Alexandra Amalie von Bayern

Alexandra Amalie von Bayern
Joseph Karl Stieler: Alexandra Amalie von Bayern, Öl auf Leinwand, 1838; Gemälde für die Schönheitengalerie

Alexandra Amalie Prinzessin von Bayern (* 26. August 1826 auf Schloss Johannisburg in Aschaffenburg; † 21. September 1875 auf Schloss Nymphenburg in München) war ein Mitglied aus dem Hause Wittelsbach und wirkte als Schriftstellerin und Übersetzerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft

Alexandra Amalie war die fünfte und jüngste Tochter von König Ludwig I. von Bayern und seiner Ehefrau, der Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Zu ihren Brüdern zählte der spätere Prinzregent Luitpold.

Alexandra Amalie wirkte als Oberste Vorsteherin und Äbtissin der Königlichen Damenstifte zur „Heiligen Anna“ in München und Würzburg. Sie war eine Wohltäterin der Stadt Aschaffenburg und erwarb sich bleibende Verdienste um die Armenfürsorge, indem sie zum Beispiel 1860 eine Armen- und Krankenküche in Aschaffenburg gründete. Auch als Übersetzerin und Schriftstellerin wurde sie bekannt und veröffentlichte bis zu ihrem Tod die Werke:

  • Feldblumen (Skizzen und Erzählungen, 1856)
  • Weihnachtsrosen (Skizzen und Erzählungen, 1858)
  • Phantasie- und Lebensbilder (Freie Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen, 1858)
  • Kleine historische Erzählungen (Nach dem Französischen, 1862)

Psychische Störungen

Alexandra werden mehrere psychische Störungen zugeschrieben, unter anderem übertriebener Drang zur Reinlichkeit. Täglich mussten nach dieser Quelle ihre Kleider gebürstet werden. Außerdem litt sie an der Wahnvorstellung, ein gläsernes Klavier verschluckt zu haben. Als sie sich einmal übergeben musste, warfen Bedienstete ein kleines Klaviermodell in den Auswurf und erzählten ihr, dass sie nun das Möbel los wäre. Solche und ähnliche Verhaltensstörungen – andere Quellen [1] nennen eine krankhafte Furcht vor Berührungen – waren der eigentliche Grund, warum die Prinzessin nicht verheiratet werden konnte. Auch ein dreijähriger Aufenthalt in der Anstalt Illenau konnte an ihren Leiden nichts ändern.

Alexandra starb 1875 und wurde in der Theatinerkirche in München beerdigt.

Literatur

  • Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Band 1. Brockhaus, Leipzig 1913, S. 47.
  • Christian Dickinger: Die schwarzen Schafe der Wittelsbacher: Zwischen Thron und Wahnsinn. Piper Verlag, München 2005, ISBN 3-492-24345-2

Einzelnachweise

  1. Anstalt Illenau – Berühmte Patienten

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