Predigtkirche

Predigtkirche
Predigtkirche mit Kanzelaltar in Rellingen

Als Predigtkirche bezeichnet man ein Kirchengebäude, das durch Architektur und Einrichtung auf die Wortverkündigung ausgerichtet ist.

Der klassische Bautyp der romanischen und gotischen Basilika mit Seitenschiffen und Seitenkapellen und der Ausrichtung auf Chor, Apsis und Hochaltar spiegelt ein sakramentales Liturgieverständnis wider, bei dem nicht die Wortverständlichkeit, sondern der Vollzug des Mysteriums im Vordergrund steht. Demgegenüber ist die Predigtkirche eine Form der Hallenkirche, bei der aus akustischen und theologischen Gründen auf trennende und gliedernde Elemente verzichtet wird und die Blick- und Hörrichtung der Versammelten auf den Verkündigungsort, die Kanzel, konzentriert wird.

Solche Hallenkirchen kamen bereits in der Hochgotik auf und wurden besonders als Klosterkirchen der Predigerorden und als Marktkirchen des städtischen Bürgertums errichtet. Dabei blieb die Ausrichtung auf Chor und Altar erhalten, die Kanzel aber wurde in Richtung zum Volk, oft bis in die Mitte des Langschiffs vorgezogen.

Die Reformation, die den Vorrang des Wortes vor dem Sakrament lehrte, entwickelte den eigentlichen Typ der Predigtkirche. In vorhandenen mittelalterlichen Kirchen wurde nun oft das Gestühl auf die Kanzel ausgerichtet und der Hochchor, besonders im reformierten Bereich, abgetrennt.

Für Neubauten wurde die Anordnung des Kanzelaltars entwickelt.


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