Marie Grosholtz

Marie Grosholtz
Marie Tussaud (1761−1850), genannt „Madame Tussaud“ (um 1840)

Marie Tussaud ( * 1. Dezember 1761 in Straßburg als Marie Grosholtz; † 16. April 1850 in London) war eine bekannte Wachsbildnerin und die Gründerin des nach ihr benannten Museums Madame Tussauds in London.

Inhaltsverzeichnis

Frühes Leben

Marie wurde als Tochter des elsässischen Offiziers Joseph Grosholtz und der schweizerischen Mutter Anna-Maria (verwitwete Walther) geboren. Ihr Vater starb kurz vor ihrer Geburt, die Mutter zog mit den Kindern zunächst nach Bern und 1766 zu Dr. Philipp Curtius (1741–1794) nach Paris. Dieser war dort Wachsbossierer (Modellierer mit Wachs) und Schausteller - er machte Marie mit der Kunst der Ceroplastik vertraut. In seiner Werkstatt lernte sie Madame Elisabeth, die Schwester des französischen Königs Ludwig XVI., die von Marie eine zeit lang in der Wachskunst unterrichtet wurde,kennen, die ihren Onkel als Mäzenatin unterstützte. Aufgrund ihrer Fertigkeiten und ihrer Beliebtheit in der königlichen Familie erhielt sie am Hof in Versailles eine eigene Wohnung. Sie modellierte die Köpfe von Angehörigen des Hochadels und von deren Kindern in Wachs.

Französische Revolution

Der Ausbruch der Französischen Revolution im Jahre 1789 führte für Marie Grosholtz zum Wegfall des Kundenkreises und zu einer Reihe alptraumhafter Erfahrungen. Anfangs wurden die von ihr geschaffenen Wachsköpfe von Prominenten auf Stangen aufgespießt, durch die Straßen getragen und verspottet. Später zwang man sie, die Totenmasken prominenter Opfer der Guillotine anzufertigen. Darunter waren auch König Ludwig XVI., seine Frau Marie Antoinette sowie die Revolutionäre Georges Danton und Maximilien de Robespierre. Die von ihr angefertigten Wachsköpfe der hingerichteten Opfer waren für das Revolutionsmuseum bestimmt.

1794 starb Maries Onkel und sie erbte seine Wachsfigurensammlung. Im Jahre 1795 heiratete Marie Grosholtz den Ingenieur Francois Tussaud († 1848), und gemeinsam hatten sie zwei Söhne (Joseph und Francois). Schon im Jahre 1800 trennte sie sich von ihrem trunksüchtigen Mann - die Scheidung erfolgte 1809.

Ihr Leben in Großbritannien

1802 ging sie zusammen mit ihren beiden Söhnen und mit der von ihrem Onkel geerbten Wachsfigurenschau nach London. Mit der Ausstellung zog sie 27 Jahre lang durch Großbritannien und Irland. Ihr Sohn Joseph erlernte die Kunst seiner Mutter. Sie sah Frankreich und ihren Mann nie wieder.

1835 eröffnete Marie Tussaud in der Baker Street von London ein eigenes Museum. Drei Jahre später schrieb sie ihre Memoiren. 1842 schuf sie ihr eigenes Abbild als letzte eigenständig hergestellte Figur des Kabinetts. Danach übergab sie das Museum ihren beiden Söhnen Joseph und François.

1884 wurde das Museum in die Marylebone Road verlegt.

Weblinks

Quellen

  • Marie Tussaud: Madame Tussaud's memoirs and reminiscences of France, Hrg. F. Hervé, London 1838

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