Pareyer Verbindungskanal

Pareyer Verbindungskanal
Lage des PVK zwischen der Elbe und dem Elbe-Havel-Kanal (mit Schleuse)

Der Pareyer Verbindungskanal (PVK) ist eine Bundeswasserstraße[1] der Wasserstraßenklasse III im Bundesland Sachsen-Anhalt . Er stellt eine Verbindung zwischen der Elbe bei Kilometer 371,50 und dem Elbe-Havel-Kanal bei Kilometer 351,19 in der Nähe der Orte Parey an der Elbe und Neuderben her und ist 3,33 Kilometer lang.[2] Kurz vor der Elbe hat der Kanal eine Schleuse. Zuständig für die Verwaltung ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um den Wasserweg zwischen der Festungsstadt Magdeburg und den Residenzstädten an Havel und Spree zu verkürzen, veranlasste der preußische König Friedrich II. im Jahr 1740 durch Minister Gröne Untersuchungen und Planungen[3] zum Bau einer künstlichen Wasserstraße zwischen Elbe und Havel. Nach 1743 wurde dann mit dem Bau des Plauer Kanals begonnen. Aus ihm und dem Ihlekanal entstand später der Elbe-Havel-Kanal. Der Weg auf der Wasserstraße zwischen Magdeburg und Berlin verkürzte sich um 150 km. Der Plauer Kanal mündete nördlich von Parey in die Elbe. Die Teilstrecke des Plauer Kanals zwischen Elbe und Elbe-Havel-Kanal erhielt 1938 amtlich die heutige Bezeichnung PVK.[4] Zur Überwindung der unterschiedlichen Wasserspiegelhöhen wurde bei Parey eine erste hölzerne Schleuse gebaut. In den Jahren 1888 bis 1892 wurden bei Parey neue Elbdeiche gebaut und ein neuer Durchstich zwischen Elbe und Plauer Kanal geschaffen. Dabei wurde die Pareyer Schleuse zu einem neuen Zweikammerverbundsystem umgebaut.

Die Schleuse

Einfahrt in die Schleuse vom Kanal
Die Schleuse Parey von der Fußgängerbrücke aus gesehen
Die Schleuse Parey von der Elbseite

Die Schleuse Parey[5] am Kilometer 0,80 des Verbindungskanals ist eine Koppelschleuse. Sie ist 145 m lang und 8,20 m breit. Im mittleren Bereich kann sie durch ein zusätzliches Stemmtor verschlossen und so geteilt werden. Die Fallhöhe ist abhängig vom Wasserstand der Elbe und kann bis zu mehreren Metern[6] schwanken. Zur Gewährleistung des Hochwasserschutzes für das Kanalgebiet ist das Außenhaupt der Schleuse mit seinem Hubschwenktor in den Elbdeich eingebunden. Die höchstzulässige Tauchtiefe beim Passieren der Schleuse beträgt 1,85 m. Die Fahrzeuge dürfen dabei nicht länger als 70,00 m und nicht breiter als 8,20 m sein.

Orte und Brücken

Am Nordufer des Kanals befindet sich das Dorf Neuderben und eine Schiffswerft[7], am Südufer der Ort Parey und eine Verladestelle für Kies und ähnliche Baustoffe. Über den Kanal führen eine Eisenbahnbrücke, eine Straßenbrücke und unmittelbar an der Schleuse eine Fußgängerbrücke. Bei Mittelwasser im Kanal beträgt die niedrigste Durchfahrtshöhe an der Fußgängerbrücke 4,00 m.

Literatur

  • Hans-Joachim Uhlemann: Berlin und die Märkischen Wasserstraßen. transpress Verlag für Verkehrswesen, Berlin div. Jahrgänge.
  • Westeuropäischer Schifffahrts- und Hafenkalender. Binnenschifffahrts-Verlag GmbH. Duisburg- Ruhrort div. Jahrgänge.
  • Sportschifffahrtskarten Binnen 1 Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft, ISBN 3-926376-10-4.

Verwandte Themen

Weblinks

 Commons: Pareyer Verbindungskanal – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Verzeichnis E, Lfd.Nr. 10 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  2. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  3. Der Plauer Kanal
  4. Reichsverkehrsblatt A vom 23. Dezember 1938, Seite 191
  5. Die Schleuse
  6. Wasserstandsabhängige Schleusungen
  7. Schiffswerft Bolle GmbH Derben
52.40333333333311.9775

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