Maximilian Karl Fürst von Thurn und Taxis

Maximilian Karl Fürst von Thurn und Taxis
Zeitgenöss. Gemälde
Wappen des Fürstenhauses von Thurn und Taxis

Maximilian Karl von Thurn und Taxis (* 3. November 1802 in Regensburg; † 10. November 1871 ebenda) war von 1827 bis 1871 sechster Fürst von Thurn und Taxis und bis 1867 Leiter der privaten Thurn-und-Taxis-Post.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er wurde als viertes Kind des Fürsten Karl Alexanders von Thurn und Taxis und seiner Ehefrau Therese Mathilde, Herzogin von Mecklenburg-Strelitz, Schwester der Königin Luise von Preußen, am 3. November 1802 im so genannten Inneren Palais (heute fürstliches Schloss St. Emmeram) geboren.

Bereits im Alter von neun Jahren wurde er zum Unterlieutenand im Vierten Bayerrischen Cheveaulegers-Regiment König ernannt. Nach vierjähriger Erziehung im schweizerischen Bildungsinstitut Hofwyl trat er am 25. August 1822 un die bayerische Armee ein. Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1827 bat um seine Entlassung aus der Armee. Anschließend befasste er sich mit seiner neuen Aufgabe als Oberhaupt des Hauses Thurn und Taxis, wobei er von seiner Mutter Therese Mathilde beraten und unterstützt wurde.[1]

Am 24. August 1828 heiratete er nicht standesgemäß Reichsfreiin Wilhelmine von Dörnberg, genannt Mimi. Die Ehe brachte fünf Kinder hervor. Im siebten Ehejahr verstarb die Fürstin im Alter von nur 32 Jahren. Maximilian Karl trauerte sehr und errichtete im Residenzschloss St. Emmeram das neugotische Mausoleum für seine Frau. Auf einem Bronzekasten, der neben ihrer Herzurne auch eine Büste des Bildhauers Christian Daniel Rauch enthielt, befindet sich ein Vers des Fürsten: Hier ruht mein Glück, hier schläft ihr Herz, hier klagt die Liebe ew'gen Schmerz.[2]

Am 24. Januar 1839 heiratete er im Fürstlichen Residenzschloss zu Oettingen im bayerischen Schwaben in zweiter Ehe Prinzessin Mathilde Sophie zu Oettingen-Oettingen und Oettingern-Spielberg. Sie hatten elf Kinder, unter anderen Paul von Thurn und Taxis, der ab 1866 Intendant des Münchener Hoftheaters war.

Sein ältester Sohn aus erster Ehe Maximilian Anton, Erbprinz von Thurn und Taxis, heiratete 1858 in Possenhofen Herzogin Helene in Bayern, genannt Nene, die Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Maximilian Karl überlebte seinen Sohn um neun Jahre und starb am 10. November 1871 im Residenzschloss St. Emmeram zu Regensburg. Er wurde neben Mimi im Mausoleum bestattet.

Rolle als Postunternehmer

Im Jahre 1827 wurde er als Nachfolger seines Vaters Leiter der privaten Thurn-und-Taxis-Post, deren Zentrale in Frankfurt am Main war. Mit der Annexion der Freien Stadt Frankfurt durch die Preußen im Jahre 1866 und der zwangsweisen Abtretung der Thurn-und-Taxis-Post gegen eine Entschädigung endete die Zeit der privaten Thurn-und-Taxis-Post. Die Übergabe erfolgte am 1. Juli 1867

Nachkommen

aus erster Ehe

  1. Karl Wilhelm (1829–1829)
  2. Theresia Mathildie Amalie Friedrike Eleonore (1830-1883)
  3. Maximilian Anton Lamoral (1831-1867)
  4. Egon Maximilian (1832-1892)
  5. Theodor Georg (1834-1876)

aus zweiter Ehe

  1. Otto (1840–1878)
  2. Georg (1841–1874)
  3. Paul (1843–1879)
  4. Amalie (1844–1867)
  5. Hugo (1845–1873)
  6. Gustav (1848–1914)
  7. Adolf (1850–1890)
  8. Franz (1853–1897)
  9. Nikolaus (1853–1874)
  10. Alfred (1856–1886)
  11. Marie Georgine (1857–1909)


Literatur

  • Martin Dallmeier/Martha Schad: Das Fürstliche Haus Thurn und Taxis, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1996 ISBN 3-7917-1492-9.


Einzelnachweise

  1. Dallmeier, Schad, S. 96.
  2. Dallmeier, Schad, S. 98.

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