Altenbericht

Altenbericht

Der Altenbericht, auch Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland ist ein Bericht der deutschen Bundesregierung zur Lage älterer Menschen in Deutschland. Er erscheint auf Anfrage des Deutschen Bundestags seit 1992 einmal in jeder Legislaturperiode. Die Erarbeitung der Berichte erfolgt in Sachverständigenkommissionen, die mit unabhängigen Expertinnen und Experten besetzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Altenberichte

Die Bundesregierung hat bisher fünf Altenberichte vorgelegt.

Der Erste Altenbericht mit dem Titel „Die Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland“ erschien 1993 als „Drucksache 12/5897“ des Deutschen Bundestages. Er wurde im Februar 1989 durch Ursula Lehr, die damalige Bundesministerin für Familie und Jugend angeregt und sollte die Lebenssituation älterer Menschen umfassend analysieren.

Der Zweite Altenbericht erschien 1998 und trug den Titel „Wohnen im Alter“. Der Bericht benennt Qualitätsanforderungen an vorhandene und an neu zu bauende „Wohnwelten“ des allgemeinen Wohnungsbestandes sowie an spezifische Wohnformen und bei speziellem Hilfebedarf. Er erschien z. B. als Bundestagsdrucksache 13/9750 vom 28. Januar 1998.

Der Dritte Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland von 2001 heißt „Alter und Gesellschaft“. Er zog eine Bilanz der ersten zehn Jahre nach Vollendung der deutschen Einheit und entwickelte Zukunftsperspektiven für die Altenpolitik des 21. Jahrhunderts. Er untersuchte Fragen der persönlichen Fähigkeiten einerseits und der gesellschaftlichen Unterstützung andererseits, oder – so der Bericht – „die individuellen und gesellschaftlichen Ressourcen“, die älteren Menschen zur Verfügung stehen. Er forderte deshalb ein realistischeres öffentliches Bild vom Alter als bisher.

Der Vierte Altenbericht mit dem Titel „Risiken, Lebensqualität und Versorgung Hochaltriger – unter besonderer Berücksichtigung demenzieller Erkrankungen“ von 2002 war ein Spezialbericht, der die Lebensbedingungen und Bedürfnisse der in Zukunft rasch weiter wachsenden Gruppe der über 80-Jährigen behandelt und sich ausführlich mit den Auswirkungen von Hochaltrigkeit und Demenz auseinandersetzt. Ziel müsse es sein, die mit Hochaltrigkeit verbundenen Risiken und Gefährdungen nicht zu verharmlosen sondern mit einer breiten Palette von Hilfeangeboten zu begegnen. Dadurch würden sowohl die Hochaltrigen wie die Gesellschaft, entlastet.

Der 2005 dem Bundestag vorgelegte Fünfte Altenbericht steht unter dem Titel „Potenziale des Alters in Wirtschaft und Gesellschaft - Der Beitrag älterer Menschen zum Zusammenhalt der Generationen“. Er wurde von der Kommission seit 2003 erarbeitet und der Bundesministerin Renate Schmidt am 30. August 2005 vorgelegt. Nach der Stellungnahme im Bundesrat und Kabinettbefassung wurde der Bericht dem Bundestag zugeleitet und steht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Alter als neue Lebenssituation wird charakterisiert mit den Worten leistungsfähig und leistungsbereit. Anders als zu früheren Zeiten oft erwartet sind die zusätzlich „gewonnenen Jahre“ nicht von Hilfebedürftigkeit geprägt, sondern bedeuten in der Regel einen mit Aktivität und Gesundheit einhergehenden Lebensabschnitt. Die meisten älteren Menschen streben keineswegs einen völligen Rückzug aus wichtigen gesellschaftlichen Aktionsfeldern an. Wenn die Bedingungen stimmen, sind viele Seniorinnen und Senioren zu einer Fortsetzung oder sogar Ausweitung ihres Engagements in Beruf, Wirtschaft und Gesellschaft bereit. Die Bild-Zeitung warf der Regierung im Juni 2006 vor, den seit Sommer 2005 fertigen, 500 Seiten starken 5. Altenbericht bisher streng unter Verschluss zu halten. Gründe für das Familienministerium sieht sie in den enthaltenen Empfehlungen zum Rentenbeginn und der zu erwartenden Leistung für die Beitragszahlenden.

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat am 17. Juli 2007 in Berlin die Sachverständigen-Kommission für den Sechsten Altenbericht der Bundesregierung berufen. Die 14 Mitglieder der Kommission werden bis spätestens 2010 einen Bericht zu dem Thema „Altersbilder in der Gesellschaft“ erarbeiten — besonderes wie sich Bilder von Älteren bereits gewandelt haben beziehungsweise wie sich diese Änderungen auswirken können. Die Kommission schlägt die Überprüfung aller Altersgrenzen und den Ausbau ehrenamtlicher Strukturen vor. Die Bundesministerin, nun Kristina Schröder, hat am 2. Juni 2010 den von der Kommission ausgearbeiteten Bericht entgegengenommen und wird nun die Stellungnahme der Bundesregierung dazu mit den anderen Ministerien erarbeiten und beifügen. Der Bericht wird dann dem Bundestag zugeleitet und veröffentlicht.[1][2]

Die Kommission

Die Mitglieder der Kommission für den Sechsten Altenbericht sind

  • Wolfgang Bergsdorf, Erfurt;
  • Peter Borscheid, Marburg;
  • Andrea Gröppel-Klein, Saarbrücken;
  • Michael Hüther, Köln;
  • Thomas Klie, Freiburg;
  • Andreas Kruse, Heidelberg (Vorsitzender);
  • Gerhard Naegele, Dortmund;
  • Clemens Tesch-Römer, Berlin
  • Caja Thimm, Bonn (stellvertretende Vorsitzende);
  • Rudolf Tippelt, München;
  • Karin P. Vanis, Bonn (ZDF-Redakteurin);
  • Ulla Walter, Hannover;
  • Gerhard Wegner, Hannover und
  • Harm-Peer Zimmermann, Marburg

Literatur

Einzelnachweise

  1. Altersbilder in der Gesellschaft - Themen und Ziele des Sechsten Altenberichts der Bundesregierung. Kommissionsdarstellung (PDF)
  2. Sechster Altenbericht an Familienministerin übergeben. 2. Juni 2010, Auf: N24.de

Weblinks

Altenberichte zum Download beim BMFSFJ bzw. BT:


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