Alte Münze (München)

Alte Münze (München)
Das Kunstkammer- und Marstallgebäude im 16. Jh.
Renaissance-Innenhof der Alten Münze
Alte Münze

Die Alte Münze in München wurde 1563–1567 von einem unbekannten Architekten (möglicherweise vom Augsburger Stadtwerkmeister Bernhard Zwitzel) als Marstall- und Kunstkammergebäude für Herzog Albrecht V. erbaut. Die lange Zeit erwogene Zuweisung des Baues an Wilhelm Egckl ist durch neuere Forschung revidiert worden.[1] 1808/09 wurde das Gebäude nach Plänen von Johann Andreas Gärtner und wohl unter Beteiligung von Friedrich Bürklein[2] zum Hauptmünzamt umgebaut.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Alte Münze wurde in der Münchner Altstadt hinter der nördlichen Stadtmauer anstelle mittelalterlicher Häuser erbaut und befindet sich in der Pfisterstraße zwischen Marienhof und Platzl.

Funktion

Sie diente zunächst als Marstall und beherbergte in den Obergeschossen die herzogliche Kunstkammer. Ab 1809 diente das Gebäude als Münze. Seit 1986 befindet sich im Gebäude das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Im Juli und August wird jährlich der Renaissancehof der Alten Münze von der Bayerischen Theaterakademie für Freilichtaufführungen genutzt.

Architektur

Durch einen Hofgang an der Südseite ist sie mit der ehemaligen herzoglichen Residenz, dem Alten Hof, verbunden. Im Hof der Alten Münze befinden sich drei Arkadenreihen übereinander. Diese dreigeschossige Vierflügelanlage verfügt noch heute über ihren ursprünglichen Innenhof, der in allen Etagen mit Laubengängen ausgestattet ist. Architektonisch knüpft der Hof hiermit an italienische Renaissance-Architektur an, wirkt jedoch wegen der eher gedrungenen Proportionen und den unregelmäßigen Abständen der Joche weniger italienisch und ist damit ein Beispiel für den Stil der deutschen Renaissance.

Die Alte Münze erhielt ihre klassizistische Westfassade nach einem Entwurf von Johann Andreas Gärtner und zeigt im Giebel drei weibliche Personifikationen von Gold, Silber, Erz von Franz Jakob Schwanthaler als Anspielung auf die Bestimmung des Hauses. Im Zuge des Baues der Maximilianstraße wurden an der Nordseite Spitzbogenarkaden errichtet.

Literatur

  • Michael Petzet: Die Alte Münze in München. Marstall- und Kunstkammergebäude – Hauptmünzamt – Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. München 1996.
  • Lorenz Wallnöfer: Das ehemalige Marstall- und Kunstkammergebäude in München. Stationen eines Gebäudes. In: Arx 12 (1990), Heft 2, S. 563–566.

Weblinks

 Commons: Alte Münze (München) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. [Michael Petzet 1996]
  2. Architekturführer München
48.13872488611111.579069494444

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