St. Laurentius (Wuppertal)

St. Laurentius (Wuppertal)
Ansicht der Kirche von Süden

Die St.-Laurentius-Kirche in Elberfeld ist die katholische Hauptkirche und der bedeutendste katholische Kirchenbau Wuppertals.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die St.-Laurentius-Kirche war die erste katholische Kirche in Elberfeld nach der Reformation. Sie wurde 1828–32 nach Plänen des Kirchenbaumeisters Adolph von Vagedes im Luisenviertel am Laurentiusplatz (damals „Königsplatz“) erbaut. Die Kirche wurde bewusst als städtebauliche Dominante an diesen prominenten Ort gesetzt und bildete das sichtbare Zentrum der ersten (teilweise) planmäßig angelegten Stadterweiterungen Elberfelds. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Bauwerk einige Schäden, diese wurden jedoch bis in die 1970er Jahre weitgehend behoben, als die Turmspitzen rekonstruiert wurden. Durch die Stadtsanierung des Luisenviertels in den 1980er Jahren wurden die Kirche und ihr Platz wieder zu einem Zentrum des Elberfelder Lebens.

1963 wurde die Pfarrkirche von Heinz Bienefeld restauriert.

Architektur

Die Kirche wurde im klassizistischen Stil errichtet. Aufgrund der städtebaulichen Situation wählte man eine Süd-Nord-Ausrichtung, das heißt, der Eingang liegt nach Süden zum Platz hin (und orthogonal zur Friedrich-Ebert-Straße); der Chor weist nach Norden. Das Erscheinungsbild ist ganz auf die Repräsentation zum Platz ausgerichtet: Zwischen einer breiten, spitztürmigen Doppelturmfassade öffnet sich der leicht vorspringende Eingangsbau mit tiefer, tonnengewölbter Nische. Dort liegt, unter einem halbmondförmigen Fenster und einer Säulenordung, das Portal.

Als Material wurde rosafarbener Sandstein gewählt, er wird durch weiße Gesimsbänder geziert. Die Türme besitzen nur im Glockengeschoss Fenster. Die hinteren Partien der Kirche sind einfach-kubisch gehalten. Rundbogenfenster belichten den Kirchenraum, der in einen rechteckigen Chor mündet.

Die repräsentative Erscheinung des Kirchenbaus zeigt, dass die katholische Gemeinde Elberfelds bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gleichberechtigt in der ehemals reformierten Stadt auftreten konnte. Die Alte reformierte Kirche wurde in Größe, Höhe und Turmanzahl übertrumpft. Außerdem wurde das ursprüngliche Patrozinium der älteren Kirche, der hl. Laurentius, übernommen.

Pastoral und Seelsorge

St. Laurentius ist Sitz der Pfarrgemeinde St. Laurentius. Außerdem ist St. Laurentius ein Standort der Katholischen Citykirche Wuppertal.

Literatur

  • Georg Dehio, Ernst Gall: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen, I. Rheinland. Deutscher Kunstverlag, München 1967. S. 648.
  • Hermann-Peter Eberlein: Tausend Jahre Kirche in Elberfeld. In: Geschichte im Wuppertal 19 (2010), S. 16-30.
  • Klaus Goebel, Andreas Knorr (Hg.): Kirchen und Gottesdienststätten in Elberfeld, Düsseldorf 1999 (Kirchliche Kunst im Rheinland Bd. 5), S. 19-29.
  • Klaus Pfeffer: Die Kirchenbauten in Wuppertal-Elberfeld, Neuss 1980 (Rheinische Kunststätten 229), S. 28-35.
  • Wolfgang Zimmermann: Adolph von Vagedes und seine Kirchenbauten. Köln 1964

Weblinks

 Commons: St. Laurentius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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