Burg Braunshorn

Burg Braunshorn
Burg Braunshorn
Burg Braunshorn, Sicht von Südwesten. Im Vordergrund und am unteren linken Bildrand ist der den Hügel teilweise umlaufende niedrige Wall zu erkennen.

Burg Braunshorn, Sicht von Südwesten. Im Vordergrund und am unteren linken Bildrand ist der den Hügel teilweise umlaufende niedrige Wall zu erkennen.

Alternativname(n): Alte Burg Braunshorn
Entstehungszeit: um 1090
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: Erdwerk
Ständische Stellung: Freiherren
Ort: Braunshorn
Geographische Lage 50° 5′ 27,4″ N, 7° 30′ 53,8″ O50.0909408546987.5149434804916472Koordinaten: 50° 5′ 27,4″ N, 7° 30′ 53,8″ O
Höhe: 472 m ü. NN
Burg Braunshorn (Rheinland-Pfalz)
Burg Braunshorn

Die Burg Braunshorn ist eine abgegangene Burg im Ortsbereich der Gemeinde Braunshorn in der Verbandsgemeinde Kastellaun im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie wird als Stammsitz der Freiherren von Braunshorn angesehen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bei der Burg Braunshorn handelt es sich um eine nicht zuverlässig datierbare Mottenanlage im Ortskern der Gemeinde Braunshorn. Das Geschlecht der Freiherren von Braunshorn wurde 1098 mit Gundolph zum ersten Mal erwähnt.[1] Daher wird der Errichtungszeitraum der Burg in der zweiten Hälfte des elften Jahrhunderts vermutet.

Nachdem das Geschlecht der Braunshorner 1268 nach Beilstein an die Mosel umsiedelte, wurde Burg Braunshorn im Jahr 1273 von Johann I. von Braunshorn[2] und Gerhard von Wildenberg an den Pfalzgrafen Ludwig veräußert, der dadurch einen Stützpunkt in seiner Auseinandersetzung mit Kurtrier gewann.

Schon 1314 musste sein Nachfolger Ludwig der Bayer die Burg Braunshorn zur Tilgung seiner mit der Königswahl verbundenen Kosten an König Johann von Böhmen und Erzbischof Balduin von Trier verpfänden. Mit dem Tod Balduins fiel die ehemalige Stammburg der Braunshorner wieder an die Pfalzgrafen zurück, in deren Besitz sie verblieb.[3]

Wann die Burg aufgegeben wurde, ist nicht bekannt. 1787 waren noch Grundmauern sichtbar[4], die 1857 kaum noch erkennbar waren.[5]

Anlage

Bei der heutigen Anlage handelt es sich um einen rechteckigen Hügel mit etwa 20 Metern Durchmesser und einer Höhe von 3,4 bis 4 Metern. Ein den Hügel teilweise umlaufender niedriger Wallrest (Höhe: ca. 1,50) ist zu erkennen. Ob dieser jedoch nachträglich zugefügt wurde, ist nicht bekannt.

Ein Luftbild der britischen Luftaufklärung zeigt den Zustand in den 1940er Jahren. Leider ist dieses Luftbild, das sich wohl im Besitz der Universität London befindet, nicht einsehbar.[6]

In direkter Nachbarschaft befindet sich ein in der Mitte des 20. Jahrhunderts erbautes Wohnhaus. Der Hügel wurde in dessen Bau mit einbezogen und vermutlich teilweise abgetragen. Eine Begehung ist nicht möglich, da das Gelände durch einen hohen Zaun geschützt ist.

Da bis heute keine archäologischen Untersuchungen des Burghügels erfolgt sind, ist eine definitive Aussage zum Aufbau der Wehranlagen und der dazugehörenden Bauten schwerlich möglich. Vermutlich stand ein turmartiges Gebäude auf dem im sumpfigen Gelände schwer zu erreichenden Burghügel, der zusätzlich durch einen Wall mit Palisade und einen wasserführenden Graben geschützt gewesen sein dürfte.[3]

Burg Braunshorn, Sicht aus nordöstlicher Richtung. Der Burghügel (rechts) läuft nach links in einen niedrigen Wall aus. Im Hintergrund links ist ein Teil des in den 1950er Jahren entstandenen Wohnhauses zu erkennen, im Vordergrund der das Gelände begrenzende Zaun.

Funde

Im Jahre 1936 wurden im Bereich des Burghügels zwei Tonscherben aufgelesen, die heute im Magazin des Rheinischen Landesmuseums Bonn aufbewahrt werden. Eine Wandscherbe wurde durch deren Innenglasur als neuzeitlich identifiziert. Bei der zweiten Wandscherbe handelt es sich um eine gelbe Irdenware mit an der Oberfläche hervortretenden Magerung. Aufgrund dessen könnte es sich hierei um Pingsdorfer Ware handeln, es fehlt jedoch die charakteristische rötliche Bemalung. Eine Datierung in das 11./12. Jahrhundert ist so nicht mit völliger Sicherheit möglich.[3]

Literatur

  • Elmar Rettinger: Historisches Ortslexikon Rheinland-Pfalz. Band 2: Ehemaligen Kreis St. Goar, Stichwort Braunshorn (PDF; 41,5 KB).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. I (-1169), Koblenz 1860, S. 451 (Volltext in der Google Buchsuche).
  2. Johannes Mötsch: Regesten des Archivs der Grafen von Sponheim. 1 (1065–1370), Verlag der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, Koblenz 1987, ISBN 3-922018-56-4, S. 89 ff.. (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz. 41.)
  3. a b c Reinhard Friedrich: Siedlungskundliche Studien zu einer Gruppe von Burghügeln im Hunsrück. In: Interdisziplinäre Studien zur europäischen Burgenforschung, Festschrift für Horst Wolfgang Böhme zum 65. Geburtstag, Teil 2. Braubach 2005, ISBN 3-927558-24-9, S. 56 f.. (Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung. Reihe A: Forschungen, Band 9.)
  4. Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen geographisch-historischen Beschreibung der kurfürstl. Pfalz am Rheine. III, Frankfurt und Leipzig 1787, S. 490 ff. (Volltext in der Google Buchsuche).
  5. Christian von Stramberg: Denkwürdiger und nützlicher Antiquarius, welcher die wichtigsten und angenehmsten geographischen, historischen und politischen Merkwürdigkeiten des ganzen Rheinstroms, von seinem Ausflusse in das Meer bis zu seinem Ursprunge darstellt. Abteilung II, Band 6, Koblenz 1857, S. 9 (Volltext in der Google Buchsuche).
  6. Anmerkung Dr. H. Leifeld, Burgensymposium des Freundeskreis Bleidenberg, Oberfell, 6. November 2010.

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