- Glasow (Dargun)
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Glasow ist ein kleines Dorf, das zur Stadt Dargun im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern gehört.
Inhaltsverzeichnis
Geografie
Glasow befindet sich am Nordrand des Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See und liegt wenige Kilometer nordwestlich von Dargun. An Glasow grenzen die Nachbargemeinde Altkalen bzw. der Landkreis Rostock.
Historisch gehört Glasow zu Mecklenburg.
Durch Glasow führt die Landesstraße 231.
Geschichte
Glasow bedeutet „Ort auf steinigem Boden“ und wuchs vermutlich aus einer jungslawischen Siedlung. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1216 zurück. Im 13. Jahrhundert gehörte Glasow zu den Besitzungen des Klosters Dargun. Im 14. Jahrhundert wurden wertvolle Münzen auf einem Gehöft vergraben, die man 1866 fand und die als „Münzfund von Glasow“ in die Mecklenburgischen Jahrbücher eingingen. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde das Dorf vollständig verwüstet. Im 17. Jahrhundert ist das Niederdeutsche Hallenhaus samt Katen gebaut worden. 1788 gab es zwischen Glasow und Dörgelin eine Ziegelei. Im 19. Jahrhundert bewirkten die großherzoglichen Erlasse (Erbpacht, Häusler-Ansiedlung) ein Anwachsen des Dorfes. 1905 hatte Glasow 230 Einwohner und gehörte zu den größeren Dörfern im Darguner Umkreis. Bis 1939 gab es acht Großbauernhöfe, eine Molkerei, eine Schankwirtschaft, eine Schule und Handwerksbetriebe. 1950 wurde Glasow in Dargun eingemeindet. Bis Mitte der 1950er Jahre flüchteten vier der acht Glasower Großbauern aus der DDR. Die anderen vier Bauern und viele Handwerker gaben auf. 1953 gründete sich die örtliche Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG). Bis 1994 arbeiteten hier die meisten Glasower. 1991 wurde aus der LPG die Agrar GmbH.
Von 1951 bis heute veränderte sich das Dorfbild stark. Von den einst 21 reetgedeckten Gebäuden sind heute noch vier verblieben. Ab den 1960er Jahren entstanden für die Arbeiter der LPG zwei Wohnblöcke, zwei Werkhöfe und zwei Tiermastanlagen. Seit Ende der 1990er Jahre wird das Dorf modernisiert.
Eingemeindung
Glasow wurde am 1. Januar 1951 nach Dargun eingemeindet.[1]
Sehenswürdigkeiten
- Niederdeutsches Hallenhaus aus dem 17. Jahrhundert
- Ursprünglicher Dorfanger
- Fachwerkscheune mit tief herabgezogenem Krüppelwalmdach
- Altenteiler mit bemerkenswertem Bauerngarten
- Kanadische Pappelallee
- Seeadlerhorst
Einzelnachweise
- ↑ Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
53.90632712.799245Koordinaten: 53° 54′ N, 12° 48′ OKategorien:- Dargun
- Ort im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte)
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