Campa AG

Campa AG
Campa
Rechtsform AG
Sitz Ochsenfurt
Leitung Rupert Schmid (Strategie, Verkauf und Marketing), René van der Poel (Rohstoffsicherung und Pflanzenölproduktion); Robert Kiesel (Aufsichtsratsvorsitzender und CSU-Landtagsabgeordneter)
Mitarbeiter 100 (31. Dezember 2007)
Umsatz 216 Mio. Euro (Fiskaljahr 2005/06; Stand 30. Juni 2006)
Branche Energiewirtschaft
Produkte Biodiesel, Pflanzenöl
Website www.campa-ag.de

Campa ist eine deutsche Unternehmensgruppe der Energiewirtschaft. Sie produziert, handelt und vertreibt Biokraftstoffe auf dem nationalen und internationalen Markt. Campa ist einer der größten Biodiesel-Hersteller Deutschlands, in Süddeutschland Marktführer.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nach der Gründung der Campa Biodiesel GmbH & Co. KG im Jahr 1999 wurde 2000 die Biodieselanlage in Ochsenfurt mit einer anfänglichen Produktionskapazität von 75.000 Tonnen/Jahr in Betrieb genommen. Campa zählte damit zu den Pionier-Unternehmen der deutschen Biokraftstoff-Branche. 2002 wurde die Campa energie GmbH & Co KG als reiner Vertriebs- und Handelszweig gegründet. 2005 wurde die Biodiesel-Produktionskapazität in Ochsenfurt auf 150.000 Jahrestonnen ausgebaut. 2006 erfolgte die Gründung der Holdinggesellschaft Campa AG und der Campa iberia für den Vertrieb in Spanien, Portugal und Frankreich. Im Herbst 2007 wurde eine Ölmühle fertiggestellt. 2007 erhielt Campa den „Bayerischen Förderpreis für Nachwachsende Rohstoffe“. Eine zweite Biodieselanlage in Straubing mit Heizkraftwerk, Raps- und Rapsschrotlager sollte 2008 fertig werden.

Am 26. Mai 2008 hat Campa Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Betroffen sind die Campa Biodiesel GmbH & Co. KG, Campa Energie GmbH & Co. KG, Campa Süd GmbH & Co. KG sowie die Campa AG. Die Verbindlichkeiten der Gruppe belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro, davon allein rund 85 Millionen durch Verzögerungen und Kostenüberschreitungen beim Bau der Straubinger Ölmühle. Laut Mitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters vom 2. August 2008 konnten die stillen Einlagen von rund 2000 Landwirten in Höhe von insgesamt mindestens 15 Millionen Euro nicht durch ein Insolvenzplanverfahren gesichert werden und sind damit komplett verloren. Der Weiterbetrieb der Campa samt Mitarbeitern sei aber voraussichtlich gewährleistet, derzeit laufen Verhandlungen mit Investoren.

Am 15. August 2008 teilte der Insolvenzberater Bruno Fraas mit, dass das US-Unternehmen Archer Daniels Midlands Company (ADM) die Firma übernehmen wird, wenn das Bundeskartellamt zustimmt. ADM bot für die Ölmühle am Firmensitz in Straubing umgerechnet etwa 50 Millionen Euro und legte damit das höchste Angebot einer Reihe von Interessenten vor. Die Biodiesel-Raffinerie in Ochsenfurt soll laut Fraas von dem Verkauf ausgeschlossen sein und getrennt verkauft werden.[1] Die Tageszeitung Main-Post meldete am 8. Oktober 2008, dass der Verkauf der Ölmühle an die ADM vom Kartellamt genehmigt worden sei; die Anlage in Ochsenfurt sei für einen einstelligen Millionenbetrag an die VNR gegangen - laut VNR Homepage am 1. September 2008; die Ochsenfurter Firma trägt laut deren Homepage jetzt den Namen Campa GmbH&Co KG. [2]

Struktur

Holdinggesellschaft der Gruppe ist die Campa AG. Die operativen Geschäfte der Campa-Gruppe sind in die drei Bereiche Ölsaaten, Produktion und Handel gegliedert. Tochtergesellschaften der AG sind die Campa Biodiesel GmbH & Co. KG (Produktion; Sitz Ochsenfurt), die Campa Süd GmbH & Co. KG (Produktion; Sitz Straubing) und die Campa energie GmbH & Co. KG(Handel und Vertrieb; Sitz: Ochsenfurt). Die Vermarktungsgesellschaft Campa iberia SA in Spanien ist eine vollständige Tochter der Campa energie GmbH & Co. KG.

Campa verfügt über eine eigene Rapsmethylester-Umesterungsanlage in Ochsenfurt mit einer Produktionskapazität nach DIN EN 14214 von 150.000 Tonnen Biodiesel pro Jahr (2007) und verkaufte im Geschäftsjahr 2005/06 270.000 Tonnen. Außerdem betreibt Campa in Straubing eine eigene Ölmühle (Extraktions-Pressanlage) zur Herstellung von Papsöl (Eigenmarke Campa® öl) aus Rapssaat. Campa vermarktet neben der Eigenmarke Campa® diesel auch Biokraftstoffe von Fremdproduzenten an Speditionen, Mineralölgesellschaften und -händler. Campa ist Initiator und eines von drei Mitgliedsunternehmen der Kette Biodiesel-Partner-Tank (BPT) mit bundesweit mehr als 120 Tankstellen. Dadurch hat Campa auch Zugriff auf das Endkundengeschäft. Ergänzend ist Campa dem europaweiten Tankstellennetz von Scheier Europe (per Tankkarte) angeschlossen. Als weiteres Standbein betreibt Campa Projektierung und Bau von Biodieselanlagen sowie den Anbau von Ölsaaten. Mehr als 2.000 Landwirte und über 10.000 Erzeuger beliefern die Gruppe. Somit deckt die Gruppe die gesamte Wertschöpfungskette ab.

Größter Campa-Aktionär (42,47 %) ist die in Ochsenfurt ansässige Verwertungsgesellschaft für nachwachsende Rohstoffe GmbH & Co. KG (VNR). An der VNR sind rund 2.000 Landwirte mit insgesamt etwa 11,4 Millionen Euro als stille Teilhaber beteiligt. Rund 10 Geldgeber haben überdurchschnittlich große Beträge eingebracht, neben fränkischen Bauern auch ein tschechisches Unternehmen.

Belege

  1. Biodiesel aus Bayern: US-Firma kauft Campa. n-tv.de, 15. August 2008
  2. Campa-Verkauf ist genehmigt." Main-Post, 8. Oktober 2008

Weblinks


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