Karl Kupisch

Karl Kupisch

Karl Kupisch (* 14. Februar 1903 in Berlin; † 23. Oktober 1982 ebenda) war ein deutscher evangelischer Kirchenhistoriker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kupisch studierte Germanistik, Geschichte und Theologie an der Universität Berlin und wurde 1938 zum Dr. phil. promoviert. Nach einigen Jahren im Schuldienst war er seit 1946 Dozent an der Kirchlichen Hochschule Berlin, seit 1951 Professor für Kirchengeschichte, seit 1955 Honorarprofessor für Allgemeine Religions- und Geistesgeschichte an der Technischen Universität Berlin. Von 1959 bis 1961 war Kupisch Rektor der Kirchlichen Hochschule.

Seine Darstellung der jüngeren Kirchengeschichte zeichnet sich durch ihren kritischen und gesamthistorischen Ansatz aus: „Was die Gesamtsicht dieser Kirchengeschichte angeht, so will ich keinen Zweifel darüber lassen, dass ich mit der bislang weithin praktizierten Auffassung, dass ein sozusagen für Haus und Schule gedachtes Geschichtsbuch wie eine reingefegte Treppe wirken müsste, radikal gebrochen habe. Es hat der populären und von „pädagogischen Gesichtspunkten“ geleiteten kirchengeschichtlichen Darstellungsart sehr geschadet, dass man meinte, der theologisch ungebildete Leser müsste in eine Art kirchliche Ruhmeshalle geführt oder zu einem Spaziergang durch eine kirchliche Siegesallee angeleitet werden.“[1]

Ehrungen

1963 Ehrendoktor der Theologischen Fakultät der Universität Basel

Werke (in Auswahl)

  • Coligny. Eine historische Studie. 2. Aufl. Lettner, Berlin 1951
  • Feinde Luthers. Vier historische Bildnisse. ebd. 1952 (Erasmus von Rotterdam, Karl V., Thomas Müntzer, Ignatius von Loyola).
  • Volk ohne Geschichte. ebd. 1953 (über das Judentum)
  • Vom Pietismus zum Kommunismus. Historische Gestalten, Szenen und Probleme. ebd. 1953 (Der Anfang; 18).
  • Zwischen Idealismus und Massendemokratie. Eine Geschichte der evangelischen Kirche in Deutschland von 1815-1945. 4. Aufl. ebd. 1963
  • Begegnung mit Karl Barth. Eine historische Betrachtung. Kaiser, München 1958
  • Kirchengeschichte. Kohlhammer, Stuttgart 1974 ff (Urban-Taschenbücher Bd. 168-172)
  1. Von den Anfängen bis zu Karl dem Großen. 2. Aufl. 1983, ISBN 3-17-007216-1
  2. Das christliche Europa. Größe und Verfall des Sacram Imperium. 2. Aufl. 1984, ISBN 3-17-008260-4
  3. Politik und Konfession. Die Reformation in Deutschland. 1974, ISBN 3-17-002061-7
  4. Das Zeitalter der Aufklärung. 1975, ISBN 3-17-002126-5
  5. Das Zeitalter der Revolutionen und Weltkriege. 1975, ISBN 3-17-002127-3
  • Tradition und Gegenwart. Grundzüge und Probleme der deutschen Geschichte. Lettner, Berlin 1959 ff.
  1. Das heilige Reich. 1959
  2. Der Staat. 1965
  3. Das Volk. 1963
  • Karl Barth in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 2. Aufl. Steinkopf, Stuttgart 1996, ISBN 3-7984-0334-1
  • Adolf Stoecker, Hofprediger und Volkstribun. Ein historisches Porträt. Haude & Spener, Berlin 1970, ISBN 3-7759-0114-0 (Berlinische Reminiszenzen; 29)
  • Die Freiheit des geschichtlichen Denkens. Protestantismus und Geschichte. Steinkopf, Stuttgart 1979, ISBN 3-7984-0447-X

Literatur

  • Ernst Wolf (Hrsg.): Zwischenstation. Festschrift für Karl Kupisch zum 60. Geburtstag. Verlag Kaiser, München 1963.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vorwort zu Zwischen Idealismus und Massendemokratie. Eine Geschichte der evangelischen Kirche in Deutschland von 1815–1945. Berlin 1955, S. 8.

