Fritz Hommel

Fritz Hommel
Grab von Fritz Hommel auf dem Münchner Nordfriedhof

Fritz Hommel (* 31. Juli 1854 in Ansbach; † 17. April 1936 in München) war ein deutscher Orientalist.

Hommel war Schüler von Friedrich Delitzsch, studierte in Leipzig und habilitierte sich 1877 in München, wo er 1885 außerordentlicher Professor für semitische Sprachen wurde. Er lehrte in München fast ein halbes Jahrhundert und bildete viele Schüler aus. Zu seinen Schülern gehörte unter anderem Adam Falkenstein.

Er interessierte sich neben den linguistischen Problemen auch für die Geschichte Vorderasiens und ihr Zusammenwirken mit Kultur und Geistesleben der Nachbarn, beispielsweise im alten Ägypten. Sein Hauptwerk war der „Grundriss der Geographie und Geschichte des Alten Orients“ (1904), das 1926 von Iwan von Müller und Walter F. Otto unter dem Titel „Ethnologie und Geographie des Alten Orients“ erneut heraus gegeben wurde. Gegen Ende seines Lebens beschäftigte er sich mit der Geschichte des Münchener Künstlerviertels Schwabing, wo er auch seine Wohnung hatte.

Sein Sohn war der klassische Philologe Hildebrecht Hommel (1899–1996).

Schriften

  • Die äthiopische Übersetzung des Physiologus. Leipzig 1877
  • Die Namen der Säugetiere bei den südsemitischen Völkern. Leipzig 1879
  • Zwei Jagdinschriften Asurbanipals. Leipzig 1879
  • Die semitischen Völker und Sprachen. Bd. 1 Leipzig 1883
  • Die älteste arabische Barlaam-Version. Wien 1887
  • Abriß der Geschichte des alten Orients. Nördlingen 1887
  • Geschichte Babyloniens und Assyriens. Berlin 1885
  • Der babylonische Ursprung der ägyptischen Kultur. München 1892
  • Aufsätze und Abhandlungen arabistisch-semitologischen Inhalts Bd. I-III. München 1892-1901
  • Südarabische Chrestomathie. München 1893
  • Sumerische Lesestücke. München 1894
  • Geschichte des alten Morgenlandes. Leipzig 1904
  • Die altisraelische Überlieferung in inschriftlicher Beleuchtung. München 1896
  • Der Gestirndienst der alten Araber und die altisraelische Überlieferung. München 1900
  • Vier neue arabische Landschaftsnamen im Alten Testament. München 1901

Literatur

  • Erika Bleibtreu, Johannes Boese und Barthel Hrouda: Orientalistenleben. Kurzbiografien von E.F. Weidner, B. Meissner, E. Unger und F. Hommel, In: Alter Orient aktuell 8 (2007), S. 26f.

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