Rancirov

Rancirov
Rancířov
Wappen fehlt
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Rancířov (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Jindřichův Hradec
Gemeinde: Dešná u Dačic
Geographische Lage: 48° 56′ N, 15° 32′ O48.93388888888915.528333333333475Koordinaten: 48° 56′ 2″ N, 15° 31′ 42″ O
Höhe: 475 m n.m.
Verkehr
Straße: Slavonice -Uherčice

Rancířov (deutsch Ranzern) ist ein Ortsteil der Gemeinde Dešná in Tschechien. Er liegt 15 Kilometer südlich von Slavonice in Südmähren und gehört zum Okres Jindřichův Hradec.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Rancířov befindet sich nahe der Grenze zu Österreich. Nördlich erhebt sich der Dešenský Šibeník (Galgenberg, 511 m).

Nachbarorte sind Dešná u Dačic im Norden, Dančovice im Nordosten, Lubnice und Mešovice im Osten, Vratěnín im Südosten, Hluboká und Schaditz im Süden, Wilhelmshof im Südwesten, Ziernreith im Westen sowie Písečné und Županovice im Nordwesten.

Geschichte

Rancířov gehört zu den ältesten Pfarrdörfern in Südmähren. Im Jahre 1257 wurde die Pfarre "ad Ronzer" genannt und in einer Stiftsurkunde vom 13. Dezember. 1450 wurden die Abgaben von "Ranzer" geregelt und diese von Robot und Abgaben in eine Geldzahlung umgewandelt Im Jahre 1645 während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort von schwedischen Truppen geplündert und gebrandschatzt. Aus demselben Jahr ist ein "Waisenbuch" erhalten geblieben. Matriken werden in dem Ort seit dem Jahre 1724 geführt.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg, der zwei Männer an der Front forderte, zerfiel der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn. Der Friedensvertrag von Saint Germain 1919, erklärte den Ort zum Bestandteil der neuen Tschechoslowakischen Republik. Nach dem Münchner Abkommen 1938, das die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete an Deutschland regelte, rückten im Oktober deutsche Truppen im Ort ein, der bis 1945 zum Gau Niederdonau gehörte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem sieben Bewohner von Ranzern fielen, kam die Gemeinde wieder zur Tschechoslowakei zurück. Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde die deutsche Bevölkerung enteignet und nach Österreich vertrieben.

Wappen und Siegel

Es ist nicht eindeutig, ob Ranzern ein eigenes Siegel besaß. Tschechische Fachliteratur nennt hier entweder ein Herz mit drei hervorsprießenden Blüten oder ein Pflugeisen. Hierbei muss beachtet werden, dass es bei Iglau ebenfalls ein Ranzern gab, welches zur selben Herrschaft wie Ranzern in Südmähren gehörte. [2]

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner gesamt Volkszugehörigkeit der Einwohner
Jahr Deutsche Tschechen Andere
1880 279 250 29 -
1890 278 250 27 1
1900 264 249 15
1910 256 249 7
1921 297 246 49 2
1930 304 223 81 -

[3]

Sehenswürdigkeiten

Altar der Kirche von Ranzern
  • Pfarrkirche zur Himmelfahrt Mariä (1765)
  • Bildstock (17. Jahrhundert)
  • Schule (1791)
  • Pfarrhof (1639)

Literatur

  • Bruno Kaukal: Wappen und Siegel, (1992), Ranzern S.201
  • Gerald Frodl, Walfried Blaschka: Neubistritz und Zlabings von A bis Z, (2008), Ranzern S.221
  • Felix Bornemann: Kunst und Kunsthandwerk in Südmähren, (1990), Ranzern S.32
  • Rudolf Hruschka: Das Untertanenverhältnis der Gemeinde Ranzern-Winterzeile und ihre Auflehnung gegen die Grundobrigkeit

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae, Band III, S.260
  2. Zemske desky Brno, Brünn 1856, Band XIII, S. 5
  3. Historický místopis Moravy a Slezska v letech 1848–1960, sv.9. 1984

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