Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen
49.54722428331111.019587516785
Fraunhofer-Institut für
Integrierte Schaltungen IIS
Fraunhofer-Institut für  Integrierte Schaltungen IIS
Hauptgebäude
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Erlangen
Außenstellen: Dresden, Nürnberg, Fürth, Ilmenau
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Ingenieurwissenschaften
Fachgebiete: Informatik, Informationsverarbeitung, Telekommunikation
Grundfinanzierung: Bund (90%), Länder (10%)
Leitung: Albert Heuberger
Mitarbeiter: > 750
Homepage: www.iis.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, auch in der Kurzbezeichnung „Fraunhofer IIS“ genannt, ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (FhG). Das Institut hat seinen Sitz in Erlangen, seine Aktivitäten sind der angewandten Forschung und Entwicklung im Bereich der Informatik der Informationsverarbeitung und der Telekommunikation zuzuordnen. Fraunhofer IIS ist das größte Institut der Fraunhofer-Gesellschaft. Weitere Standorte des Instituts sind in Dresden, Nürnberg und Fürth.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Fraunhofer IIS besteht unter seinem heutigen Namen seit dem Jahr 1990. Das Institut bildete sich aus der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Integrierte Schaltungen, welche ihrerseits 1985 aus der Zentrum für Mikroelektronik und Informationstechnik GmbH in Erlangen entstanden ist. Im Jahr 1992 wurde die Einrichtung für die Automatisierung des Schaltkreis- und Systementwurfs (EAS) in Dresden als Außenstelle des Fraunhofer IIS gegründet. Die nächste Erweiterung des Fraunhofer IIS erfolgte 1995 mit der Gründung des Fraunhofer-Anwendungszentrums für Verkehrslogistik und Kommunikationstechnik (AVK) in Nürnberg.

Im Jahr 1998 wird das Entwicklungszentrum Röntgentechnik (EZRT) gegründet. Dieses ist eine gemeinsame Abteilung des Fraunhofer IIS, Erlangen und des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP, Saarbrücken & Dresden. Seit 2000 befindet sich das Entwicklungszentrum in Fürth.

Ein Gebäudekomplex auf dem Großen Kornberg im Fichtelgebirge wird 1998 vom Fraunhofer IIS übernommen und als Funkerprobungsstelle eingerichtet.

Im Jahr 1987 erzielten die Wissenschaftler von einer Gruppe um Karlheinz Brandenburg einen Durchbruch bei der Kompression von Audiosignalen und konnten einen ersten in Echtzeit arbeitenden Vorläufer von MP3 vorstellen.

Im Jahr 2000 wurde in Ilmenau eine Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Elektronische Medientechnologie (AEMT) als Außenstelle des Fraunhofer IIM gegründet, aus der 2004 das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) entstand.

Forschung und Entwicklung

Die Wissenschaftler forschen auf dem Gebiet der Mikroelektronik, der Informationsverarbeitung, der Telekommunikation, der Audio- und Multimediatechnik, dem Digitalen Rundfunk, der Hochfrequenztechnik, der Lokalisierung und Navigation, der Satellitennavigation, der Logistik und der Automation im Maschinen- und Anlagenbau. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Kameratechnik für das digitale Kino. Bilderfassung und Bilderkennung sind Schlüssel für die Qualitätskontrolle in der Fertigung, bei der Produktionsautomatisierung und in der Medizintechnik. Zu diesem Zweck werden auch intelligente Bildsensoren, Hochgeschwindigkeitskameras und Ultrafeinfokus-Röntgensysteme entwickelt.

In der Dresdner Außenstelle „Entwurfsautomatisierung“ (EAS) werden Verfahren für den rechnergestützten Entwurf von elektronischen und heterogenen Systemen sowie Prototypen von Hardware- und Software-Systemen entwickelt.
siehe auch Electronic Design Automation

Die „Arbeitsgruppe für Supply Chain Services“ (SCS), früher „Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft“ (ATL), in Nürnberg entwickelt innovative Lösungen für den Transport von Personen, Gütern und Informationen.

Das „Engineering Center for Smart Objects in Logistics“ (EC-SOL) in Fürth nutzt die Fortschritte bei den Basistechnologien für die Realisierung von intelligenten logistischen Objekten und erforscht neue Einsatzmöglichkeiten.

Kooperationen

Eine vielseitige Kooperation besteht mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Das Fraunhofer IIS ist Mitglied folgender Fraunhofer-interner Verbünde und Allianzen:

  • Fraunhofer-Verbund Informations- und Kommunikationstechnik (IuK)
  • Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik (VµE)
  • Fraunhofer-Verbund Verteidigung und Sicherheitsforschung (VVS)
  • Fraunhofer-Allianz Vision
  • Fraunhofer-Allianz Digital Cinema
  • Fraunhofer-Allianz Grid Computing.

Eine enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Audio- und Multimediatechnik besteht mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) in Ilmenau. Dieses Fraunhofer-Institut ist 2004 aus einer zum Fraunhofer IIS gehörenden Arbeitsgruppe entstanden.

Ausgründungen

Seit 1986 sind durch Ausgründungen in die freie Wirtschaft insgesamt zehn Unternehmen entstanden. Ihre Produkte und Dienstleistungen umfassen u.a. die Gebiete

  • Bewegungsanalysesysteme
  • Elektronikschaltungen für Spezialanwendungen und Nischenprodukte
  • Machbarkeitsstudien über ATE-Module und Messgeräte, Qualitätsmessungen im Audiobereich
  • Entwicklung industrieller Kameras und Photonics-Equipment
  • Röntgenkameras, automatische Röntgenprüfsysteme und Qualitätssicherungssysteme
  • Entwicklung von Audiocodecs (AACplus, mp3PRO) für Mobilgeräte und niedrige Datenraten
  • Rundfunküberwachung sowie Einbettung von Audiowasserzeichen.

Daneben wurde 1997 eine Tochterfirma der Fraunhofer-Gesellschaft gegründet, die Innovationszentrum für Telekommunikationstechnik GmbH IZT. Arbeitsbereiche sind die Mess-, Prüf- und Informationstechnik sowie drahtlose Anwendungen und digitaler Rundfunk. Das Unternehmen entwickelt serienreife Produkte und schließt mit Kleinserienfertigung die Lücke zwischen Prototypen und Serienprodukten.

Infrastruktur

An den vier Standorten sind über 750 Mitarbeiter tätig.

Der Betriebshaushalt des Fraunhofer IIS lag im Geschäftsjahr 2006 bei 55 Millionen Euro. Diese kamen zu etwa 20 % aus der Grundfinanzierung, welche zu 90 % aus Bundesmitteln und zu 10 % aus Landesmitteln finanziert wird. Rund 60 % des Betriebshaushalts waren Erträge aus der Auftragsforschung der Wirtschaft und rund 20 % stammen aus öffentlichen und sonstigen Erträgen.

Geschäftsführender Leiter des Fraunhofer IIS ist seit dem 1. Oktober 2011 Albert Heuberger, welcher die Nachfolge Heinz Gerhäusers antrat, der von 1998 bis 2011 diese Position innehatte. Leiter des Dresdner Institutsteils Entwurfsautomatisierung (EAS) und gleichzeitig zweiter Leiter des Fraunhofer IIS ist Günter Elst.

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