Meister von Frankfurt

Meister von Frankfurt
Selbstporträt des Künstlers mit seiner Frau (1496)

Der Meister von Frankfurt (* 1460; † 1533?), möglicherweise Hendrik van Wueluwe, war ein heute namentlich unbekannter flämischer Maler der Renaissance. Der Notname rührt nicht von seiner Herkunft her, sondern von der Tatsache, dass seine bedeutendsten Werke in Frankfurt am Main in Auftrag gegeben wurden.

Leben

Über das Leben des Künstlers gibt es kaum gesicherte Informationen. Er war wahrscheinlich in Antwerpen bis 1518 aktiv.[1] Die stilistische Verwandtschaft seiner Werke mit denen von Hugo van der Goes legen es nahe, dass van der Goes sein Lehrmeister war.[2] Vermutlich war er der Kopf einer der größten Künstlerwerkstätten Antwerpens, die mit „schablonenhaft eingesetzten Einzelmotiven wie Motivgruppen und mit standardisierten Brokatmustern [...] die Bildherstellung bis hin zur ‚Massenproduktion‘“[3] vereinfachte. Möglicherweise handelt es sich beim Meister von Frankfurt um Hendrik van Wueluwe, der zu jener Zeit ein berühmter Künstler in Antwerpen war, dem aber heute keine Werke zugeordnet werden können. Von Wueluwe ist bekannt, dass er in sechs Amtszeiten das Oberhaupt der Antwerpener Lukasgilde war.

Werke

Das Schützenfest (1493)

Die Werke des Meisters von Frankfurt werden ihm nicht durch seinen Namen, sondern durch den Malstil zugeordnet, so zum Beispiel das Schützenfest, eine Allegorie von 1493.

Sein Selbstporträt des Künstlers mit seiner Frau (heute im Königlichen Museum der Schönen Künste in Antwerpen) ist mit 1496 datiert und verrät, dass er zum Zeitpunkt der Fertigstellung 36 Jahre alt war, wodurch das Geburtsjahr errechnet wurde.

1505 wurde der Annenaltar im Frankfurter Dominikanerkloster gestiftet.

Im Besitz des Frankfurter Städel ist das Triptychon mit der Kreuzigung Christi, den hl. Nikolaus und Margarete sowie der Stifterfamilie Humbracht, das sich seit Beginn des 16. Jahrhunderts in Frankfurt befindet.[4]

In der Werkstatt des Meisters von Frankfurt wurden zahlreiche Kopien seiner Vorgänger Rogier van der Weyden und Hugo van der Goes angefertigt.

Fußnoten

  1. Vgl. http://mathematik.zum.de/zum/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/km/kdm/05/jan2b.htm, abgerufen am 15. April 2009.
  2. Vgl. http://mathematik.zum.de/zum/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/hd/km/kdm/05/jan2b.htm, abgerufen am 16. April 2009.
  3. http://www.staedelmuseum.de/sm/index.php?StoryID=21&ArtistID=574, abgerufen am 15. April 2009.
  4. Vgl. http://www.staedelmuseum.de/sm/index.php?StoryID=337&ObjectID=447, abgerufen am 15. April 2009.

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