KZ Breendonk

KZ Breendonk
Eingang des Fort
Luftaufnahme
Apellplatz
Originalgüterwaggon, mit dem Menschen in die KZ deportiert wurden.
Nationaal gedenkteken, Fort van Breendonk
Raum mit den Namen der Deportierten
Raum mit zweistöckigem Bettgestell für 48 Personen
Exekutionsplatz
Folter
Mahnmal

Die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Festung Fort Breendonk bei Willebroek in Belgien wurde von der deutschen „Geheimen Staatspolizei" (Gestapo) im September 1940 als Auffanglager Breendonk eingerichtet. Das Lager wurde zum Zentrum der Aktivitäten des Sicherheitsdienstes in Belgien und Nordfrankreich in der Zeit des Nationalsozialismus im Zweiten Weltkrieg. Bis zur Auflösung nach der Befreiung wurden dort mindestens 3.532 Menschen inhaftiert, nur 458 davon überlebten die Torturen.[1]

1947 beschloss das belgische Parlament einstimmig die Gründung der Nationalen Gedenkstätte Festung Breendonk als einer unabhängigen Einrichtung. Davor diente es zeitweise auch als staatliches Internierungslager. Die Gedenkstätte widmet sich seitdem der Erinnerung an die Geschehnisse in dem KZ-Sammellager sowie der baulichen Erhaltung der Festung und der dort aufbewahrten Gegenstände. Es sind im Rahmen einer Ausstellung u. a. Zellen und Einzelzellen zu besichtigen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Festungsbauwerks

Das Fort Breendonk war ursprünglich Teil des belgischen Verteidigungsgürtels von Antwerpen und liegt zwischen den Nachbarforts Liezele im Westen und Walem im Osten. Es lag ursprünglich im Gebiet der Gemeinde Breendonk, nach der es benannt ist. Durch den Bau der Autobahn A 12 wurde der Teil der Gemeinde mit dem Fort abgetrennt und in die Gemeinde Willebroek eingegliedert. Der Baubeginn für das Fort geht bis auf das Jahr 1906 zurück. Der Bau war noch nicht abgeschlossen aber bereits technisch überholt, als der Erste Weltkrieg begann.

Der Gebäudekomplex erstreckt sich über ungefähr 260 m Länge und eine Tiefe von 106 m. Er ist umgeben von einem 40 bis 50 m breiten Wassergraben (durchschnittliche Tiefe 2,75 m). Das Fort wird weitgehend von Erde bedeckt (9,75 m maximale Höhe der Schichten).

Als Bewaffnung war das Fort zu Beginn mit sieben gepanzerten Kuppeln ausgestattet: deren Kanonen/Haubitzen hatten Kaliber zwischen 7,5 cm bis zu 15 cm. Vierzehn 57-mm-Schnellfeuerkanonen dienten der Nahabwehr von Infantrieangriffen.

1940 war das Fort belgisches Hauptquartier, in dem am 10. Mai, um 8.30 Uhr, König Leopold III. eintraf. Von dort aus sendete er seine Proklamation an das belgische Volk. Dort empfing er auch die Kommandanten der 7. französischen Armee, die sich südlich befindet, und der britischen Streitkräfte im Norden. Am Nachmittag des 17. Mai wurde das Hauptquartier weiter nach Sint-Denijs-Westrem bei Gent verlegt. (Der König blieb in der Folge in Belgien während die Regierung nach London floh)

Breendonk II

Nach der Befreiung Belgiens (4. September 1944) wurde das Fort zum Gefängnis für Kollaborateure. Zunächst sperrten die Anhänger des lokalen Widerstands dort die „Inciviques“ (etwa: als unzuverlässig betrachtete Mitbürger) ein. Es kam während dieser Zeit zu unrechtmäßigen Übergriffen an den Gefangenen. Am 10. Oktober 1944 wurde die vollständige Räumung des Lagers angeordnet: die Gefangenen wurden zur Dossin-Kaserne nach Mechelen überführt.

Anschließend wurde das Fort zum offiziellen Internierungslager des belgischen Staates.

Durch Gesetz vom 19. August 1947 wurde es zur nationalen Gedenkstätte.

Literatur

  • Breendonk, Editions Jourdan, Collection Terres des Belges. ISBN 2-930359-74-9 (frz.)
  • Ministère de la justice du Royaume de Belgique - Commission des crimes de guerre: Les Crimes de guerre commis sous l'Occupation de la Belgique 1940-1945 - Le camp de tortures de Breendonk, Georges Thone Éditeur, Liège, 1949. (frz.)
  • Andreas Pflock: Auf vergessenen Spuren. Ein Wegweiser zu Gedenkstätten in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2006, ISBN 3-89331-685-X.
  • Paul M. G. Levy: "Das 'Auffanglager' Breendonk" in Wolfgang Benz (Red.): „Dachauer Hefte 5 – Die vergessenen Lager“, München 1994, ISBN 3-423-04634-1
  • Jean Améry: "Die Tortur" in Wolfgang Benz (Red.): „Dachauer Hefte 5 – Die vergessenen Lager“, München 1994, ISBN 3-423-04634-1
Als literarisches Sujet

Das Fort erscheint als Topos im letzten Roman von Sebald:

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://fcit.usf.edu/HOLOCAUST/resource/gallery/BREEN.HTM

51.0563888888894.34138888888897Koordinaten: 51° 3′ 23″ N, 4° 20′ 29″ O


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