Katharina Heise

Katharina Heise
Plastik „Urfrau“ auf der Kunstschau im Landesausstellungsgebäude in Berlin 1924

Katharina Heise (* 3. Mai 1891 in Groß Salze; † 5. Oktober 1964 in Halle (Saale); Pseudonym: Karl Luis Heinrich-Salze) war eine Bildhauerin und Malerin.

Leben

Heise wurde als Tochter eines vermögenden Bauern im heute zu Schönebeck (Elbe) gehörenden Groß Salze geboren. Sie erhielt eine Ausbildung für Buchführung, Schreibmaschine und Stenografie, besuchte dann jedoch in Magdeburg die Kunstgewerbeschule. Zu ihren Lehrern gehörten Richard Winckel und Benno Marienfeld. 1913 und 1914 unternahm sie mit ihrer Schwester Annemarie Heise eine Studienreise nach Paris.

1914 übersiedelte sie nach Berlin. Hier veröffentlichte sie in der Zeitschrift Die Aktion erstmals Holzschnitte. Sie hatte Kontakt mit Käthe Kollwitz, die ihr empfahl, in die Bildhauerei zu wechseln. Unterstützt wurde sie von Hugo Lederer. Zum 100. Geburtstag von Karl Marx 1918 erschien auf der Titelseite der Zeitschrift Die Aktion ein von ihr geschaffenes Holzschnittporträt.

Heise gehörte dem Frauenkunstverein Berlin an. Zeitweise war sie dort zweite Vorsitzende und Schriftführerin. Sie beteiligte sich an diversen Ausstellungen und unterhielt Kontakte zur Novembergruppe und zur Gewerkschaftsbewegung. Ihr Werk wurde in der Öffentlichkeit stark beachtet und kontrovers diskutiert. Heise arbeitete an der Zeitschrift Widerstand von Ernst Niekisch mit.

Die Nationalsozialisten diffamierten ihr Werk als entartete Kunst. Nach deren Machtergreifung 1933 zog sich Heise daher aus dem öffentlichen Leben zurück. 1942, ihre Wohnung in Berlin war ausgebombt, kehrte sie in das elterliche Wohnhaus nach Schönebeck (Elbe) zurück. Hier setzte sie ihr Schaffen bis an das Lebensende fort. Es gelang ihr jedoch nicht an den früheren Erfolg anzuknüpfen. In Schönebeck war sie Anfeindungen ("Kulakentochter") ausgesetzt.

Nach dem Krieg bildete sich um Heise der sog. Schönebecker Kreis, eine Gruppe von Künstlern, denen u. a. Hans Oldenburger und Werner Tübke gehörten. 1959 richteten diese in Schönebeck für ihre Lehrerin eine Personalausstellung aus. 1961 stellte der Künstlerverband anlässlich des siebzigsten Geburtstages von Katharina Heise das künstlerische Werk der beiden Schwestern in Magdeburg vor.

Katharina Heise verstarb 1964 in einem Krankenhaus in Halle (Saale). Die Stadt Magdeburg benannte ihr zu Ehren eine Straße (Heiseweg).

Werke

  • Plastik Kindermord, (1919)
  • Plastik Tanz, (1919)
  • expressionistischer Holzschnitt Karl Marx
  • Plastik Das Urweib
  • Porträt Anne Frank

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