Eleonore von Kastilien (1241–1290)

Eleonore von Kastilien (1241–1290)

Eleonore von Kastilien (* um 1241; † 28. November 1290 in Harby, Nottinghamshire) war die erste Ehefrau von Eduard I. von England.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Eleonore wurde in Kastilien, Spanien geboren, als Tochter von Ferdinand III., König von Kastilien und seiner zweiten Frau Johanna, Gräfin von Ponthieu. Eigentlich war ihr Name Leonor, aber in England wurde sie Eleonore genannt. Ihr Geburtsdatum ist nicht genau bekannt, aber sie war das zweite von drei Kindern. Ihr älterer Bruder Ferdinand wurde 1239/40, ihre jüngere Schwester Luis 1242/43 geboren. Zum ersten Jahrestag ihres Todes 1291 erschienen 49 Kerzenträger, jede Kerze für ein Lebensjahr. Also kann man ihr Geburtsjahr ungefähr auf 1241 datieren.

Im Oktober 1254 heiratete sie Eduard, den Sohn von Heinrich III. in Burgos, Spanien, und wurde 1272 Königin, nachdem Heinrich gestorben war. Sie begleitete ihren Mann auf seinen militärischen Feldzügen und gebar direkt nach der Eroberung von Wales im Jahr 1284 ihren vierten Sohn, den späteren Eduard II. von England in Caernarfon Castle. Insgesamt bekam sie fünfzehn Kinder, sechs überlebten die Kindheit, aber nur vier ihre Eltern.

Eleonorenkreuz in Hardingstone, Northamptonshire

Man erinnert sich gerne an Eleonore als die Königin, die für die Eleonorenkreuze inspirierte (s. unten), aber zu ihrer Zeit war sie nicht sehr beliebt. Man hielt sie für zu ausländisch und gierig.

Sie und Edward kümmerten sich nicht sehr um ihren Nachwuchs. Ihre Tochter Johanna wuchs zum Beispiel größtenteils bei ihrer Großmutter im Ponthieu auf, und als ihr Sohn Heinrich in Guildford im Sterben lag, bemühten sich die Eltern nicht, von London zu kommen, um ihn noch einmal zu sehen.

Eleonore starb am 28. November 1290 im Haus von Richard de Weston in Harby, Nottinghamshire an einer Fiebererkrankung.[1] Ihr Körper wurde zur Beerdigung nach London gebracht. Eduard liebte seine Frau so sehr, dass er Gedenkkreuze für sie errichtete, überall, wo ihr Körper über Nacht blieb. Drei dieser Eleonorenkreuze stehen heute noch, obwohl das berühmteste bei Charing Cross (woher auch der Name kommt) nur eine Kopie ist. Eduard heiratete nach Eleonores Tod neun Jahre lang nicht wieder; erst 1299 heiratete er Margarete von Frankreich.

Die zwölf Kreuze standen in den folgenden Orten: Lincoln, Grantham, Stamford, Geddington, Northampton, Stony Stratford, Woburn, Dunstable, St Albans, Waltham Cross, Westcheap und Charing Cross (London).

Kinder von Königin Eleonore und König Eduard I.

  • eine totgeborene Tochter (* Mai 1255 in Bordeaux)
  • Katherine (* 17. Juni 1264; † 5. September 1264), begraben in der Westminster Abbey.
  • Eleonore (* 18. Juni 1264; † 12. Oktober 1297); ∞ I. Alfons III. von Aragón und ∞ II. Graf Heinrich III. von Bar
  • Johanna (* Januar 1265; † vor dem 7. September 1265), begraben in der Westminster Abbey
  • Johann (* 13. Juli 1266; † 3. August 1271 in Wallingfort) war unter der Aufsicht seines Großonkels Richard, Earl of Cornwall, begraben in der Westminster Abbey
  • Heinrich (* vor 6. Mai 1268; † 16. Oktober 1274)
  • Eleonore (1269–1298)
  • Tochter (* Mai 1271 in Palästina; † vor September 1271)
  • Johanna von Akkon (* 1272; † 7. April 1307); ∞ I. Gilbert de Clare, 6. Earl of Hertford und ∞ II. Ralph Morthemer, 1. Baron Monthermer
  • Alphonso, Earl of Chester (* 24. November 1273; † 19. August 1284), begraben in der Westminster Abbey
  • Margarete (* 15. März 1275; † nach 1333); ∞ Johann II. von Brabant.
  • Berengaria (* 1. Mai 1276; † vor 27. Juni 1278), begraben in der Westminster Abbey.
  • Tochter, kurz nach der Geburt im Januar 1278 gestorben.
  • Maria (* 11. März 1279; † 29. Mai 1332), eine Nonne in Amesbury, Wiltshire
  • Elisabeth von Rhuddlan (* August 1281 in Rhuddlan; † 5. Mai 1316); ∞ I. Johann I., Graf von Holland und ∞ II. Humphrey de Bohun, 4. Earl of Hereford, 3. Earl of Essex.
  • Eduard von Caernarvon (Eduard II.) (* 25. April 1284 in Caernarvon; † 21. September 1327); ∞ mit Isabella von Frankreich

Literatur

  • John Carmi Parsons: Eleanor of Castile. Palgrave, 1997, ISBN 0-312-17297-4. (englisch)
  • Carsten Dilba: Memoria Reginae – Das Memorialprogramm für Eleonore von Kastilien. Olms, 2009, ISBN 978-3-487-13943-2.

Weblinks

 Commons: Eleonore von Kastilien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. John Carmi Parsons: Eleanor of Castile, 1997, S. 58


Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Eleonore von der Provence Queen Consort von England
1274–1290
Margarethe von Frankreich

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