- Hangburg
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Eine Hangburg wird nach ihrer Lage im Gelände benannt und liegt am Hang eines Berges unterhalb des Gipfels. Sie ist somit eine Art der Höhenburg, die in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts aufkam.
Aufgrund der besonderen Gefährdung der Anlage durch Angriffe von dem von der Burg aus noch weiter aufsteigenden Gelände, ist dieser Schwachpunkt besonders geschützt durch eine Schildmauer oder einen Bergfried, oftmals auch durch eine Kombination beider dieser passiven Verteidigungsbauwerke.
Der Vorteil einer Hangburg war die wesentlich niedrigere Brunnentiefe. Gerade der Bau des Brunnens stellte bei vielen Burgen sowohl den teuersten als auch den langwierigsten Abschnitts des Burgenbaus dar. Aber oft wurde auch mit Hilfe von Eseln als Transporttiere, über extra hierfür angelegte Eselswege, die Wasserversorgung sichergestellt.
In den deutschen Mittelgebirgen befinden sich zahlreiche Hangburgen, besonders an Bach- und Flusstälern wie z. B. am Mittelrhein. Sie wurden oft als Zollburgen errichtet und lagen nahe der Handelswege. Insgesamt machen sie unter allen Burgenarten, die man in der Burgenforschung aufgrund ihrer topologischen Lage unterscheidet, jedoch weniger als 1% aus, weil sie wegen der drohenden Überhöhung an der Bergseite enorme strategische Nachteile hatten.[1]
Beispiele für Hangburgen sind die Burg Katz in Sankt Goarshausen, die Burg Ehrenfels in Rüdesheim und die Rietburg bei Rhodt in der Pfalz.
Literatur
- Horst Wolfgang Böhme, Reinhard Friedrich, Barbara Schock-Werner (Hrsg.): Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen. Philipp Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-010547-1, S. 149–150.
- Michael Losse: Kleine Burgenkunde. Regionalia, Euskirchen 2011, ISBN 978-3-939722-39-7.
Einzelnachweise
- ↑ Friedrich-Wilhelm Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters. Grundriss-Lexikon. Flechsig, Würzburg 2000, ISBN 3-88189-360-1, S. 18.
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