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем написать реферат

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Karl Barth — Karl Barth, 1955 Karl Barth (* 10. Mai 1886 in Basel; † 10. Dezember 1968 ebenda) war ein Schweizer evangelisch reformierter Theologe. Er gilt im Bereich der europäischen evangelischen Kirchen aufgrund seines theologischen Gesamtwerks als… …   Deutsch Wikipedia

  • Bartholomäusnacht — Die Bartholomäusnacht (auch Pariser Bluthochzeit genannt) bezeichnet die Nacht zum 24. August 1572, in der Admiral Gaspard de Coligny und weitere Führer der Hugenotten zusammen mit Tausenden von Glaubensgenossen auf Befehl Katharinas von… …   Deutsch Wikipedia

  • Enteignungstheologie — Als Substitutionstheologie (von Lateinisch substituere, „ersetzen“; auch: Ersetzungs , Enterbungs oder Enteignungstheologie) bezeichnet man eine verbreitete christliche Lehre, wonach das von Gott erwählte Volk Israel nicht mehr das Volk seines… …   Deutsch Wikipedia

  • Ersetzungstheologie — Als Substitutionstheologie (von Lateinisch substituere, „ersetzen“; auch: Ersetzungs , Enterbungs oder Enteignungstheologie) bezeichnet man eine verbreitete christliche Lehre, wonach das von Gott erwählte Volk Israel nicht mehr das Volk seines… …   Deutsch Wikipedia

  • Substitutionstheologie — Als Substitutionstheologie (von Lateinisch substituere, „ersetzen“; auch: Ersetzungs , Enterbungs oder Enteignungstheologie) bezeichnet man eine verbreitete christliche Lehre, wonach das von Gott erwählte Volk Israel nicht mehr das Volk seines… …   Deutsch Wikipedia

  • Adolf Stöcker — Hofprediger Adolf Stoecker Adolf Stoecker (* 11. Dezember 1835 in Halberstadt; † 2. Februar 1909 in Gries bei Bozen, Südtirol) war ein evangelischer deutscher Theologe und Politiker. Stoecker versuchte auf der Grundlage vo …   Deutsch Wikipedia

  • Adolf Stoecker — (né le 11 décembre 1835 à Halberstadt décédé le 2 février 1909 à Gries bei Bozen, Province autonome de Bolzano). Théologien évangélique et homme politique allemand. « Ennemi juré de la social démocratie »[1 …   Wikipédia en Français

  • Deutsche Theologen — Chronologische Liste deutschsprachiger Theologen siehe auch: Liste von Theologen (alphabetisch) Inhaltsverzeichnis 1 Mittelalter 2 Zeit der Reformation 3 Pietismus und Rationalismus 4 19. Jahrhundert 5 20. Jahrhu …   Deutsch Wikipedia

  • Deutscher Theologe — Chronologische Liste deutschsprachiger Theologen siehe auch: Liste von Theologen (alphabetisch) Inhaltsverzeichnis 1 Mittelalter 2 Zeit der Reformation 3 Pietismus und Rationalismus 4 19. Jahrhundert 5 20. Jahrhu …   Deutsch Wikipedia

  • Liste deutscher Theologen — Chronologische Liste deutschsprachiger Theologen siehe auch: Liste von Theologen (alphabetisch) Inhaltsverzeichnis 1 Mittelalter 2 Zeit der Reformation 3 Pietismus und Rationalismus 4 19. Jahrhundert 5 20. Jahrhu …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”