Johann Mandl

Johann Mandl

Johann Mandl (* 28. September 1899 in Szeged; † 23. Oktober 1970 in Wien) war ein österreichischer Politiker (SPÖ) und Amtsführender Stadtrat. Mandl war ab 1924 verheiratet, Vater einer Tochter (* 1928) und lebte in Wien-Penzing. (Als Politiker wurde er nach 1945 medial ausschließlich Hans Mandl genannt.)

Mandl absolvierte eine Ausbildung an einer Lehrerbildungsanstalt und war ab 1919 als Volksschullehrer beschäftigt. Er engagierte sich bei den Kinderfreunden und wirkte ab 1926 als Leiter des städtischen Jugendheimes Sandleiten, dem größten Jugendheim der Stadt Wien. Ab 1929 war er zudem Lehrer am Pädagogischen Institut.

Nach dem Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei 1934 wurde Mandl zu einem Volksschullehrer rückversetzt und 1942 nach illegalem Engagement von der Gestapo verhaftet. In der Folge wurde er nach Łódź zwangsversetzt, konnte jedoch nach einer schweren Verletzung, die er bei einem Luftangriff erlitten hatte, noch vor dem Ende des Krieges nach Wien zurück kehren.

Mandl wurde im April 1949 zum Bezirksschulinspektor von Ottakring ernannt und leitete ab 1946 den Aufbau des Berufsschulwesens. Er wurde 1949 zum Landesschulinspektor befördert und war zudem ab 1946 als Bundesobmann der Kinderfreunde aktiv.

Am 5. Dezember 1949 wurde Mandl als Amtsführender Stadtrat für Kultur und Volksbildung angelobt, 1959 wurden ihm zudem die Agenden der Schulverwaltung übertragen. Mandl wurde zudem im Dezember 1959 zum Vizebürgermeister gewählt, wobei er die Funktion bis zum 11. Dezember 1964 innehatte. Ab dem 19. Dezember 1964 war Mandl neben seinem Amt als Amtsführender Stadtrat auch Landeshauptmann-Stellvertreter, bis er beide Funktionen am 20. Dezember 1965 zurücklegte. (Als Landeshauptmann-Stellvertreter folgte ihm Felix Slavik, als Kulturstadträtin Gertrude Sandner.) In die Amtszeit von Mandl fiel unter anderem der Neubeginn der Wiener Festwochen, der Bau des Historischen Museums und der Wiener Stadthalle, die Rettung des Theaters an der Wien, eine Reform des Volksbildungswesens, die Instandsetzung der Wiener Schulen sowie die Errichtung von Häusern der Begegnung.

Nach Mandls Tod wurde 1976 die „Dritte Zentralberufsschule der Stadt Wien“ in der Längenfeldgasse 13–15 in Wien-Meidling in Hans-Mandl-Berufsschule benannt, wo auch eine Gedenktafel an ihn erinnert.

Literatur

  • Wer ist wer in Österreich. Wien, Klagenfurt 1951

Weblinks

  • Eintrag über Johann Mandl im Weblexikon der Wiener Sozialdemokratie

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