Maria Theresia von Österreich-Este (1773-1832)

Maria Theresia von Österreich-Este (1773-1832)
Maria Theresia von Österreich-Este; unbekannte Miniaturmalerei um 1775

Maria Theresia von Österreich-Este (* 1. November 1773 in Mailand; † 28. März 1832 in Turin) war Königin von Sardinien-Piemont.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Sie war die Tochter des österreichischen Erzherzogs Ferdinand Karl Anton, Generalgouverneur der Lombardei und Sohn von Kaiserin Maria Theresia (nach der sie benannt wurde) und dessen Gemahlin Maria Beatrix d’Este, der Erbin des Herzogtums Modena, und wurde 1788 per procuram und 1789 in Novara tatsächlich mit Prinz Viktor Emanuel, dem späteren König Viktor Emanuel I. von Sardinien-Piemont vermählt.

Heirat und Nachkommen

Die Auswahl der 15-jährigen Braut für den immerhin schon 30-jährigen Prinzen erfolgte nach einem regelrechten Kriterienkatalog, es mussten Nachrichten über Schönheit, Hautfarbe, Größe, Gesundheit, Zähne, Ausdruck, Charakter, Geist, Manieren, Religion, Lebensführung, überstandene Krankheiten, guten oder schlechten Appetit und vor allem darüber eingeholt werden, ob sie die Pocken bereits überstanden hatte oder wenigstens geimpft sei. Schließlich wurde ihr der Vorzug vor einer französischen Prinzessin gegeben.

Der glücklichen Ehe entsprangen sechs Kinder (und eine Totgeburt):

  • Maria Beatrice (1792–1840), Herzogin von Modena,
  • Maria Adelaide (* 1. Oktober 1794; † 2. August 1795), Prinzessin von Sardinien,
  • Karl Emanuel (* 3. September 1796; † 9. August 1799), Graf von Vercelli,
  • Maria Theresia (1803–1879), Gräfin von Bourbon,
  • Maria Anna (1803–1884), durch Heirat mit Ferdinand I. Kaiserin von Österreich, und
  • Maria Christina (1812–1836), durch Heirat mit Ferdinand II. Königin von Sizilien.

Jedoch starb der einzige Sohn bereits im Alter von zwei Jahren an den Pocken. Da auch Viktor Emanuels Bruder und Nachfolger ohne Sohn blieb, starb das Geschlecht im Mannesstamm aus. Die zweitjüngste Tochter heiratete den epileptischen und debilen österreichischen Kaiser Ferdinand I., den sie aufopfernd pflegte.

Königin von Sardinien-Piemont

Am 4. Juni 1802 wurde Maria Theresia Königin, nachdem ihr Schwager Karl Emanuel IV. abgedankt hatte. Nach dem Verlust Piemonts wartete die Familie das Ende der napoleonischen Herrschaft auf Sardinien ab und kehrte erst 1814 in die Residenzstadt Turin zurück. 1821 brachen Unruhen aus, während derer auch die Königin zum innersten Rat beigezogen wurde und sich bereit erklärte, die Regentschaft zu übernehmen. Der König dankte zugunsten seines Bruders Karl Felix ab und starb 1824 im Alter von 65 Jahren.

Seine Gemahlin überlebte ihn um acht Jahre und wurde an seiner Seite in der Basilika di Superga in Turin beigesetzt.

Literatur

  • Brigitte Hamann: Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon. Verlag Carl Ueberreuter, Wien 1988.



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