Waggonfabrik Josef Rathgeber

Waggonfabrik Josef Rathgeber

Die Waggonbaufabrik Josef Rathgeber wurde 1852 in München gegründet.

Inhaltsverzeichnis

Die Anfänge (bis 1852)

Der Firmengründer Joseph Rathgeber sen. wurde am 26. Februar 1810 in Ering am Inn geboren, hatte den Beruf eines Hufschmieds erlernt und am 21. Juni 1839 für 5.500 fl (Gulden) die reale Hufschmiedgerechtsamkeit von Ernst Bräuer an der Marstallstrasse 7 in München erworben. Am 19. November 1839 verlieh ihm der Magistrat der Stadt München das Bürgerrecht. Joseph Rathgeber sen. ehelichte am 16. Februar 1841 die Münchner Bäckerstochter Maria Kellerer. Dieser Ehe entsprossen 10 Kinder, darunter am 15. Februar 1846 Josef Rathgeber jun. und am 11. April 1857 Rudolf Eduard Rathgeber, die dann später den väterlichen Betrieb übernahmen. Dem "Hofhufschmied" Joseph Rathgeber sen. wurde sein beruflicher Rahmen zu eng, worauf er am 17. April 1855 mit Regierungsentschließung die Konzession für eine Wagenfabrik auf dem Grundstück Marsstrasse 10a in der Münchner Maxvorstadt erhielt, das er am 9. Dezember 1852 für 10.996 fl von Alois Fest gekauft hatte.

Entwicklung ab 1900

Ab 1900 wurden für lange Zeit beinahe ausschließlich Wagen für die Straßenbahn München produziert. Zwischen 1909 und 1914 wurden auch Büssing-Lastwagen in Lizenz gebaut. Während des Ersten Weltkrieges wurden einige Straßenbahnwagen produziert. Nach 1945 lieferte das Unternehmen Omnibus-Aufbauten für Krauss-Maffei-Fahrgestelle, später auch Karosserien für den Oberleitungsbus München. 1951 stellte Rathgeber auf der IAA das erste selbstgebaute Omnibus-Modell vor. Im selben Jahr wurde die eigene Omnibusproduktion wieder aufgegeben.

Rathgeber spezialisierte sich wieder auf sein altes Kerngeschäft, die Fertigung von Fahrzeugen für die Münchener Straßenbahn. In den 1960er-Jahren geriet das Unternehmen allmählich in Schwierigkeiten. Aufgrund stark zurückgehender Aufträge konnte Rathgeber das Straßenbahngeschäft nicht mehr aufrechterhalten; es wurde 1969 geschlossen. Auch im Busgeschäft lief es bei weitem nicht mehr so gut, denn auch hier waren die Aufträge spürbar zurückgegangen. In den Jahren von 1969 bis 1972 war Rathgeber noch an der Produktion der DB-Baureihe 420 beteiligt.

Literatur

  • Hans Christoph von Seherr-Thoß: Rathgeber. In: Neue Deutsche Biographie. 21. 2003, S. 178. Onlinefassung

Weblinks


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