Fernmeldetechnik

Fernmeldetechnik

Die Vermittlungstechnik ist ein Teilgebiet der Nachrichtentechnik, das sich mit den Verfahren und technischen Einrichtungen zur Herstellung von nur zeitweilig bestehenden Nachrichtenverbindungen zwischen wechselnden Endstellen über ein Nachrichtennetz befasst. Die Endstellen (Teilnehmer, Endgeräte, Telefone, Modems) sind an das Nachrichtennetz angeschlossen und mittels einer Rufnummer bzw. Adresse gekennzeichnet. Beim Aufbau und Abbau der Verbindungen werden von den Endstellen Signale mit dem Netz ausgetauscht, zum Beispiel die gewählte Rufnummer, Hörtöne und das Rufsignal.

Im Gegensatz zur Vermittlungstechnik verfügt die Multiplextechnik nicht über Signalisierungstechniken für den Auf- und Abbau von Nachrichtenverbindungen. Bei der Multiplextechnik werden die Verbindungen zwar ebenfalls nur zeitweise geschaltet. Der Verbindungsweg wird in der Multiplextechnik aber über eine zentrale Steuerung geschaltet, die in einem Netzmanagementsystem realisiert sein kann. Wegen der Ähnlichkeit der Techniken wird die Multiplextechnik oft als Teilgebiet der Vermittlungstechnik betrachtet.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben der Vermittlungstechnik

Aufgaben der Vermittlungstechnik sind Verbindungsaufbau, Nachrichtenübertragung und der Verbindungsabbau.

Verbindungsaufbau
Während des Verbindungsaufbaus wird eine (auch virtuelle) Verbindung von der Nachrichtenquelle zur Nachrichtensenke, dies können auch mehrere sein, aufgebaut. Verschiedene Signalisierungsalgorithmen werden durchlaufen und wenn Kommunikationsbereitschaft besteht, wird ein Nachrichtenkanal von der Quelle zur Senke geöffnet. Die Begriffe Quelle und Senke bezeichnen die logische Ebene von Aktion und Reaktion, nicht die Richtung der Datenübertragung im Nachrichtenkanal.
Nachrichtenübertragung
Die Nachrichtenübertragung ist der transparente Informationsaustausch zwischen den Teilnehmern. Während der Übertragung können Gebühreninformationen registriert werden.
Verbindungsabbau
Beim Verbindungsabbau wird der Nachrichtenkanal geschlossen und alle beteiligten technischen Einrichtungen werden freigegeben.
Verwaltung
Konfigurationsschnittstelle für Teilnehmer- und Leitungsfunktionen, Überlastabwehr, Verkehrsbeobachtung.

Grundsätzlicher Aufbau der Vermittlungseinrichtung

Die Vermittlungeinrichtung (VE) besteht aus der Peripherie, das sind Anschlussbaugruppen für Endeinrichtungen und Verbindungsleitungen zu anderen VE, dem Koppelfeld und der Steuerung (z.B. Koordinationsprozessor). Die Steuerung kann zentral oder dezentral erfolgen.

Die digitale Vermittlungstechnik

Die digitale Vermittlungstechnik ist Teil des öffentlichen digitalen Nachrichtennetzes. In Deutschland werden je nach Netzbetreiber unterschiedliche Systeme eingesetzt. Die Deutsche Telekom nutzt in ihrem Netz die Systeme S12 und EWSD.

Hauptteile

Die Hauptteile der digitalen Vermittlungstechnik sind Anschlussteil, Rufanschaltung, Codec, Koppelanordnung der PCM-Vermittlung, Vermittlungsstelle, Koppelfeld und Steuerung.

  • Anschlussteil mit BORSCHT-Funktionen
  • Koppelanordnung der PCM-Vermittlung. Die Koppelanordnung stellt Verbindungen der Kanäle der Zubringerbündel zu Kanälen der Abnehmerbündel her. Zur Steigerung der Leistung der Koppelanordnung kann diese mehrere Koppelstufen enthalten. Koppelanordnungen können aus Raumvielfach, Zeitvielfach oder der Kombination beider bestehen. Siehe auch digitale Vermittlungsstelle, Koppelfeld, EWSD.

Unterschiedliche Vermittlungstechniken


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Fernmeldetechnik — Fẹrn|mel|de|tech|nik 〈f. 20; unz.〉 Technik der Aufnahme, Wiedergabe u. Übertragung von Signalen (Sprache, Musik, Bilder, Daten) auf elektrischem Wege über Draht od. Funk * * * Fẹrn|mel|de|tech|nik, die <o. Pl.>: Zweig der… …   Universal-Lexikon

  • Fernmeldetechnik — Fẹrn|mel|de|tech|nik …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Spleißen (Fernmeldetechnik) — Spleißen ist eine spezielle Art der Verbindung zweier Adern oder zweier Glasfasern in der Fernmeldetechnik. Allgemeines Spleißstellen werden häufig in Muffen untergebracht. Spleißen von Kupferadern Spleißstelle einer Kupferader …   Deutsch Wikipedia

  • Rudolf Franke — (* 24. Juni 1870 in Hannover; † 11. Dezember 1962 in Bückeburg; vollständiger Name Rudolf Heinrich August Philipp Franke) war ein deutscher Ingenieur. Leben und Wirken Rudolf Franke war 1894 ein Jahr lang Assistent am Elektrotechnischen Institut… …   Deutsch Wikipedia

  • DIN-VDE-Normen Teil 8 — Liste der VDE Normen ab 0800 VDE 0800 Teil 1 1989 05 DIN VDE 0800 1 Fernmeldetechnik Allgemeine Begriffe, Anforderungen und Prüfungen für die Sicherheit der Anlagen und Geräte VDE 0800 Teil 2 310 2001 09 DIN EN 50310 Anwendung von Maßnahmen für… …   Deutsch Wikipedia

  • Parkeisenbahn Berlin — Parkeisenbahn Wuhlheide Kursbuchstrecke (DB): 12299 Streckenlänge: 7,50 km Spurweite: 600 mm Höchstgeschwindigkeit …   Deutsch Wikipedia

  • Parkeisenbahn Wuhlheide — Kursbuchstrecke (DB): 12299 Streckenlänge: 7,50 km Spurweite: 600 mm Höchstgeschwindigkeit …   Deutsch Wikipedia

  • Drillung — Verdrillung bezeichnet das gegeneinander Verwinden und das schraubenförmige Umeinanderwickeln von Fasern oder Drähten. Bei der Verdrillung von Drähten und in der Fernmeldetechnik spricht man auch von Verseilung . Bei einer verdrillten Leitung… …   Deutsch Wikipedia

  • Rundfunk- und Fernmelde-Technik — RFT Logo Clivia II FER858A (VEB Rafena, Radeberg) aus dem Jahr 1956 …   Deutsch Wikipedia

  • Verdrallung — Verdrillung bezeichnet das gegeneinander Verwinden und das schraubenförmige Umeinanderwickeln von Fasern oder Drähten. Bei der Verdrillung von Drähten und in der Fernmeldetechnik spricht man auch von Verseilung . Bei einer verdrillten Leitung… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”