Islamischer Weltkongress

Islamischer Weltkongress

Der Islamische Weltkongress trat von 7. Dezember 1931 bis 13:30 Uhr des 17. Dezember 1931 in Jerusalem zusammen. Es nahmen 130 Abgeordnete aus 22 muslimischen Staaten teil. Der Kongress rief die muslimischen Staaten dazu auf, den Handel mit der jüdischen Gemeinde in Palästina zu vermeiden.

Der Kongress wurde einberufen von Mohammed Amin al-Husseini, Großmufti von Jerusalem, und Shawkat Ali, Oberhaupt des indischen Kalifat-Komitees. Der offiziell für die Einberufung des Kongresses angegebene Grund war die Beratung über einen Vorschlag zur Einrichtung einer Universität an der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem als Zentrum der Islamforschung, eine Idee, der sich die Führer der angesehen Al-Azhar-Universität in Kairo entgegenstellten.

Dessen ungeachtet wurde der Kongress weithin als Versuch des Muftis angesehen, seine Reputation vorab für die Bewerbung um das Amt des Kalifen zu verbessern. Diese Position war unbesetzt geblieben, seit der Panislamische Kongress 1926 in Mekka daran gescheitert war, sich auf einen geeigneten Nachfolger von König Hussein von Hedschas zu einigen. Die Nashashibis, ein mit den Husseinis rivalisierender Clan, trugen jedoch dazu bei, dass die Bewerbung des Muftis für das Kalifat erfolglos blieb.

Anschließend an die Wahl Husseinis zum Präsidenten des Kongresses wurde die Agenda folgendermaßen festgesetzt:

  1. Heilige Orte und die Buraq
  2. Die Universität von al-Aqsa
  3. Die Hedschasbahn
  4. Die Förderung des muslimischen Unterrichts und der muslimischen Kultur
  5. Veröffentlichungen
  6. Die Verfassung des muslimischen Kongresses
  7. Beschlussfassungen

Der Kongress kam zu dem Schluss, dass „der Zionismus ipso facto eine dem muslimischen Wohlergehen abträgliche Aggression ist, und dass er direkt oder indirekt die Muslime aus der Kontrolle über muslimisches Land und über die heiligen Stätten der Muslime verdrängt“. Außerdem wurde beschlossen, dass der Kongress in regelmäßigen Intervallen von zwei oder drei Jahren zusammentreffen sollte und dass Beschlüsse künftig von einem Exekutivausschuss unter dem Vorsitz von Husseini erlassen werden sollten.

Quellen

  • Close Of Moslem Conference, Egyptian Delegate Deported, From Our Correspondent, The Times, Freitag, 18. Dezember, 1931; S. 11; Ausgabe 46009; Kol. B.
  • Feiler, Gil (1998). From Boycott to Economic Cooperation: The Political Economy of the Arab Boycott of Israel. London: Routledge. ISBN 0-7146-4423-4
  • Moslem Congress In Jerusalem, Mufti As President, From Our Correspondent, The Times, Mittwoch, 9. Dezember, 1931; S. 11; Ausgabe 46001; Kol. G.
  • Moslem Congress Zionist “Peril To Islam”, From Our Correspondent, The Times, Montag, 14. Dezember, 1931; S. 11; Ausgabe 46005; Kol. C.
  • Sicker, Martin (2001). The Middle East in the Twentieth Century. Praeger/Greenwood. ISBN 0-275-96893-6
  • Kramer, Martin (1986). Islam Assembled: The Advent of the Muslim Congresses. Columbia University Press. ISBN 0-231-05994-9. Ein Kapitel ist dem Kongress von Jerusalem gewidmet.

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