zu konzentrieren.
Fusion mit DLC
Im Oktober 2007 teilte die Crossrail AG die Absicht mit, mit dem belgischen Eisenbahnunternehmen Dillen & Le Jeune Cargo (DLC) zu fusionieren. Das daraus entstehende Unternehmen soll weiterhin als Crossrail AG am Sitz der ursprünglichen Crossrail in Wiler firmieren. Eigentümer wurden Babcock & Brown und die Gründer von DLC. Die Gründer von DLC wurden für die Führung des Betriebs verantwortlich und Babcock & Brown für die „finanzielle und strategische Weiterentwicklung“ von Crossrail.[4]
DLC wurde im Jahr 2000 von Jeroen Le Jeune und Ronny Dillen mit der schweizerischen Hupac als Teilhaber gegründet. 2002 erhielt DLC die Zertifizierung als erste privates Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) für das belgischer Eisenbahnnetz und im folgenden Jahr als erster privater Betreiber für das niederländische.
Nach der Liquidierung von Babcok & Brown übernahm Jeroen Le Jeune die Mehrheit an der Gruppe im Sommer 2010.
Personal, Fahrzeuge, Verkehrsleistung
Beim Übergang zur Crossrail AG am 1. Januar 2006 übernahm des neue Unternehmen alle Arbeiter und Angestellten des Unternehmensbereichs Logistik + Güterverkehr der RM und alle im Güterverkehr eingesetzten Produktionsmittel. Crossrail AG begann so mit 50 Leuten an den Standorten Wiler, Domodossola und Duisburg. Sie übernahm fünf elektrische Streckenlokomotiven der Schweizer Baureihe Re 436 von RM und verfügte über fünf weitere gemietete Lokomotiven der Schweizer Baureihe 482 für den Verkehr Duisburg-Wiler.
Sie übernahm auch die „Cargodrome“ in Wiler und Domodossola zum Umladen zwischen Bahn und LKW, in Wiler mit einem auf Schienen laufenden Portalkran, in Domodossola mit mobilem Gerät. In Wiler steht auch ein Logistik- und Lagerzentrum mit einer Fläche von über 3'000 m² zur Verfügung.
Crossrail-Eigner B&B hat im Januar 2006 bei Bombardier Transportation 25 Mehrsystem- und 10 dieselelektrische Lokomotiven sowie Optionen über 70 weitere Maschinen für die zum B&B-Einflussbereich gehörende Leasinggesellschaft CB Rail bestellt[5], die durch die Crossrail auf der im Jahre 2007 eröffneten Betuweroute zwischen den Häfen von Rotterdam und dem Ruhrgebiet eingesetzt werden sollen[6].
Crossrail verfügt derzeit (Oktober 2007) über 18 Lokomotiven, meist von der deutschen Baureihe 185 bzw. vom Typ Bombardier TRAXX, die von CB Rail und MRCE geleast bzw. von der RAG gemietet sind.[7]
Hersteller Typ Baureihe Stromsystem seit Länder Anzahl Eigentümer Halter Bombardier TRAXX F140 AC2 BR 185.2 2-Strom 2007 DE/CH/AT 4 CB Rail Crossrail Bombardier TRAXX F140 AC2 BR 185.2 2-Strom 2005 DE/CH 3 MRCE Crossrail Bombardier TRAXX F140 MS Re 484 CH-I 4-Strom 2006 CH/IT 2 MRCE Crossrail SLM, BBC, MFO Re 436 1-Strom 1969, 1983 CH* 5 Crossrail Crossrail Bombardier TRAXX F140 AC Re 482 2-Strom 36923 DE/CH 4 SBB RBH Anmerkungen: 1-Strom = 15 kV ~16 2/3 Hertz; 2-Strom: 15 kV ~16,7 Hz und 25 kV ~50 Hz; 4-Strom = wie vor plus 1,5 kV und 3 kV Gleichstrom
„seit“ bezieht sich auf Baujahr bzw. Jahr der Zulassung, „Länder“ auf die Länder, für die die Lokomotiven zertifiziert sind.
"CH*" = Zulassung Schweiz inklusive ETCS, d.h. NBS und LBT.Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ „Start Crossrail“ - Pressemitteilung RM vom 5. Januar 2004
- ↑ „Cargo/Crossrail wird verkauft“ - Pressemitteilung der RM vom 24. Mai 2005
- ↑ „Crossrail AG in neuen Händen“ - Pressemitteilung RM vom 20. Dezember 2005
- ↑ „Fusion Crossrail AG & Dillen Le Jeune Cargo (DLC)“ - Pressemitteilung Crossrail vom 3. Oktober 2007
- ↑ „CBRail bestellt 35 Traxx Lokomotiven von Bombardier“ - Pressemitteilung CB Rail
- ↑ „Neuerungen Zug um Zug“ - Pressemitteilung Crossrail vom 7. April 2006
- ↑ Info über Lokomotiven auf der Crossrail-Webpräsenz
Kategorien:- Bahngesellschaft (Schweiz)
- Schienengüterverkehr
- Unternehmen (Kanton Basel-Landschaft)
- Muttenz
Wikimedia Foundation.