Munţii Retezat

Munţii Retezat

45.36666666666722.8666666666672509Koordinaten: 45° 22′ N, 22° 52′ O

Das Retezatgebirge in Rumänien

Das Retezat-Gebirge (rum. Munţii Retezat) ist der zentrale Gebirgsstock der Retezat-Godeanu-Gruppe, des westlichsten Teils der Südkarpaten in Rumänien. Es ist eines der wichtigsten Hochgebirgs-Naturschutzgebiete in Europa außerhalb der Alpen und wurde 1935 zum ersten rumänischen Nationalpark erklärt.

Der Nationalpark Retezat liegt im Zentrum des Massivs am Westende des in ost-westlicher Richtung verlaufenden Tales von Lupeni (gespr.: Lupèn, dt. Schylwolfsbach). Das Tal zweigt bei Petroşani (dt. Petroschen – früher auch Steinthal) vom Valea Jiului (Schiltal) nach Westen ab. Dieses Tal wiederum – mit dem Fluss Jiul de Est – bildet einen der drei großen Durchbrüche bzw. Übergänge der Südkarpaten zwischen Siebenbürgen (Transsylvanien) und der Walachei. Südlich gelangt man in die Kleine Walachei. Das Gebiet gehört zum Judeţ Hunedoara.

Der höchste Punkt des Gebirges ist der Peleaga-Gipfel mit 2.509 m Höhe. Weitere 19 Gipfel erreichen Höhen von über 2.000 m, z.B. Păpuşa (2.508 m), Retezat (2.482 m), Vârful Mare (2.463 m), Custura (2.457 m) und Bucura (2.433 m).

Der Bucura-See im Zentrum des Massivs ist der größte natürliche See in den rumänischen Karpaten. Der mit 794 m tiefste Punkt im Park liegt in der Nähe der Berghütte Gura Zlata.

Inhaltsverzeichnis

Region

Interessanterweise bilden die umliegenden Täler einen scharfen Kontrast zu dem immer noch von sehr traditioneller Berg-Landwirtschaft geprägten Gebirge, da sie überwiegend von Schwerindustrie eingenommen sind. Die Region ist ein Zentrum der rumänischen Kohleförderung. Etwa 60 Prozent der Berufstätigen arbeiten in den Kohleminen. Petroşani wird sogar teilweise Stadt der Kohle genannt. Diese Kohlevorkommen sind schon lange bekannt und in Nutzung (1788 – siehe Vulcan). Die Kohle wird teilweise in der Umgebung des Retezat-Gebirges – etwa in Vulcan (Wolkersdorf) oder nördlich des Gebirges in Deva – genutzt.

Geologie

Das Hauptmassiv besteht aus kristallinem Schiefer und Granitdiorit. Lediglich der sogenannte "Kleine Retezat" ist ein aus Kalkstein bestehendes Karstmassiv.

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Das Retezatgebirge vom Vârfu Mare ("Großer Gipfel") aus
Das Retezatgebirge vom Vârfu Mare ("Großer Gipfel") aus

Tourismus

Das Retezatgebirge ist touristisch gut erschlossen, was in den zahlreichen, gut markierten Wanderwegen und den angelegten Campingplätzen ersichtlich ist. Wildes Kampieren ist verboten. Die Wege sind teilweise recht schwierig zu begehen, da sie oft lediglich aus groben Felsblöcken bestehen.

Campingmöglichkeiten:

  • Cabana Pietrele: im nördlichen Teil gelegen, viele Mücken, schlammig, macht insgesamt einen ungepflegten Eindruck.
  • Lacul Bucura (direkt am See): herrlicher Ausblick auf das Bergpanorama (Bucura, Peleaga, Judele). Es kann dort eng werden, da nicht allzu viel Platz für die für gewöhnlich hohe Besucheranzahl vorhanden ist.
  • Poiana Pelegii: viel Platz, im Tal gelegen, direkt an einem kleinen Bach.
  • La Fete, bei Cabana Buta: direkt am Bach gelegen; es gibt einige gute Campingmöglichkeiten.

Literatur

Jules Verne wählte die Gegend als Szenerie für seinen Roman "Das Karpatenschloss" ("Le Château des Carpathes", 1892), in dem sich rätselhafte und unheimliche Ereignisse um ein Bergschloss – das oberhalb eines (fiktiven) Ortes voller abergläubischer Einheimischer in Nachbarschaft des Retezat liegt – als technische Tricks herausstellen. Verne hebt im Beginn das sagenumwobene Transsylvanien (man denke an Dracula) gegenüber anderen romantischen Gegenden Europas als letztes Refugium von Rätseln und Abenteuern auf dem Kontinent hervor, nur um am Ende alle Zauberei als auf moderner Technik basierenden Schwindel zu entlarven. Dabei erwähnt er sogar einmal die (vom Gebirge fern erscheinende) Industrie im Tal. Auch die damals gärenden rumänischen nationalen Bestrebungen des zu der Zeit zu Ungarn gehörenden Gebietes erwähnt der französische Autor.

Einige Bilder

Weblinks


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