Tamale (Gericht)

Tamale (Gericht)
Tamale und Kürbissuppe

Tamale oder Tamal (aus dem Nahuatl tamalli) ist ein traditionelles lateinamerikanisches Gericht, bestehend aus Masa (Maisteig) oder einem Maisteiggemisch aus Mehl, Wasser und Schmalz (meistens vom Schwein). Dieses Gemisch wird anschließend mit Fleisch, Käse oder anderem, abhängig vom persönlichen Geschmack, gefüllt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Tamales sind ein traditionelles amerikanisches Gericht, das schon seit über 5000 Jahren auf dem amerikanischen Kontinent zubereitet wurde. Der Grundstoff ist Masa-Teig, normalerweise gefüllt mit einer süßen oder herzhaften Füllung, eingewickelt in Pflanzenblätter (z. B. Banane) oder Maishülsen. Die Tamales werden anschließend gedämpft, bis sie gar sind. Tamales wurden ursprünglich als Ration für Krieger des historischen Amerikas zubereitet und waren so allgegenwärtig und unterschiedlich wie das heutige Sandwich.

Zubereitung

Die Zubereitung von Tamales ist relativ arbeitsintensiv. In Zentral- und Nordmexiko wird sie wie folgt durchgeführt: Der Maisteig (Kugeldurchmesser ca. 2,5 cm) wird wie Butter mit einem Löffel auf ein Pflanzenblatt geschmiert. Anschließend wird die Füllung (siehe unten) der Länge nach in der Mitte des Blattes platziert; Fleisch (Huhn, Schwein) sollte bereits vorgekocht sein. Die Seiten des Blattes werden zur Mitte hin gefaltet und anschließend ungefähr eine Stunde lang gedämpft, bis der Teig eine kuchenähnliche Konsistenz aufweist. Das Mengenverhältnis der Füllung zum Teig ist stark vom persönlichen Geschmack abhängig. Einmal zubereitet können die Tamales problemlos tiefgefroren (die Blätter verhindern ein zusammenfrieren) und je nach Bedarf aufgewärmt werden. Deshalb ist die Zubereitung oft ein sozialer Anlass, bei dem sich Freunde und Verwandte treffen, um hunderte Tamales zuzubereiten, die anschließend aufgeteilt werden.

Tamales in Lateinamerika

Tamales im Topf mit Gareinsatz tamalera

In Mexiko sind Tamales ein zum Frühstück serviertes Gericht, das von Straßenhändlern in großen, dampfenden Töpfen (tamaleras) angeboten wird. An manchen Orten, wie Zacatecas, wird die Tamale oft in kleine Weizenbrote gelegt und wird so zur torta de tamal, die so reichhaltig ist, dass sie bis zur traditionell späten Mittagszeit reicht.

Die üblichste (und traditionelle) Füllung ist Schweine- oder Hühnerfleisch mit entweder roter oder grüner Salsa oder Mole. Eine weitere traditionelle Variante ist es, der Maismischung Zucker hinzuzufügen und mit Rosinen oder anderen getrockneten Früchten zu füllen und somit eine süße Tamale herzustellen (tamal de dulce). Anstatt der Maisblätter werden in den tropischen Teilen des Landes, wie den Anrainerstaaten des Golfes von Mexiko, Oaxaca, Chiapas, und der Halbinsel von Yucatán, Bananenblätter verwendet. Diese Tamales haben eine eher quadratische Form, sind meist sehr groß (~40 cm) und dick; ein für diese Tamales in Süd-Tamaulipas gebräuchlicher Name ist zacahuil. In den im Süden Mexikos angrenzenden Ländern Mittelamerikas sind diese Bananenblatttamales auch sehr verbreitet. Um eine vollwertige Mahlzeit zu erhalten, werden Tamales oft mit atole, heißer Schokolade, oder champurrado serviert.

Die in Nicaragua übliche Form der Tamales heißen Nacatamales.

In El Salvador und Honduras werden die Tamales wie in Nicaragua auch in Bananenblättern serviert. Es gibt verschiedene Varianten , wie tamale de gallina (Huhn), tamale pisque (Fisch), und tamale de elote.

In Guatemala gibt es zusätzlich zu den in El Salvador vorkommenden Varianten Tamales ohne Füllung, die als „Brot“ oder sättigender Bestandteil einer Mahlzeit serviert werden:

  1. Tamal de elote (Mais-Tamal, manchmal süß und gelb),
  2. Tamalito de chipilin (Chipilin ist ein schmackhaftes grünes Blatt) oder
  3. Tamal blanco (weiße Tamal mit Mais hergestellt), sehr einfacher aber einmaliger Geschmack.

Peruanische Tamales sind meist sehr scharf gewürzt, größer und in Bananenblätter eingewickelt. Gewöhnlich sind sie mit Hühnchen oder Schwein gefüllt und werden zusammen mit gekochten Eiern, Oliven, Erdnüssen oder einem Stück Chilischote serviert. Kleinere Tamales, in Maisblätter eingewickelt, werden humitas genannt und sind normalerweise süßer.

Auch in Kolumbien gibt es Tamales. Dort gibt es verschiedene Sorten, wie boyacense und santandereano.

Ecuador serviert auch verschiedene tamales und humitas, die mit frischem Käse, Schwein, Hühnchen oder Rosinen gefüllt sind. Normalerweise sind die equadorianischen Tamales in Mais- oder achira-blätter gewickelt.

Tamales in den USA

Tamales

Der englische Plural ist tamales, dies ist auch die häufigste Form, die man in den Vereinigten Staaten von Amerika in der spanischstämmigen Bevölkerung hört. Der Singular ist meist tamale (was jedoch falsch zu sein scheint, da andere spanisch Sprechende wissen, dass die korrekte Form tamal ist). Mittlerweile haben Tamales in den USA große Popularität erreicht und somit haben sich auch andere Füllungen entwickelt: Rindfleisch, Maiskörner (teilweise zerkleinert). Außerdem sind Tamales ein beliebtes Weihnachtsgericht in den Südweststaaten der USA. Ein einfaches, modernes Tamal im Südwesten der USA enthält eine gut gewürzte Fleischfüllung, normalerweise Hackfleisch von Schwein oder Rind, und wird oft mit Chili-Con-Carne-Sauce serviert.

Das Tamale ist ein gängiges Essen in der Umgebung des Mississippi-Deltas. Seine Popularität wuchs im frühen 19. Jahrhundert, als mexikanische Erntehelfer unter den schwarzen Arbeitern auf den Baumwollplantagen im Süden der USA es einführten.

Weiteres

In Belize sind Tamales auch sehr verbreitet. Dort kennt man sie auch unter dem Namen bollo. Unwissenheit der englischsprachigen Bevölkerung hat dazu geführt, dass in Belize manchmal der Plural auch als Singular verwendet wird: „a tamales“.

Siehe auch

Weblinks


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