Patrick J. Hurley

Patrick J. Hurley
Patrick Jay Hurley
1929
1929

Patrick Jay Hurley (* 8. Januar 1883 im Indianer-Territorium; † 30. Juli 1963 in Santa Fe, New Mexico) war ein US-amerikanischer Soldat, Politiker und Diplomat, der der Republikanischen Partei angehörte.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Der auf dem Gebiet der Choctaw Nation geborene Hurley begann 1908 in Oklahoma als Anwalt zu praktizieren und war Colonel in der American Expeditionary Force während des Ersten Weltkrieges. Nach dem Krieg wurde er in der Republikanischen Partei aktiv und diente zwischen 1929 und 1933 als 51. US-Kriegsminister unter Präsident Herbert Hoover.

Zweiter Weltkrieg

Hurley erhielt 1941 eine Beförderung zum Brigadegeneral, als die Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eintraten. General George C. Marshall sandte ihn als persönlichen Stellvertreter nach Ostasien, um die Realisierbarkeit einer Entlastung der amerikanischen Truppen an der belagerte Insel Bataan zu überprüfen. Mit seiner Hilfe gelang es, die Soldaten mit lebensnotwendigen Nahrungsmittel und Munition an drei verschiedenen Standorten zu beliefern, sie konnten jedoch nicht evakuiert werden.

Nach dem Ende dieser und anderer Missionen wurde er als persönliche Vertrauensperson von Präsident Franklin D. Roosevelt eingeschifft. Er wurde 1942 Gesandter in Neuseeland und flog dann in die Sowjetunion. Er wurde der erste Ausländer, der die Erlaubnis für den Besuch der Ostfront bekam. Über die nächsten zwei Jahre besuchte er den Nahen Osten, den Mittleren Osten, China und Afghanistan im Auftrag des Präsidenten, bevor er 1944 Botschafter der Vereinigten Staaten in der Republik China wurde.

China

Im August 1944 kam Hurley als persönlicher Gesandter des Präsidenten Roosevelt an Chiang Kai-shek in China an. Die Anweisungen des Präsidenten waren folgende:

Sie werden hiermit zu meinem persönlichen Repräsentanten bei Generalissimo Chiang Kai-shek ernannt, der mich persönlich unterrichtet. Ihre hauptsächliche Aufgabe ist es, eine effektive und harmonische Beziehung zwischen dem Generalissimo und General Joseph Stilwell herbeizuführen, um General Stilwell die Ausübung seiner Befehlsgewalt über die chinesischen Armeen, die unter seinem Befehl stehen, zu erleichtern. Ihnen werden [noch] weitere Aufgaben erteilt werden.[1]

Militärische Operationen in China gegen die Japaner waren durch einen Mangel an Kooperation und angrenzend, persönlichen Feindschaften zwischen Stilwell und Chiang streng behindert gewesen. Der nachhaltige Antikommunist Hurley stellte sich schließlich auf die Seite von dem Generalissimo und er unterstützte den Austausch zwischen Stilwell mit General Albert Wedemeyer.

Anfang November 1944, nach dem Rücktritt des Botschafters Clarence E. Gauss, wurde Hurley von Amts wegen die Stellung in China angeboten, jedoch lehnte er diese anfänglich ab, indem er erklärte, dass die Pflichten, die er nun in China ausüben sollte, die unangenehmsten wären, die er jemals ausgeübt hätte – und weiter, dass er fühle, daß seine Unterstützung von Chiang Kai-shek und der nationalen Regierung von China den Widerstand der unamerikanischen Elemente im Außenministerium gegen ihn selbst vergrößert hätten. Nachdem er am 17. November ein Telegram vom Präsidenten erhalten hat, der ihn drängte, die Arbeit wegen der kritischen Natur der Situation doch noch anzunehmen, nahm er widerstrebend an.[2]

Hurleys Beziehungen mit dem Außenministerium verbesserten sich nicht. Ferner resultierte Präsident Roosevelts Jalta-Konferenz im Februar 1945 mit Winston Churchill und Josef Stalin in einer geheimen Vereinbarung, in der unter anderem der Sowjetunion Zugeständnisse in China bewilligt wurden, gegen dass das zaristische Russland im Russisch-Japanischen Krieg Anfang des Jahrhunderts verloren hatte. Dies, glaubt Hurley, war der Anfang vom Ende eines nichtkommunistischen Chinas.

Er hielt die Hoffnung auf, dass nach Präsident Roosevelts Tod Präsident Harry S. Truman die Irrtümer von Jalta erkennen würde und die Situation berichtigen würde, aber seine Bemühungen in dieser Richtung waren vergebens.

„Ich verlangte die Entlassung der Karrieristen“, schrieb er, „die sich der [offiziellen] amerikanischen Politik auf dem chinesischen Kriegsschauplatz widersetzten. Diese sachkundigen Diplomaten wurden nach Washington, D.C. zurück beordert, wurden [dann aber] in den China- und Fernost-Abteilungen des Außenministeriums als meine Aufseher platziert. [Und genau] diese Karrieristen, die von mir entlassen worden sind, sind [jetzt] zu Aufsehern des Obersten Befehlshabers (Supreme Commander) in Asien ernannt worden. [Und] in diesen Positionen haben die meisten weiterhin Partei für die kommunistische, (bewaffnete) Partei und manchmal für den Imperialistischen Block gegen die amerikanische Politik zu ergriffen.“ [3]

Politische Kandidatur

Hurley war republikanischer Kandidat für einen Sitz im US-Senat für den Staat New Mexico in den Jahren 1946, 1948 und 1952; jedoch verlor er alle drei Wahlen gegen den Demokraten Dennis Chavez.

Sonstiges

  • Außer dem Präsidenten selbst war Hurley das letzte lebende Mitglied des Hoover-Kabinetts.

Quellen

  • Army biography
  • Russel D. Buhite: Patrick J. Hurley and American Foreign Policy. Cornell University Press, Ithaca, NY 1973. ISBN 0-8014-0751-6
  • Don Lohbeck: Patrick J. Hurley. Henry Regnery Company, Chicago 1956.

Einzelnachweise

  1. Don Lohbeck, Patrick J. Hurley (Chicago: Henry Regnery Company, 1956), 280.
  2. Lohbeck, 309.
  3. Lohbeck, 430.

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