Anna Castelli Ferrieri

Anna Castelli Ferrieri

Anna Castelli Ferrieri (* 6. August 1920 in Mailand, Italien; † 22. Juni 2006 ebenda) war eine italienische Architektin und Chef-Designerin der Firma Kartell.

Leben

Castelli Ferrieri, Tochter eines Journalisten und Gründers des Magazins Il Convegno, lernte bereits in jungen Jahren James Joyce, Thomas Mann und Luigi Pirandello kennen. Zu Studienzeiten hatte sie Kontakt zu Le Corbusier, fand aber in dem italienischen Rationalisten Franco Albini ihren Lehrmeister. Sie studierte von 1938 bis 1943 am Mailänder Polytechnikum Architektur und war eine der dortigen ersten Architektur-Absolventinnen. 1946 war sie Mitherausgeberin der Architekturzeitschrift Casabella-Costruzioni in Mailand. 1946 gründete sie ihr eigenes Büro in Mailand. Sie war in dieser Zeit mit Städteplanung befasst, sie baute Wohn- und Krankenhäuser, Kirchen und Industriegebäude. Zu ihren wichtigen Werken gehört der Hauptsitz von Kartell, der Villa Via Marchiondi und der Büros und Fabrikationsgebäude von Alfa Romeo.

1949 gründete ihr Ehemann Giulio Castelli, ein Chemiker, der mit dem Nobelpreisträger Giulio Natta studierte hatte, den Möbelhersteller Kartell, der weltweit führend wurde in Design und Herstellung von Kunststoffmobiliar. Als Architektin entwarf Castelli Ferrieri 1966 das Kartell-Gebäude in Binasco und wurde Designberaterin, 1976 bis 1987 war sie Art Director von Kartell. Weltweit bekannt wurde sie mit dem Baukastensystem „Componibili“.

Sie lehrte an der Domus-Akademie und war Mitbegründerin und Vorsitzende der Gesellschaft für Industriedesign (ADI). Ihre Entwürfe erhielten zahlreiche internationale Preise, darunter dem „Compasso d'Oro“, die wichtigste italienische Auszeichnung für Industriedesign.

Castelli Ferrieri gehörte zusammen mit Pier und Achille Castiglioni, Gae Aulenti, Ettore Sottsass und Joe Colombo dank ihres schlichten, sachlichen Stils zu den bedeutendsten Designern der italienischen Nachkriegszeit. Einige ihrer Arbeiten sind in New York in der ständigen Ausstellung des Museum of Modern Art zu sehen.

Auszeichnungen

  • 1947 '50 Goldmedaille der Triennale, Mailand
  • 1973 gewannen ihre Stapelelemente 4970 den deutschen Bundespreis Gute Form
  • 1979 erhielt sie den Compasso d'Oro
  • 1999 den "Kölner Klopfer" der Studierenden der Köln International School of Design KISD.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем решить контрольную работу

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Castelli — ist die geographische Bezeichnung für Juan José Castelli (Stadt), Stadt in Argentinien Partido Castelli, Verwaltungseinheit in der argentinischen Provinz Buenos Aires Castelli (Buenos Aires), Ort in der Provinz Buenos Aires, Argentinien Villa… …   Deutsch Wikipedia

  • Ferrieri — ist der Name von: Innocenzo Ferrieri (1810–1887), Kardinal Anna Castelli Ferrieri Diese Seite ist eine Begriffsklärung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Cas — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Kartell — Logo de Kartell Création 1949 Personnages clés Giulio Castelli (fondateur) Claudio Luti (président) …   Wikipédia en Français

  • Compasso d'Oro — The logo of the Compasso d Oro Design Prize, showing a compass to measure the Golden Section Compasso d Oro is the name of an Industrial Design award originated in Italy in 1954 by the La Rinascente company from an original idea of Gio Ponti and… …   Wikipedia

  • Deaths in June 2006 — Deaths in 2006: ← January February March April May June July August September October November December → The following is a list of notable deaths in June 2006. 30 Dieter Froese, 68, East Prussian born artist. [1] Robert Gernhardt, 68, German… …   Wikipedia

  • Liste der Söhne und Töchter der Stadt Mailand — Die folgende Liste enthält in Mailand geborene Persönlichkeiten mit einem Artikel in der deutschen Wikipedia, unabhängig von ihrem späteren Wirkungskreis. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I… …   Deutsch Wikipedia

  • Compas D'or — Créé en 1954 par Gio Ponti, célèbre créateur milanais, le Compas d or ou Compasso d’Oro de l ADI (Associazione per il Disegno Industriale) est devenu l’une des récompenses les plus importantes et les plus prestigieuses dans le monde du design.… …   Wikipédia en Français

  • Compas d'or — Nom original Compasso d’Oro Description Récompense artistique Organisateur Associazione per il Disegno Industriale Pays …   Wikipédia en Français

  • Compasso d'Oro — Compas d or Créé en 1954 par Gio Ponti, célèbre créateur milanais, le Compas d or ou Compasso d’Oro de l ADI (Associazione per il Disegno Industriale) est devenu l’une des récompenses les plus importantes et les plus prestigieuses dans le monde… …   Wikipédia en Français

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”