- Martin Ertle
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Martin Ertle (* 1633 in Greggenhofen; † nach 1712) war ein Abt der Reichsabtei Rot an der Rot.
Leben
Der aus einer einfachen Bauernfamilie im Oberallgäu stammende Martin Ertle war zunächst Pfarrer in Haisterkirch. Im Jahre 1672 erfolgte seine Berufung zum Abt der Reichsabtei der Prämonstratenser in Rot an der Rot. Seine erste große Herausforderung war der Wiederaufbau der bei einer Brandserie im April und Mai 1681 zerstörten Klosteranlage, der sich bis 1689 hinzog.
Während des Spanischen Erbfolgekrieges musste er 1703 Unterhaltszahlungen an französische Truppen und ihre kurbayerischen Verbündeten leisten, die im Kloster ihr Winterquartier aufgeschlagen hatten. Die Franzosen zogen erst 1704 nach der gegen die Große Allianz verlorenen Zweiten Schlacht von Höchstädt und Blindheim aus Oberschwaben ab.
Abt Martin Ertle schenkte den Untertanen größere Geldbeträge und vergab zinslose Darlehen, um die größte Not zu lindern. Der beliebte und umsichtig wirtschaftende Abt trat 1711 nach 39 Jahren ohne eine Pension zu beanspruchen von seinem Amt zurück.
Literatur
- Hermann Tüchle, Adolf Schahl: 850 Jahre Rot an der Rot. Geschichte und Gestalt. Neue Beiträge zur Kirchen- und Kunstgeschichte der Prämonstratenser-Reichsabtei. Thorbecke, Sigmaringen 1976, ISBN 3-7995-4012-1
Kategorien:- Abt
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- Rot an der Rot
- Geboren 1633
- Gestorben im 18. Jahrhundert
- Mann
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